Große Lösung abgelehnt – endgültige Entscheidung spätestens Ende September Rat favorisiert Sporthalle mit 600 Plätzen

Herford (WB). Die große Lösung für die geplante Dreifach-Sporthalle am Standort des Ravensberger Gymnasiums ist vom Tisch: Der Rat hat sich am Freitag für den Bau einer Halle mit bis zu 600 Besucherplätzen (statt mit bis zu 1500 Zuschauerplätzen) ausgesprochen.

Von Peter Schelberg
Zusätzlich zum Neubau einer Dreifach-Sporthalle soll die denkmalgeschützte Turnhalle an der Hansastraße für zwei Millionen Euro saniert und ertüchtigt werden. Die Verwaltung wird prüfen, ob das 1911 errichtete Gebäude als Mensa genutzt werden kann.
Zusätzlich zum Neubau einer Dreifach-Sporthalle soll die denkmalgeschützte Turnhalle an der Hansastraße für zwei Millionen Euro saniert und ertüchtigt werden. Die Verwaltung wird prüfen, ob das 1911 errichtete Gebäude als Mensa genutzt werden kann. Foto: Schelberg

Die Verwaltung soll das Projekt möglichst bis Ende 2020 realisieren. Damit folgten die Ratsmitglieder nach längerer Diskussion und einer von der SPD beantragten Sitzungsunterbrechung einem entsprechenden Antrag von CDU und Grünen. Die endgültige Entscheidung über das Gesamtprojekt soll – nach Klärung des Anforderungsprofils und weiterer Punkte – möglichst bereits am 23. Juni, spätestens jedoch in der Ratssitzung am 29. September erfolgen.

Der Rat hat die Verwaltung außerdem aufgefordert, die Erweiterung des Gymnasiums um eine Mensa/Cafeteria mit etwa 150 Plätzen, vier Klassenräumen sowie einem Verwaltungsbereich und die denkmalgerechte Ertüchtigung der Turnhalle Lübberbruch möglichst bis Ende 2020 umzusetzen. Dazu soll eine Arbeitsgruppe aus Politik und Verwaltung gebildet werden.

Sie soll – nach Anhörung der Schulleitung des RGH und des Stadtsportverbandes – ein Anforderungsprofil mit grundlegenden Lage-, Flächen-, Funktions- und Ausstattungsvorgaben erstellen. Auf dessen Grundlage soll dann ein Architektenwettbewerb erfolgen. Geprüft werden soll zudem, ob und inwieweit die Ertüchtigung der Halle Lübberbruch gefördert werden kann – und auch, ob das denkmalgeschützte Gebäude an der Hansastraße künftig als Mensa genutzt werden kann.

Für den Bau der Dreifach-Sporthalle mit bis zu 600 Besucherplätzen für Schul- und Vereinssport (Variante 1) veranschlagt die Verwaltung Gesamtkosten von etwa 4,34 Millionen Euro. Bei der Variante 2 (Bundesligatauglichkeit der Halle und bis zu 1500 Zuschauerplätze) wären es 5,85 Millionen Euro. Für die Erweiterung des Gymnasiums mit Mensa werden 2,5 Millionen Euro kalkuliert, für die Ertüchtigung der Turnhalle Lübberbruch 2 Millionen Euro.

Mit der Entscheidung über das Gesamtprojekt am Ravensberger Gymnasium spätestens im Herbst will der Rat auch die schätzungsweise 10 Millionen Euro teure Theatersanierung auf den Weg bringen: Kämmerer Matthias Möllers mahnte vor diesem Hintergrund: »Wir dürfen uns an dieses hohe Investitionstempo nicht gewöhnen.«

Denn die Stadt habe bereits ohne Stadttheater und RGH »einige Großprojekte gleichzeitig oder hintereinander« auf der Liste. Er regte an, sich trotz günstiger Finanzierungskonditionen auf ein gemäßigtes Investitionstempo zu verständigen und die personelle und finanzielle Leistungsfähigkeit im Blick zu behalten.

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