Feierliche Saisoneröffnung an Herfords Wahrzeichen Bismarckturm unter neuer Flagge

Herford (WB). Nicht zum ersten Mal schreiten Frank Niekamp und Klaus Halgmann die 127 Stufen des Bismarckturms hinauf. Aber diesmal haben sie eine besondere Mission: Das Hissen der bettlakengroßen Fahne samt Stadtwappen.

Von Karl-Hendrik Tittel
Passend zur Darbietung des Altstädter Bläserkreises unter freiem Himmel lässt sich die Sonne beim Saisonstart am Bismarckturm erstmalig blicken.
Passend zur Darbietung des Altstädter Bläserkreises unter freiem Himmel lässt sich die Sonne beim Saisonstart am Bismarckturm erstmalig blicken. Foto: Karl-Hendrik Tittel

Sonne vergoldet den Auftakt

Und kaum flattert die nagelneue Flagge im Wind, schiebt dieser die Wolken beiseite – und die Sonne vergoldet den Saisonauftakt am Herforder Wahrzeichen dann doch noch. Dabei hatte es einige Stunden zuvor noch deutlich trüber ausgesehen. Grauer Himmel und kaum Besucher, die traditionelle erste Turmöffnung kommt am Sonntag etwas behäbig in Gang. »Bis zum Mittag waren 13 zahlende Gäste im Turm«, sagt Irmgard Schäper vom Verein Freundeskreis Herforder Bismarckturm und schaut auf ihre akribisch geführte Strichliste.

Premiere mit Teamwork: Klaus Halgmann (links) und Frank Niekamp hissen die Flagge mit dem Herforder Stadtwappen zum ersten Mal. Foto: Tittel

»Darunter waren ein Vater mit seinem Sohn, die von Bad Salzuflen hierhin gewandert sind, das ist schon eine ordentliche Strecke«, ergänzt Rainer Illmann. Beide Vereinsmitglieder haben zum ersten Mal Turmaufsicht. Auch die beiden Flaggenhisser Frank Niekamp und Klaus Halgmann feiern Premiere – und meistern die neue Aufgabe mit Teamgeist und Geschick. »Wir mussten noch einmal nach unten, um den passenden Inbusschlüssel zu holen, aber dann lief die Sache problemlos«, so Niekamp.

Neue Fahne von der Stadt Herford

»Ist die Fahne gehisst, ist die neue Saison eröffnet«, sagt Peter Bubig. Jedes Jahr spendiert die Stadt Herford eine neue. »Dafür sind wir dankbar, und das ist auch notwendig, da die Flaggen Tag und Nacht Wind und Wetter ausgesetzt sind und dementsprechend auch nur eine Saison halten.« Der erste Vorsitzende des Freundeskreises ist sichtlich damit zufrieden, wie sich die Dinge im Schatten des 23 Meter hohen und am 2. September 1906 eingeweihten Bismarckturmes in den späten Mittagsstunden entwickeln. »Kaum kommt die Sonne raus, sind auch mehr Leute hier – das ist erfreulich.« So haben sich ein paar Dutzend Besucher eingefunden, als die Musiker des Altstädter Bläserkreises die ersten Töne anstimmen.

Der Bismarckturm war in früheren Zeiten ein beliebtes Ausflugsziel nicht nur für viele Herforder, sondern auch für Menschen aus dem gesamten Ravensberger Land. Mit nur zehn Gründungsmitgliedern nahm am 27. Juli 1996 der »Freundeskreis Herforder Bismarckturm« seine Arbeit auf. Heute sind es 628 Mitglieder, die dafür Sorge tragen, dass eines der Wahrzeichen der Stadt auch zukünftig für Besucher zur Verfügung steht.

»Wir wollen Leben an den Turm bringen und dürfen durchaus mit etwas Stolz von einer Erfolgsgeschichte sprechen«, so Bubig. Am Ende ist es doch noch ein gelungener Saisonstart. »Ob jetzt in einem Jahr ein paar mehr oder weniger Besucher hier sind, das spielt keine Rolle.«

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