Inflation in Herford: Museum setzt auf einfache Informationen Wie die Sendung mit der Maus

Herford (WB). Harald Wurm legt die Messlatte hoch. Ein Museum müsse so gut sein wie die Sendung mit der Maus, sagt der Medientechniker. Anlass dieser Feststellung ist das museumspädagogische Programm zum Thema Inflation.

Von Hartmut Horstmann
Tablet, Informationsheft für Schulen, Bildschirmpräsentation: Der Themenbereich Geld und Inflation wird in diesen Medien herausgearbeitet. Unterstützt wird die Arbeit von der Volksbank. Die neuen Angebote präsentieren: (von links) Harald Wurm, Thorsten Holwas (Volksbank), Museumsleiterin Sonja Langkafel, Andreas Kelch (Volksbank) und Kulturwissenschaftlerin Sonja Voss.
Tablet, Informationsheft für Schulen, Bildschirmpräsentation: Der Themenbereich Geld und Inflation wird in diesen Medien herausgearbeitet. Unterstützt wird die Arbeit von der Volksbank. Die neuen Angebote präsentieren: (von links) Harald Wurm, Thorsten Holwas (Volksbank), Museumsleiterin Sonja Langkafel, Andreas Kelch (Volksbank) und Kulturwissenschaftlerin Sonja Voss. Foto: Hartmut Horstmann

Begleitheft für die Schulen

Notgeldscheine mit Milliardenwerten, eine so genannte Kriegsbutterdose, Umzugskisten, die davon künden, dass hier Bewohner einst ihr Haus verlassen mussten: Die Folgen von Krieg und Inflation spiegeln sich in einigen der Museumsexponate wider. Die Herausforderung für Museumsmacher besteht darin, die Geschichten zu vermitteln. Dieser Aufgabe nahm sich die Kulturwissenschaftlerin Sonja Voss an, die das Projekt »Inflation« entwickelte. Es richtet sich vor allem an die Schulen, für die ein Begleitheft entstanden ist. Dessen Spektrum reicht von grundsätzlichen Informationen zur Inflation bis zum konkreten Herforder Notgeld.

Schüler schreiben in Blog

Das Heft könne vor allem von Siebt- und Achtklässlern zur Vorbereitung eines Museumsbesuchs genutzt werden, erklärt Sonja Voss. Zwecks Vertiefung erhalten die Schüler in dem Museum zur Stadtgeschichte ein Tablet. Auf diesem findet sich ein Blog, in den die Schüler hineinschreiben können. Zudem informieren Karteikarten über den Inflationskontext einzelner Exponate.

Einfache Darstellung

Diese Informationen sollen künftig auch auf den normalen Ausstellungsguides abrufbar sein, die jeder Museumsbesucher erhalten kann. Für jeden einsehbar ist auch eine neue Bildschirmpräsentation, die einen schnellen und kompakten Überblick über Inflation, Kriegsfinanzierung und Notgeld gibt. Die Konzeption von Heft und Medieninformation ist betont einfach und damit einleuchtend gehalten – was Harald Wurm zum Vergleich mit der Sendung mit der Maus anregt.

Schönfelds sind Inflationsopfer

Dass auch das Museum selbst, die frühere Villa Schönfeld, eine Inflationsvergangenheit hat, erläutert Museumsleiterin Sonja Langkafel. Im Jahr 1900 hätten die Schönfelds ihre Fabriken verkauft – um fortan vor allem von den Zinsen leben zu können. Doch das Geld wird knapp, die Klagen häufen sich, dass alles so viel kostet. Zwar blieben die Schönfelds bis 1940 Eigentümer der Villa, doch begreift Sonja Langkafel den Verkauf des Hauses als eine Spätfolge der Inflation. Diese erreichte 1923 ihren Höhepunkt und begann mit dem Ersten Weltkrieg. Um den Krieg zu finanzieren, wurde Geld gedruckt, für das kein Gegenwert vorhanden war.

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