Nach der Sieker-Insolvenz entsteht an der Löhner Straße eine Werkstatt für Oldtimer Neues Leben im alten Autohaus

Herford (WB). Noch gibt es jede Menge zu tun: Elektrik, Heizung, Sanitär, Boden, Fenster, Dach – fast alles muss neu gemacht werden. Das traditionsreiche Suzuki-Autohaus Sieker, das in dritter Generation Insolvenz anmelden musste, ist ganz schön in die Jahre gekommen.

Von Moritz Winde
Das traditionsreiche Autohaus Sieker an der Löhner Straße musste Insolvenz anmelden. Im Sommer eröffnet dort ein Rund-um-Service für Old- und Youngtimer.
Das traditionsreiche Autohaus Sieker an der Löhner Straße musste Insolvenz anmelden. Im Sommer eröffnet dort ein Rund-um-Service für Old- und Youngtimer.

Enrique Ortega ist trotz der XXL-Sanierung zuversichtlich, in ein paar Monaten Eröffnung feiern zu können. Das meiste läuft in Eigenarbeit, Freunde und Familie packen mit an. Im Spätsommer will der 47-Jährige an der Löhner Straße einen Rund-um-Service – vom Verkauf bis zur Reparatur – für Old- und Youngtimer aufmachen. Den betreibt er derzeit noch im benachbarten Bad Salzuflen.

Enrique Ortega (47) ist ein Mann der Tat. Viele Arbeiten erledigt er selbst. Foto: Winde

Ende vergangenen Jahres hatte der Herforder das 1000-Quadratmeter-Gebäude gekauft. Bei der Zwangsversteigerung im Amtsgericht sei er mit 250.000 Euro der Meistbietende gewesen. »Bei 89.000 Euro ging es los. Aber es war klar, dass es diese Immobilie nicht zum Schnäppchenpreis geben würde. Immerhin waren es 70 Interessenten. Ich bin glücklich, den Zuschlag bekommen zu haben«, sagt Enrique Ortega.

Der Sohn spanischer Eltern ist durch und durch Autofreak. Schon als Jugendlicher habe er an alten Kisten herumgeschraubt. Schon immer habe sein Credo gelautet: Restaurieren statt Wegschmeißen.

Nach der Schule folgte eine Lehre zum Mechaniker, später eine zweite zum Kaufmann. 23 Jahre arbeitete Ortega bei BMW, 13 Jahre als B&K-Filialleiter in Bad Oeynhausen. Doch der Stress machte ihn krank. 2013 erlitt er einen Herzinfarkt. Damals war er 43 Jahre. Als Konsequenz kündigte er bei BMW und konzentrierte sich auf seine Selbstständigkeit. Bis dahin war er beruflich lange Zeit zweigleisig gefahren.

Jetzt ist er Feuer und Flamme für das Oldtimer-Autohaus – auch wenn es viel Arbeit ist. Ortega: »Man macht es ja für sich selbst. Und natürlich für die vier Jungs.«

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