»Herford ans Wasser«: Bürger sollen Ideen zur Aa-Umgestaltung einbringen Flanieren am Flussufer

Herford (WB). Herford soll näher ans Wasser, genauer gesagt an die Aa. Konkrete Pläne für das 500 Meter lange Stück zwischen Sparkassen-Zentrale und Bürgerpark gibt es noch nicht. Die Verwaltung ruft deshalb zum Ideen-Forum auf.

Von Moritz Winde
Etwas verloren schlängelt sich die Aa durch die Innenstadt – wie hier vor der Sparkassen-Zentrale. Der kleine Fluss soll nach den Plänen der Verwaltung für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Projekt heißt »Herford ans Wasser.«
Etwas verloren schlängelt sich die Aa durch die Innenstadt – wie hier vor der Sparkassen-Zentrale. Der kleine Fluss soll nach den Plänen der Verwaltung für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Projekt heißt »Herford ans Wasser.« Foto: Moritz Winde

Bürgerforum am 27. März

Am Montag, 27. März, können Herforder ihre Einfälle im Haus unter den Linden vorstellen. Beginn ist um 18 Uhr, zuvor ist ab 16.30 Uhr eine Ortsbegehung geplant. Dabei können Themen wie Naherholung, Ökologie, Stadtbild, Aufenthaltsqualität, Stadtgeschichte und Hochwasserschutz eine Rolle spielen.

Noch schlängelt sich der kleine Fluss etwas verloren durch die City. Der alte Stadtgraben wirkt wie ein Fremdkörper, es gibt quasi keinen Zugang zum Ufer. An vielen Stellen ist das Wasser nur aus ein paar Metern Entfernung zu sehen. Dabei bietet ein solch schönes Stück Natur mitten im Herzen der Stadt große Chancen.

Beispiel aus Meschede: Die sauerländische Stadt hat einen Beton-Boulevard entlang der Henne gebaut. Foto: Stadt Meschede

Und genau diese Chancen will die Verwaltung nun nutzen. Schon bald soll die Tristesse – ein Spaziergang entlang des Flusses ist auf diesem Stück nicht gerade einladend – vorbei sein. Die Aa soll erlebbar, das Umfeld aufgehübscht werden. Flanieren am Flussufer, zwischendurch die Füße im Nass baumeln lassen, anschließend Cocktails schlürfen am Strand: Jede noch so abgefahrene Idee sei erlaubt, sagt Bürgermeister Tim Kähler, der das Projekt gestern Abend im Rathaus vorstellte. Es gehört zu seinem Masterplan, mit dem der SPD-Politiker Herford zur »schönsten OWL-Innenstadt« machen will.

Baubeginn frühestens 2019

Läuft alles glatt, könnte 2019 mit der Aa-Umgestaltung begonnen werden. Allerdings gibt Maike Wöhler aus dem Baudezernat zu bedenken, dass dieser Gewässerumbau weitaus schwieriger sei als die Sanierung der Fußgängerzone. Besonderer Knackpunkt: das Radewiger Wehr. Hier gab es schon vor Jahren Probleme: Stadtführer Mathias Polster: »Das Wehr darf man nicht wegbrechen, weil es dadurch zu einer erheblichen Grundwasserabsenkung kommt. Das hätte massive Negativ-Auswirkungen auf die umliegenden Gebäude.«

Egal, welche Ideen letztlich realisiert werden: Billig wird die Aktion auf keinen Fall. Grobe Schätzungen gehen von 3,5 Millionen Euro aus. Allerdings könnten von dieser Summe – vorausgesetzt, man stellt es geschickt an – bis zu 80 Prozent gefördert werden.

Für das Bürgerforum am 27. März nimmt Simone Schicketanz Anmeldungen entgegen, telefonisch unter 05221/18 92 99 oder per E-Mail: simone.schicketanz@herford.de

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