Mit seinem Projekt »Herforder für Herford« hilft Branko Kreinz Kindern in Not
Facebook löscht Spendenseite

Herford  (WB). Branko Kreinz hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Kindern in Not zu helfen. Jetzt hat Facebook seine Gruppe »Herforder für Herford« mit 1600 Mitgliedern ohne Vorwarnung gelöscht. Ein Desaster für den ehrenamtlichen Spendensammler.

Donnerstag, 24.11.2016, 08:31 Uhr aktualisiert: 24.11.2016, 08:45 Uhr
Branko Kreinz sitzt frustriert in seinem Keller. In diesem Raum bewahrt er die Sachspenden auf, um sie dann an bedürftige Familien weiterzugeben. Nach eigenen Angaben unterstützt der 43-Jährige etwa 120 Kinder in Not. Foto: Moritz Winde

»Zwei Jahre Arbeit waren umsonst. Ich fange wieder bei Null an«, sagt Branko Kreinz. Über Facebook hat er sich ein großes Netzwerk von Gönnern aufgebaut. In der Gruppe pflegte er Kontakte, gab Termine bekannt, informierte über neue Hilfsprojekte und schaltete Werbung heimischer Unternehmen.

Branko Kreinz hat eine neue Seite veröffentlicht.

Branko Kreinz hat eine neue Seite veröffentlicht.

Der 43-Jährige ist in Herford sehr gut vernetzt. Er hat Beziehungen zur Wirtschaft, zum Einzelhandel, zur Gastronomie und zur Politik. Viele unterstützen das Engagement des Messdienerleiters mit Sachspenden oder Gutscheinen. Die reicht Branko Kreinz dann an bedürftige und kranke Kinder und deren Familien weiter. Insgesamt helfe er dauerhaft 120 Mädchen und Jungen.

Am Montagmorgen der Schock: Seine Facebook-Seite war nicht mehr aufrufbar. »Ich wollte mich bei einer Schaustellerfamilie bedanken, die Freimarken für Crêpes auf dem Weihnachtsmarkt zur Verfügung gestellt hat. Doch das ging nicht.«

Facebook meldet sich per E-Mail

Branko Kreinz glaubte zunächst an einen schlechten Scherz. Nachdem er seinen Laptop zum dritten Mal neu gestartet und sich von der einwandfreien Internetverbindung überzeugt hatte, wurde er tieftraurig. Seine »Herforder-für-Herford«-Gruppe existierte nicht mehr.

Per E-Mail teilte ihm Facebook folgendes mit: »Wir prüfen Meldungen sorgfältig, um sicherzustellen, dass wir die richtigen Maßnahmen ergreifen. Wir entfernen Inhalte von Facebook, wenn sie gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstoßen: Beachte, dass wir Meldungen nicht rückgängig machen können, nachdem wir eine Maßnahme ergriffen haben, zum Beispiel den gemeldeten Inhalt entfernt haben. Danke für dein Verständnis.«

Kreinz kann sich nicht erklären, gegen welche »Gemeinschaftsstandards« verstoßen worden sein sollen. In den AGB bei Facebook habe er nichts gefunden. »Mir war es immer wichtig, dass auf meiner Seite alles vernünftig abläuft. Deshalb habe ich jeden Beitrag kontrolliert – und erst dann freigegeben«, sagt der Möbeltischler.

Was treibt Kreinz an? »Mit sechs Jahren kam ich in Slowenien in ein Kinderheim, weil ich zu Hause unerwünscht war. Dort gab es ständig Schläge. Es war hart.« Schon als kleiner Junge habe er sich geschworen: »Wenn ich erwachsen bin, kümmere ich mich um diejenigen, denen es schlecht geht.« Das macht er nun seit 2009.

Inzwischen hat Branko eine neue Facebook-Gruppe mit demselben Namen gegründet. Er will weitermachen. Sein Keller ist voll mit Sachspenden, mit denen er Kindern eine Freude machen möchte. Am 5. Dezember wird der 43-Jährige von der Stadt Herford ausgezeichnet – und zwar als Vorbild im Ehrenamt. Facebook war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Kommentare

Susanne Dehne  wrote: 27.11.2016 08:58
Vielleicht wäre die Seite nicht gelöscht worden, wenn er sich ausschließlich für Flüchtlinge in Deutschland einsetzen wuerde..... traurig!
Total 1 comments
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