Baustopp am Ortsieker Weg – Experten untersuchen Verdachtsfläche Schlummert auch hier eine Fliegerbombe?

Herford (WB). Liegt auch unter dem Ortsieker Weg eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg? Das will die Stadt Herford untersuchen lassen. Die geplante Straßenbaumaßnahme wird sich deshalb um mehrere Wochen verschieben.

Von Peter Schelberg
Der Ortsieker Weg ist die Hauptzufahrtsstraße zum Klinikum Herford: Wegen Kanalbauarbeiten und der geplanten Fahrbahnerneuerung sollte der Abschnitt zwischen Mindener und Schwarzenmoorstraße bis September halbseitig gesperrt bleiben.
Der Ortsieker Weg ist die Hauptzufahrtsstraße zum Klinikum Herford: Wegen Kanalbauarbeiten und der geplanten Fahrbahnerneuerung sollte der Abschnitt zwischen Mindener und Schwarzenmoorstraße bis September halbseitig gesperrt bleiben. Foto: Moritz Winde

Die seit 13. Juli bestehende halbseitige Sperrung des Ortsieker Wegs zwischen Mindener Straße und Schwarzenmoorstraße wird zum Ende der Woche wieder aufgehoben, teilte die Verwaltung mit. Der städtische Immobilien- und Abwasserbetrieb (IAB) war bereits damit beschäftigt, Kanalanschlüsse und -schächte zu sanieren. Danach sollten auch die Fahrbahn und die Gehwege grunderneuert werden. Auf Veranlassung der Stadt wurden die Arbeiten jetzt aber gestoppt, »da es sich bei diesem Bereich um eine Bombenverdachtsfläche handelt«. Der IAB hat bereits am Mittwoch die laufende Erneuerung der Kanalhausanschlüsse eingestellt. Spätestens am Freitag, 22. Juli, soll der Ortsieker Weg wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Luftbildauswertung beantragt

Die Stadt Herford hat bei der Bezirksregierung Arnsberg eine Luftbildauswertung für das Gebiet beantragt, um dem Verdacht nachzugehen. Diese Auswertung kann bis zu zehn Wochen dauern. »Seit dem Bombenfund am Westring sind wir sehr sensibilisiert«, erklärt Werner Mohrmann vom Tiefbauamt das Vorgehen der Stadt. »Wir wollen auf Nummer sicher gehen und jegliches Risiko ausschließen – auch wenn das jetzt eine wochenlange Verzögerung bedeutet.«

Bei Straßenbaumaßnahmen auf Bombenverdachtsflächen werde die Stadt künftig generell so verfahren: »Wir werden erst dann starten, wenn das Baufeld abschließend untersucht worden ist.« Wie berichtet, war im Juni am Westring eine amerikanische 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Während der Bergung mussten 765 Menschen, die im Umkreis der Fundstelle wohnen, vorübergehend ihre Häuser verlassen. Die Luftbildauswertung wird voraussichtlich im September vorliegen.

Das Prozedere sieht vor, dass Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bezirksregierung Luftaufnahmen der Verdachtsflächen untersuchen, die von den Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg zur Verfügung gestellt wurden. »Wenn nach dieser Prüfung nicht auszuschließen ist, dass eine Bombe im Untergrund liegen könnte, werden im nächsten Schritt Sondierungsbohrungen veranlasst. Damit lassen sich Anomalitäten im Erdreich feststellen«, erläuterte Benjamin Hahn von der Bezirksregierung Arnsberg. Bleibt auch dann unklar, ob ein Blindgänger unterhalb der Fahrbahn schlummert, wird unter Aufsicht der Kampfmittelräumer das Erdreich vorsichtig abgetragen – bis Gewissheit besteht.

»Im Prinzip gelten der Kernbereich der Innenstadt und das Eisenbahngelände als Bombenverdachtsflächen«, sagte Werner Mohrmann. Sondierungen nach Blindgängern hat es in der Vergangenheit beispielsweise am (inzwischen abgerissenen) Getreidespeicher an der Goebenstraße, am Steintorwall und der Straße »Am Südwall« gegeben.

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