Junger Flüchtling greift ungeschulte Mitarbeiterin an AWO bedauert Vorfall

Herford/Bielefeld (WB/ca). Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Ostwestfalen-Lippe hat Konsequenzen aus dem Angriff eines jungen Flüchtlings auf eine Mitarbeiterin gezogen.

In diesem Heim geschah das Verbrechen.
In diesem Heim geschah das Verbrechen. Foto: Peter Schelberg

 Am Freitag war an die Öffentlichkeit gelangt,  dass die AWO im Oktober vergangenen Jahres eine Studentin als geringfügig Beschäftigte eingestellt hatte und die 22-Jährige am Tag nach der Vertragsunterzeichnung ohne jede Schulung alleine die Nachtschicht in einem Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Herford übernehmen musste.  Während ihres ersten Dienstes wurde die 22-Jährige von einem 15-Jährigen Iraker angegriffen, der Sex von ihr wollte.

Der Mann wurde am 2. Juni vom Jugendschöffengericht Herford wegen versuchter sexueller Nötigung zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Erwin Tälkers, Sprecher der AWO, sagte, man bedauere den Vorfall sehr. »Wir haben der Studentin umfassende persönliche und psychologische Hilfe zukommen lassen.« Jetzt setze die AWO Sicherheitskräfte in der Nachtbereitschaft ein. Tälkers: »Dadurch kann ein solcher Vorfall nicht mehr passieren.«

Der AWO-Sprecher sagte, im Herbst habe man innerhalb kürzester Zeit Betreuungsmöglichkeiten für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge schaffen müssen. »Deshalb musste die praktische Einarbeitung neuer Mitarbeiter oft sehr schnell gehen.« Die Studentin hatte dem WESTFALEN-BLATT gesagt, sie sei überhaupt nicht eingearbeitet worden.

Die Arbeiterwohlfahrt wies darauf hin, sie betreibe bereits seit vier Jahren ein Haus für jugendliche Flüchtlinge in Bielefeld. Erwin Tälkers: »Einen Vorfall wie den in Herford hat es bisher noch nicht gegeben.«