500 Zuschauer rocken mit den Kliffkiekern Fiasko mit Happy End

Herford (WB). Das neue Shantycal? Ein schöner Mist! Der »Regisör«? Eine Witzfigur! Und die Schauspieler und Sänger? Gehen lieber in die Kneipe um einen zu trinken, anstatt fleißig zu proben. Kein Wunder, dass da auch dem geduldigsten Vereinsvorsitzenden irgendwann der Kragen platzt. Schließlich sind 500 Karten für die Premiere des neuen Stückes der Kliffkieker verkauft und noch nicht einmal das Bühnenbild ist fertig. Ein Fiasko droht!

Von Peter Monke
Kliffkieker-Party im Stadttheater: Andreas Wöhler (links) singt die rockige Nummer »Auf St. Pauli brennt noch Licht« von Jan Delay und viele Zuschauer stimmen den Refrain mit an.
Kliffkieker-Party im Stadttheater: Andreas Wöhler (links) singt die rockige Nummer »Auf St. Pauli brennt noch Licht« von Jan Delay und viele Zuschauer stimmen den Refrain mit an. Foto: Peter Monke

»Vier, fünf Wochen Probenzeit hätten wir eigentlich noch gebraucht«, gibt Kliffkieker-Frontmann Thomas Wöhler zum Start des Konzertes zu. Doch nun ist das Publikum da und will unterhalten werden. Es hilft nichts: Die Herforder Seebären müssen improvisieren. Und das gelingt wieder mal ganz vorzüglich. Denn natürlich ist das vermeintliche Fiasko auf der Bühne nur gespielt.

500 Zuschauer amüsierten sich am Samstagabend im nicht ganz ausverkauften Stadttheater prächtig über die Schauspielkünste ihrer Kliffkieker. Garniert wurde die etwas krude Story um eine Baronin (Peter Zutter), die von einem Piraten (Horst Altenhöner) entführt und ihrer Tugend beraubt werden soll, mit jeder Menge Musik.

Satte 22 Titel umfasste das Programm – wie immer eine Mischung aus klassischen Seemannsliedern und moderneren Rocksongs, diesmal unter anderem von Jan Delay, den Ärzten, Unheilig oder auch Udo Lindenberg, der von Chorleiter Dirk Martin perfekt verkörpert wurde.

Besonders viel Applaus bekam jedoch Kliffkieker Oldie Walter Osterkamp, der mit 84 Jahren das Solo von »Rocking home« beisteuerte. »Wir haben ihn gehegt und gepflegt und sind stolz, dass er bei uns ist«, sagte Wöhler.

Dass die geplante Entführung am Ende wegen des übermäßigen Genusses von 80-prozentigem Eierlikör nicht klappt, sondern mit einem Armbruch des Piraten endet – geschenkt. Das Publikum ist vom »Fiasko« trotzdem begeistert und der Vereinsvorsitzende der Kliffkieker kann wieder ruhig schlafen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.