Vom Manta bis zum Rolls: 88 Oldtimer nehmen an der ADAC-Rallye teil Schmucke Schätzchen auf vier Rädern

Herford (WB). Sie sind wahr gewordene Kindheitsträume oder stecken voller Erinnerungen an lange zurückliegende Ereignisse: Oldtimer sind wesentlich mehr als bloße Personenkraftwagen aus vergangenen Zeiten, sondern von ihren Besitzern liebevoll gepflegte Schmuckstücke.

Von Stefan Wolff
Der stellvertretende Landrat des Kreises Herford, Hartmut Golücke (links), gibt das Startzeichen für die 76. ADAC-Westfalen-Lippe-Rallye. Als Erster rollt das Mercedes-Benz-Cabrio 300 mit Heinz Schatto und Petra Inderwisch vom Parkplatz am Henkelmann.
Der stellvertretende Landrat des Kreises Herford, Hartmut Golücke (links), gibt das Startzeichen für die 76. ADAC-Westfalen-Lippe-Rallye. Als Erster rollt das Mercedes-Benz-Cabrio 300 mit Heinz Schatto und Petra Inderwisch vom Parkplatz am Henkelmann. Foto: Stefan Wolff

88 dieser chromblitzenden Raritäten auf vier Rädern konnten am Samstagmorgen die Herforder Bürger auf dem Parkplatz des Restaurants Henkelmann an der Engerstraße bewundern. Denn dort startete die 76. ADAC-Westfalen-Lippe-Rallye.

Lancia Stratos in Pirelli-Lackierung

»Die Bandbreite der Teilnehmer ist riesig«, freute sich Bernd Noltekuhlmann, ADAC-Vorstand für den Sport. Vom Ford Model A Roadster aus dem Jahr 1929 über einen Mercedes Benz 300 Cabrio von 1952 bis hin zu einem VW Karmann Ghia 1300 von 1966 reichte die Palette der Fahrzeuge.

Ein wahrer Hingucker war ein Rolls Royce Silver Cloud aus dem Jahr 1960, doch auch ein Opel Manta Baujahr 1984 und VW Käfer von 1972 fuhren bei der Rallye mit.

Unter den Sportwagen fielen die zahlreichen Porsche auf und nicht zuletzt wegen seines heiseren Röhrens ein Lancia Stratos in schwarz-rot-weißer Pirelli-Lackierung aus dem Jahr 1972.

Erinnerung an einen alten Freund

Mit einem Jaguar E-Type Baujahr 1969 nahm Ralph Niemeier an der Rallye teil. »Als Kind habe ich mit dem Jaguar bereits immer im Quartett gewonnen und wollte dann selbst einen haben«, erzählt der Bielefelder, der sich dann vor 14 Jahren seinen Kindheitstraum erfüllte.

Dr. Rolf Tiggemann aus Bochum verbindet mit seinem Mercedes-Benz 170 S-D von 1953 viele Erinnerung an einen guten Freund, dem die Limousine früher gehört, der aber bereits 1982 verstarb. Seit 1991 nimmt der 72-Jährige regelmäßig an Oldtimer Rallyes teil. »Spaß am Fahren haben und etwas Ehrgeiz bei den Aufgaben, aber nicht zu viel. Das ist die Hauptsache«, ist er überzeugt.

Drittälteste Motorsportveranstaltung

Ulrich Ilemann aus Deensen bei Holzminden, der mit einem BMW 2000 tilux und seiner Tochter Tanja als Beifahrerin bei der Rallye mitfuhr, weiß hingegen die alte Technik zu schätzen. »Bei meinem BMW fahre ich noch selber und nicht das Auto. Das macht viel mehr Spaß«, sagt er.

Im Minutentakt starteten die Rallye-Teilnehmer dann um 9.30 Uhr durch den Kreis Herford. Das Startzeichen gab der stellvertretende Landrat des Kreises Herford, Hartmut Golücke. Anschließend führte die drittälteste noch existierende Motorsportveranstaltung in Deutschland die Oldtimer über eine rund 180 Kilometer lange Strecke von Herford über Enger, Bad Salzuflen, Vlotho-Exter nach Hiddenhausen und dann wieder zurück in die Werrestadt.

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