Jamie Fischer (17) ist das Mädchen, das einem 69-jährigen Mann das Leben gerettet hat Die Heldin von Eilshausen

Hiddenhausen (HK). »Alles war voller Qualm, ich konnte kaum noch etwas sehen.« Jamie Fischer erzählt das ganz ruhig. So als sei gar nichts Besonderes passiert. Dabei hat die 17-jährige Schülerin aus Eilshausen einem Menschen das Leben gerettet.

Von Curd Paetzke
Jamie Fischer zeigt die Dienstag-Ausgabe des HERFORDER KREISBLATTES mit dem Bericht über das Feuer an der Bünder Straße. Gestern Nachmittag ist die Schülerin, die leichte Rauchvergiftungen erlitten hatte,  aus dem Krankenhaus entlassen worden.
Jamie Fischer zeigt die Dienstag-Ausgabe des HERFORDER KREISBLATTES mit dem Bericht über das Feuer an der Bünder Straße. Gestern Nachmittag ist die Schülerin, die leichte Rauchvergiftungen erlitten hatte, aus dem Krankenhaus entlassen worden. Foto: Christina Ueckermann

Jamie Fischer ist das Mädchen, das am Montag, als es darauf ankam,  Mut bewiesen hat. »Ich habe gar nicht nachgedacht, ob ich mich selbst in Gefahr begebe – ich habe, glaube ich, in dem Moment einfach nur funktioniert.«

Es ist Montagmittag gegen 13 Uhr. Jamie, die das Anna-Siemsen-Berufskolleg besucht, kommt gerade aus der Schule. Als sie den Flur des Hauses an der Bünder Straße 375 betritt, bemerkt sie bereits den beißenden Qualm, der aus der Tür des 69 Jahre alten Mieters dringt, der auf der gleichen Etage wohnt. Jamie weckt ihre Mutter Michaela (46), die sich kurz hingelegt hat, dann klopft sie immer wieder an die Tür des Rentners – »gefühlte 15 Minuten«, sagt sie.

Irgendwann öffnet der Mann seine Wohnungstür. Seine Augen sind da schon stark  gerötet von dem Rauch, der sich jetzt im ganzen  Haus ausbreitet. Der Mann hustet   stark, hat Atemprobleme, kommt  aber nicht mit nach draußen, sondern kehrt  in seine Küche zurück, die in Flammen steht. Er versucht, das Feuer selbst zu löschen.

Heldin bringt Rentner ins Freie

Obwohl sie kaum noch etwas sieht, folgt Jamie dem Rentner, der durch einen Rollator in seiner Bewegung eingeschränkt ist, in dessen Wohnung. »Ich konnte ihn doch da nicht alleine lassen«, erzählt sie später. Jamie ergreift den Arm des Mannes und bringt ihn schließlich ins Freie. Die wenigen Meter werden plötzlich lang. Sehr lang.

Michaela Fischer hat inzwischen die Feuerwehr alarmiert, die wenige Minuten später am Ort des Geschehens in Eilshausen eintrifft. Wie sich herausstellt, hat der Mieter eine schwere Rauchvergiftung erlitten und wird ins nächste Krankenhaus gebracht. Als Jamie den Feuerwehrleuten und Einsatzleiter Florian Ruthe schildert, was sich in dem Haus zugetragen hat, wird ihr plötzlich schwindelig – eine Folge des Rauchs, den sie inhaliert hat.

Ein Rettungswagen bringt das tapfere Mädchen ebenfalls ins Krankenhaus. Doch zum Glück stellt sich ihre Rauchvergiftung als nicht so gravierend heraus: Am Montagnachmittag kann Jamie Fischer das Krankenhaus bereits wieder verlassen.

Für die Hiddenhauser Feuerwehrleute ist Jamie die Heldin von Eilshausen. Ihr Verhalten verdiene höchsten Respekt, hatte Feuerwehr-Chef Mario Daume bereits am Montag gesagt (das HERFORDER KREISBLATT berichtete). Auch Florian Ruthe spricht  von einer gefährlichen, aber auch sehr mutigen Tat. Am Montag haben Feuerwehrleute  noch einmal bei Jamie vorbeigeschaut: »Sie wollten wissen, wie es mir geht – das war echt nett.«

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