36 Werbeanhänger stehen an Straßen im Kreis Herford Nachtclub-Reklame sorgt für Ärger

Herford (WB). »Ich dachte, ich wohne in einer alten Hansestadt und nicht in einer Busenstadt«, sagt ein aufgeregter Leser am Telefon. Der Grund für seine Verärgerung: Seit Monaten stehen auf den Einfallsstraßen nach Herford Anhänger  und Autos, die auf einen Nachtclub in Vlotho hinweisen.

Von Ralf Meistes und Heike Pabst
Nicht nur das Schild Hansestadt Herford, sondern auch diese Anhänger begrüßen Autofahrer in Herford.
Nicht nur das Schild Hansestadt Herford, sondern auch diese Anhänger begrüßen Autofahrer in Herford. Foto: Stefan Wolff

Eine leicht bekleidete Blondine wirbt auf etwa zehn Fahrzeugen in Herford  für den »Club Casanova«. Seit Monaten stehen die Werbeträger beispielsweise an der Mindener  Straße, der Bismarckstraße und der Salzufler Straße. »Uns ist das Problem bekannt, aber es ist nicht so einfach, dagegen vorzugehen«, sagt Baudezernent Dr. Peter Böhm.

Gegen die Darstellung auf den Anhängern  könne die Stadt nicht einschreiten, wohl aber gegen das Aufstellen der Werbebanner. Denn eigentlich ist die Platzierung  von Werbebannern auf öffentlichen Verkehrsflächen verboten. Nur mit einer Sondergenehmigung der Stadt dürfen derartige Werbebanner aufgestellt werden.

»Wir haben Kontakt mit dem Nachtclub-Betreiber aufgenommen. Wenn es dann aber zu einer Anhörung kommen soll, verschwinden die Anhänger von ihren bisherigen Standorten. So ergibt sich für uns wieder eine neue rechtliche Situation. Ein neuer Standort bedeutet für uns dann auch ein neuer Sachverhalt«, sagt Elke Verfürth, Abteilungsleiterin Bauaufsicht bei der Stadt Herford. 

Im  Kreis Herford sollen ingesamt 36 Werbeanhänger stehen. Wie in Herford, so regt sich auch in Vlotho Protest. August-Wilhelm König, Ratsherr der Grünen Liste Vlotho, will nicht länger hinnehmen, dass Werbeanhänger vor dem »Club Casanova« an der Salzuflener Straße in Vlotho den Seitenstreifen blockieren. »Es ist schon lange so, dass die Fahrzeuge dieses Clubs auf der seitlichen schraffierten Sperrfläche stehen und die Sicht auf den Kreisverkehr versperren«, berichtet August-Wilhelm König. Radfahrer müssten vom Seitenstreifen auf die Fahrbahn ausweichen, um nicht mit den Anhängern zu kollidieren.

Mehrfach habe er sich beim Ordnungsamt der Stadt Vlotho beschwert. »Geändert hat sich aber nie etwas«, beklagt König. Der Inhaber des »Casanova-Clubs« sieht die Sache anders. »Wir haben  die Polizei hinzugeholt, die hat uns bestätigt, dass wir da stehen dürfen und keine Sichtbeeinträchtigung besteht«, so Stephan Lange. Kurz nach dieser Aussage sind  die Anhänger in Vlotho allerdings verschwunden.  

  Die Stadt Herford werde auf die Werbebanner auf ihrem Stadtgebiet weiterhin ein Auge haben, verspricht Elke Verfürth. Am liebsten wäre es der Stadtverwaltung, auf die Hansestadt Herford würde in Zukunft ausschließlich das Ortseingangsschild hinweisen.

Kommentare

nun

ja alte HaHaHansestadt, wenn man sich nach Jahrhunderten aus Geldverprasserfreuden wieder so nennt, muss man sich dran gewöhnen. Es sollte doch in die Bünder Straße ein Puff hin, und ein Sexshop gibt es da schon. Und irgendwann steht dort ein Puff und dann heißt die Bünder Straße nicht mehr so sondern Reeperbahn. Nun ja als Hansestadt muss man ja so sein.

Erregung öffentlichen Ärgernisses

Die bedauernwert hilflose Stadt Herford hat auf die Werbebanner auf ihrem Stadtgebiet weiterhin Stielaugen.
Nanu, der Anhänger auf dem Bild steht doch mit einem Rad im Verkehrsraum über der durchgezogenen Linie.
Außerdem lenken mich die Plakate in der Aufmerksamkeit vom öffentlichen Verkehr ab und regen den Kreislauf sehr stark an. Stadtverwaltung Herford, fragt mal in Bielefeld an wie man so etwas wegmacht (Geparkte Fahrzeuge mit Werbeaufschriften auf der Brücke vom Bethel-Eck zum Langenhagen).

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