Weitere 200 kommen in der zweiten Septemberhälfte 200 Flüchtlinge in Kaserne untergebracht

Herford (WB). Um 12.55 Uhr traf gestern der Bus aus Bielefeld mit zunächst 50 Flüchtlingen vor dem Tor der Harewood-Kaserne ein. Im Laufe des Tages haben 200 Asylbewerber drei Gebäude der ehemaligen Briten-Kaserne bezogen.

Von Ralf Meistes
Es war kurz vor 13 Uhr, als am Montag der erste Bus mit etwa 50 Asylbewerbern durch das Tor der ehemaligen Harewood-Kaserne fuhr. Insgesamt sind 200 Flüchtlinge in drei Gebäuden an der Mindener Straße untergebracht worden. Die Flüchtlinge bleiben hier in der Regel zwei bis drei Wochen und werden dann auf die Kommunen verteilt.
Es war kurz vor 13 Uhr, als am Montag der erste Bus mit etwa 50 Asylbewerbern durch das Tor der ehemaligen Harewood-Kaserne fuhr. Insgesamt sind 200 Flüchtlinge in drei Gebäuden an der Mindener Straße untergebracht worden. Die Flüchtlinge bleiben hier in der Regel zwei bis drei Wochen und werden dann auf die Kommunen verteilt. Foto: Peter Schelberg

In der zweiten Septemberhälfte sollen dann noch einmal 200 Flüchtlinge auf dem Areal an der Mindener Straße untergebracht werden. Die Stadt Herford wird hierüber auf einer Bürgerversammlung am Mittwoch, 26. August, informieren. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Christus Kirche (Glatzer Straße). Gestern verteilte die Feuerwehr in der Nachbarschaft um das Kasernen-Gelände Einladungen zur Informationsveranstaltung. Die ursprünglich für den 2. September vorgesehene Bürger-Information entfällt somit.

In der vergangenen Woche nun hatte die Bezirksregierung »kurzfristig um Amtshilfe gebeten«, so dass die Stadt Herford, der DRK-Kreisverband sowie einige Firmen übers Wochenende eine Notunterkunft eingerichtet haben. »Das lief alles reibungslos. Mein Dank gilt dem DRK-Kreisverband, meinen Mitarbeitern in der Verwaltung sowie allen beteiligten Firmen«, betonte Dr. Böhm. Die Stadt Herford und der DRK-Betreuungsdienst sind zunächst für die Notunterkunft zuständig.

Drei Gebäude haben die Flüchtlinge bezogen. »Wir haben uns bemüht, Familien in gemeinsamen Räumen un­terzubringen und allein reisenden Frauen einen eigenen Flur zur Verfügung zustellen«, sagte die DRK-Beauftragte Susanne Paul-Brandt. Maximal acht Feldbetten stehen in einem Raum. Auf der Toilette, in den Waschräumen und vor dem Eingang zum Essenssaal sind Piktogramme (kleine Bilder) angebracht, die den Gästen  mitteilen, dass hier Rauchverbot gilt oder das Wasser aus der Leitung nicht getrunken werden sollte.

»Das Wasser hat teilweise über Monate in den Leitungen gestanden, so dass zu vermuten ist, dass sich dort auch Keime gebildet haben. Deshalb haben wir die Duschköpfe und auch die meisten Wasserhähne mit Filtern ausgestattet«, so Böhm. Sollte aus der Notunterkunft in einigen Monaten eine Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge werden, dann  müsse eine neue Wasserleitung geschaffen werden.

In den vergangenen Tagen seien 30 000 bis 40 000 Euro in den Umbau zur Notunterkunft investiert worden. Das Essen in der kommenden vier Wochen werde vom Herforder Unternehmen Archimedes geliefert. »Darauf haben wir uns verständigt«, sagte Maximilian Nitschmann vom DRK-Betreuungsdienst. Dieser ist für den Betrieb der Notunterkunft zuständig. »Wir suchen derzeit noch Mitarbeiter. Wir haben mittlerweile 80 Bewerbungen erhalten und wollen ganz bewusst mit Mitarbeitern aus der Region auf dem Gelände arbeiten«, so Nitschmann.

Sein Personal aufgestockt hat auch André Niederée vom Sicherheitsdienst HNR. Sechs Mitarbeiter sollen dafür sorgen, dass niemand unbefugt auf das Gelände kommt. Die Flüchtlinge selbst dürfen sich in der Stadt frei bewegen. Allerdings wird am Kaserneneingang registriert, wer sich in und wer sich außerhalb der Notunterkunft befindet. Bereits am Sonntag konnten sich Ratsmitglieder und Mitglieder der Bürgerinitiative Anwohner der Harewood-Kaserne auf dem Areal umsehen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.