Herforder Verein von 1832 feiert mit den Bürgern – Mitgliederzuwachs dank renovierter Schießsportanlage Des Kaisers neue Schützen

Herford (WB).  Sich neu zu erfinden und dabei gute Traditionen zu erhalten, das versucht die Schützengesellschaft von 1832 zu Herford derzeit. Sichtbare Erfolge hat das Schützenfest am Wochenende gezeigt.

Von Thomas Meyer
Kaiser Jörg I. Zartmann freut sich: Er grüßt sein Schützenvolk aus der Kutsche – trocken im Regen. Er führt den Schützenumzug am Sonntagnachmittag durch die Herforder Innenstadt an.
Kaiser Jörg I. Zartmann freut sich: Er grüßt sein Schützenvolk aus der Kutsche – trocken im Regen. Er führt den Schützenumzug am Sonntagnachmittag durch die Herforder Innenstadt an. Foto: Thomas Meyer

»Zur Beförderung von Gemeinsinn, Eintracht und edler Geselligkeit, welches als ein wahres Volksfest ein Band sei zu gegenseitiger Unterstützung« heißt die mittlerweile 183 Jahre alte Losung des Gründers der Schützengesellschaft, Wilhelm Heinrich Winzer. Dass es immer noch zeitgemäß ist, stellte der neue Oberst Uwe Thies in seiner Ovation an den Bürgermeister am Sonntag klar. »Die Losung erinnert uns daran, dass es richtig ist, sich den Bürgern Herfords zu zeigen und einen großen Teil des Festes auf dem Alten Markt zu feiern«, sagte Thies.

Damit war denn auch weniger die Ovation selbst nebst Marsch und Verleihung des Winzerordens gemeint, sondern vor allem der Festsamstag. Hierbei ging es so gar nicht »schützenmäßig« zu, sondern betont locker. Von Rundfahrten mit dem Planwagen, fröhlicher Musik der Garde-Grenadiere Altenbeken bis zum abendlichen Live-Konzert mit den Bands »Warp5« und »Airplay« war für jeden Geschmack etwas dabei  –  und dank herrlichem Wetter spielte auch das Publikum mit. »Es war ein toller Abend mit vielen Zuschauern. Die Rufe nach einer Zugabe wollten gar nicht enden«, fasste Vereinssprecherin Sylvia Czentarra-Thies zusammen.

Am Sonntag war das Wetter  nicht mehr so herrlich, trotzdem marschierten die Schützen mit ihren Gastvereinen aus der Radewig, aus Eilshausen, Oetinghausen, Schweicheln-Bermbeck und Bad Salzuflen tapfer vom Münsterkirchplatz zum Alten Markt und  zum Schützenhof. Kaiser Jörg I. Zartmann kam  in den Genuss einer geschlossenen Kutsche, alle anderen ließen sich von der Musik des Blasorchesters Sonneborn und des Spielmannszuges Enger die Laune aufhellen.

Zurück zur Wilhelm Heinrich Winzer: Den nach ihm benannten Orden verlieh der Oberst an Lothar Sinzenich für besondere Verdienste um den Verein. An  Bürgermeister Tim Kähler gerichtet, bedankte sich Thies für die Renovierung des Schießstandes. Zusammen mit neuen Ideen habe das für mehr als 20 Neumitglieder gesorgt. »Die Offenheit unserer neuen Schützen gibt mir die Hoffnung, auf dem richtigen Weg zu sein. Dort werden  Unterstützung, Gemeinsinn und Geselligkeit gelebt«, sagte Thies. Tradition müsse mit Innovation, Sport und Geselligkeit in Einklang gebracht werden.  Ganz traditionell allerdings geht das Schützenfest heute weiter: Mit Königsschießen und Proklamation gegen 17 Uhr.

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