Streitkräfte übergeben in dieser Woche Gebäude an die Bima – CDU fragt nach Kaserne 80 freie Briten-Wohnungen für 300 Flüchtlinge

Herford (WB). In Zelten, leer stehenden Gasthöfen oder Schulen wird die Stadt Herford die ihr zugewiesenen Flüchtlinge nicht unterbringen müssen. »Durch den Abzug der Briten verfügen wir vorerst über genügend Wohnraum zur Unterbringung der Asylbewerber«, betont WWS-Geschäftsführer Magnus Kasner.

Von Ralf Meistes
Seit Monaten stehen die Wohnungen am Alten Postweg leer. In dieser Woche übergeben die britischen Streitkräfte 90 Wohnungen im Stadtgebiet an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Die Stadt will die Gebäude mieten und hier Flüchtlinge unterbringen.
Seit Monaten stehen die Wohnungen am Alten Postweg leer. In dieser Woche übergeben die britischen Streitkräfte 90 Wohnungen im Stadtgebiet an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Die Stadt will die Gebäude mieten und hier Flüchtlinge unterbringen. Foto: Moritz Winde

90 Wohnungen werden in dieser Woche von den britischen Streitkräften an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) übergeben. 80 davon sollen in den kommenden Monaten zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden. Die Wohnungen befinden sich in den Straßen Alter Postweg, Adlerstraße, Habichtweg, An der None, Birkenstraße und Eichenweg.

»Wir gehen derzeit davon aus, dass wir bis zu vier Flüchtlinge pro Wohnung unterbringen, so dass wir damit Wohnraum für etwa 300 Flüchtlinge zur Verfügung haben«, betont Kasner.

Bima mietet 80 Wohnungen an

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft WWS übernimmt seit einigen Monaten die Organisation zur Unterbringung der Flüchtlinge für die Stadt. Angemietet werden die 80 Wohnungen von der Bima durch die Stadt. Eine Miete muss nicht gezahlt werden, allerdings kommt die Stadt Herford für die Betriebskosten auf.

Der Zuzug von Flüchtlingen in Herford geht ungebrochen weiter. Laut Lothar Sobek vom Ausländerbüro der Stadt gab es im Juli mit 65 Asylbewerbern einen Rekordzuzug. Im Juni sind 35 Asylbewerber nach Herford gekommen.

Insgesamt gibt es in der Stadt Herford 430 ehemalige Briten-Wohnungen, die außerhalb der drei Kasernenstandorte liegen. 300 davon sind im Besitz der Bima, die übrigen gehören einem niederländischen Fonds. Bis zum Jahresende wollen die Briten alle 430 Wohnungen zurückgeben. Da alle Wohnungen mit einem Herd ausgestattet sind, können die Asylbewerber dort auch kochen.

Mit Stand vom 4. August muss die Stadt Herford laut Verteilungsquote noch 46 weitere Flüchtlinge unterbringen. »Aber diese Quote ändert sich ja im Wochenrhytmus«, weiß Lothar Sobek.

CDU schickt Bürgermeister Fragenkatalog

Die CDU-Fraktion hat einen Fragenkatalog zum Thema Flüchtlinge gestern an Bürgermeister Tim Kähler übersandt. Dieser hat zugesagt,   die Fragen in den kommenden Tagen schriftlich zu beantworten. Unter anderem wird auch nach dem aktuellen Stand zur Nutzung der Harewood-Kaserne gefragt.

Nach Informationen dieser Zeitung sollen ab Mitte September bis zu 400 Flüchtlinge dort untergebracht werden. Unklar scheint indes noch zu sein, ob die Unterbringung der Flüchtlinge auch auf die Quote angerechnet wird. Es soll entsprechende Andeutungen von der Bezirksregierung Detmold gegeben haben. Betrieben werden soll die Notunterkunft vom DRK-Betreuungsdienst aus Münster.

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