Das alte Hotel Ehrler soll abgerissen werden – Pflegeheim, Praxis, Wohnungen und Häuser sind geplant Eine neue Siedlung für Elverdissen

Herford (WB). Gute Nachrichten für Elverdissen: Das ehemalige Hotel Ehrler könnte schon bald abgerissen werden. Bonitas will hier ein Wohnheim für 18 pflegebedürftige Menschen bauen. Außerdem soll eine kleine Wohnsiedlung entstehen.

Von Moritz Winde
Im Herzen von Elverdissen, direkt an der Hauptkreuzung des Dorfes liegt das alte Hotel Ehrler. Der Blick aus der Vogelperspektive verdeutlicht, wie groß das Areal ist.
Im Herzen von Elverdissen, direkt an der Hauptkreuzung des Dorfes liegt das alte Hotel Ehrler. Der Blick aus der Vogelperspektive verdeutlicht, wie groß das Areal ist. Foto: Moritz Winde

Seit Jahren gammelt das leer stehende Hotel vor sich hin. Der einstige Treffpunkt im Herzen des Dorfes ist zum Schandfleck verkommen. Immer mal wieder gab es Pläne, das zwei Hektar große Areal zu entwickeln, immer wieder scheiterten sie. Jetzt allerdings scheint  Bewegung in diese »unendliche Geschichte« zu kommen. Bonitas-Chef Lars Uhlen sagt: »Wir sind wild entschlossen, in Elverdissen etwas zu bewegen. Wir sind guter Dinge, dass noch in diesem Herbst der Abriss beginnt. Im Frühjahr 2017 soll, wenn uns keiner Steine in den Weg legt, alles fertig sein.«

Mit »Wir« meint Uhlen zudem Udo R. Helling. Helling ist Geschäftsführer des Herforder Unternehmens Werretal und hat das Grundstück vor einiger Zeit gekauft. Um seine Vorstellungen zu realisieren, will er auch noch das angrenzende Land eines Bauern erwerben. »Wir verhandeln noch über den Preis.«

Menschen sollen Lebensabend im Quartier verbringen

Dort, wo heute noch das Hotel verfällt, soll in anderthalb Jahren »Unser kleines Heim« stehen –  eine Einrichtung, die Bonitas als Alternative zum klassischen Pflegeheim beschreibt. Im »kleinen Heim« sollen 18 Frauen und Männer mit zunehmend eingeschränkter Alltagskompetenz oder psychischen Erkrankungen rund um die Uhr versorgt werden. Der Pflegedienst will 20 neue Jobs schaffen. »Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn die Menschen im Alter entwurzelt werden. Das ist entwürdigend. Stattdessen will ich, dass sie ihren Lebensabend in ihrem Quartier verbringen«, sagt Uhlen, der dieses Konzept derzeit in vielen Städten in ganz Deutschland umsetzt – unter anderem in Hiddenhausen und Herringhausen.

Als Krankenpfleger hat sich Lars Uhlen vor 20 Jahren selbstständig gemacht und den Pflegedienst Bonitas gegründet. Mittlerweile beschäftigt er mehr als 3000 Mitarbeiter.

Im gleichen Haus soll ein Allgemeinmediziner eine Praxis eröffnen. Angedacht ist außerdem ein Saal, in dem sich Vereine treffen können sowie zehn barrierefreie Wohnungen. Auf dem hinteren Teil des riesigen Grundstücks könnten zwei Häuser mit je acht Eigentumswohnungen, zwölf Doppelhäuser sowie 18 Einfamilienhäuser gebaut werden.  »Die genau Zahl hängt von der Größe der Grundstücke ab, die wir verkaufen«, sagt Udo R. Helling.

Denn Werretal baut nicht selbst. Diese neue, kleine Siedlung soll über einen eigenen Weg von der Elverdisser Straße aus zu erreichen sein. Dafür müsste der Landesbetrieb Straßen NRW grünes Licht geben.

Politik muss Plänen zustimmen

Und natürlich muss dem Millionen-Projekt auch die Kommunalpolitik zustimmen. Die Verwaltung, betont Lars Uhlen, befürworte die Pläne. Mitte September wird sich der Bauausschuss mit dem Thema befassen. Der Bebauungsplan müsste geändert werden. Udo R. Helling stellt klar: »Sobald das nicht passiert ist, bleibt das Hotel erst einmal stehen.«

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