Anwohner des Windfelds in Enger kritisieren Ausweisung als Allgemeiner Siedlungsbereich
„Der Plan weckt Begehrlichkeiten“

Enger -

Die Anwohner des Windfelds haben Angst um das Naherholungsgebiet vor ihrer Haustür. Nach dem Motto „Wehret den Anfängen“ wenden sie sich gegen die Ausweisung der Fläche zwischen Meller, Sattelmeier- und Breite Straße als Allgemeiner Siedlungsbereich (ASB) im Regionalplan.

Freitag, 05.03.2021, 05:05 Uhr aktualisiert: 05.03.2021, 08:20 Uhr
Stefanie Oestreich, Sandra Hötger, Rosemarie Leimbrock, Anke Brehr, Ada Homburg, Jonna und Thomas Leimbrock (von links) wollen keine Bebauung im Windfeld. Foto: Ruth Matthes

Bislang ist der Bereich Landschaftsschutzgebiet. Bürger und Politiker können bis 31. März Bedenken und Anregungen zum Plan äußern.

Ein Dutzend Bewohner der Siedlung Nordhof-, Sattelmeierstraße, Im Oescher haben sich zusammengetan, um auf ihre Bedenken aufmerksam zu machen. Viele haben bereits Stellung zum Regionalplan genommen. So auch Anke Brehr: „Die Stadt Enger hat bereits viel mehr Wohnraum ausgewiesen als andere Städte“, sagt sie. Das könne so nicht weitergehen. „Auch wenn vielleicht nicht der gesamte Bereich bebaut werden kann, wie Fachbereichsleiterin Inge Nienhüser sagt, so wird hier aber der erste Schritt getan, um Begehrlichkeiten zu wecken.“

„Wenn erst einmal die rechtliche Möglichkeit besteht, Gewerbe oder Wohnen anzusiedeln, dann wird sich auch ein Investor finden, der sich hier engagieren will“, denkt auch Thomas Leimbrock. An der Brackfeldstraße habe man ja gesehen, dass es durchaus Interessenten gibt. „Der historische Nordhof stünde dann mitten in der Wohnbebauung“, fürchtet Sandra Hötger.

„Wo wollen wir noch hin expandieren?“, fragt Michael Hötger, der die Versiegelung der Landschaft und den Flächenverbrauch nicht gutheißen kann. Vögel aus dem Enger Bruch suchten hier nach Nahrung, die Biotope fingen bei Starkregen das Oberflächenwasser auf. In der Nähe des Nordhofes lebten Fledermäuse.

Die Anwohner halten es daher für sinnvoller, Projekte wie „Jung kauft alt“ anzukurbeln und Baulücken im Zentrum zu schließen, als die Bevölkerungsströme in die Außenbereiche zu lenken. Zudem verstehen sie nicht, dass Enger ein Kontingent von 86 Hektar für Wohnbebauung und nicht-störendes Gewerbe erhält und Spenge nur neun.

„Soviel Zuzüge können die Schulen auch gar nicht fassen“, gibt Brehr zu bedenken. Und auch die Straßen: „Bereits jetzt herrscht hier morgens und mittags wegen der nahen Schulen das Chaos“, ergänzt Britta Pohl. „Wenn noch weitere Anwohner hinzukommen, geht gar nichts mehr.“

Auf Anfrage nahmen Inge Nienhüser und Thomas Meyer zu den Kritikpunkten Stellung: „Bei den 86 Hektar ASB-Kontingent muss man bedenken, dass wir zunächst die 67 Hektar Reservefläche aufbrauchen müssen, die bereits im Flächennutzungsplan als Wohnbaufläche ausgewiesen aber noch nicht bebaut sind. Zieht man die von den 86 Hektar ab, haben wir noch 19 weitere Hektar, die wir nutzten könnten“, rechnet Nienhüser vor.

Was die Umwandlung vom Landschaftsschutzgebiet angeht, so ermögliche der Regionalplan künftig landschaftsverträgliches Wohnen. „Wie genau das aussieht, ist zu klären, wenn ein Investor sich interessiert. Das Begehrlichkeiten geweckt werden, trifft zu“, räumt sie ein. Aktuell ende die Wohnbebauung im Flächennutzungsplan an der Sattelmeierstraße.

Den Umweltschutz habe die Stadt bei ihren Entscheidungen stets im Blick, so Nienhüser. Nicht umsonst vereine ihr Fachbereich Stadtplanung, Infrastruktur und Umwelt. Auch zum Regionalplan gebe es einen Umweltbericht.

Zum Thema Flächensparen sagt Thomas Meyer, er fahre eine Doppelstrategie. Einerseits wolle die Stadt Baulücken schließen, andererseits zentrumsnahe Siedlungserweiterungen vornehmen. Ziel sei es, durch Ansiedlung der demografischen Entwicklung entgegenzuwirken, damit die relativ gute Infrastruktur der Stadt weiter erhalten werden könne.

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