Zwei Schülerinnen des WGE gewinnen mehrere Preise beim Jugend-forscht-Regionalwettbewerb
Ihr Ziel sind Sandkästen ohne Mikroplastik

Enger (WB) -

So intensiv dürften sich Jule Hannah Tappe und Isa Antholz seit langer Zeit nicht mehr mit Sandkästen beschäftigt haben. Die beiden Schülerinnen des Widukind-Gymnasiums Enger haben ein Trennverfahren entwickelt, mit dem Spielsand von Mikroplastik gereinigt werden kann.

Dienstag, 02.03.2021, 05:20 Uhr
Jule Hannah Tappe (links) und Isa Antholz haben ein Trennverfahren entwickelt, mit dem Mikroplastik aus Spielsand entfernt werden kann. Foto: Daniela Dembert

Damit haben die 16-Jährigen beim Regionalwettbewerb Jugend forscht (Jufo) jüngst nicht nur den ersten Platz in ihrer Startkategorie „Arbeitswelt“ belegt, sondern auch die Sonderpreise „Umwelt“ und „Qualitätssicherung durch zerstörungsfreie Prüfung“ abgeräumt. Jetzt tritt das Duo im Jufo-Landeswettbewerb an, der vom 22. bis 24. März als Online-Veranstaltung durchgeführt wird.

Verwitternde Sandkastenabdeckung, zerbrochene Spielutensilien und Müll: Mikroplastik in Sandkästen ist keine Seltenheit. Bereits im vergangenen Jahr hatten Jule und ihre Mitschülerin Friederike Wacker nach einer Möglichkeit gesucht, die feinen Plastikteilchen vom Sand zu trennen. Ein einfaches, anwenderfreundliches Verfahren haben die Schülerinnen angestrebt.

Drei Varianten haben sie ersonnen, zwei davon bald wieder verworfen. „Ein Verfahren beruhte auf statischer Aufladung der Plastikteilchen. In einem anderen haben wir versucht, das Plastik mit Kalilauge auszuschwemmen. Da wir diese als Schüler in viel zu geringer Konzentration bekommen, war diese Methode nicht effektiv“, erzählt Jule.

Die dritte Variante war die vielversprechendste: das Ausschwemmen des Plastiks mit einer gesättigten Kochsalzlösung. Weil die Dichte der Lösung höher als die des Mikroplastiks ist, können die Teilchen abgetragen werden. „Allerdings haben Kunststoffe unterschiedliche Dichten, so dass nicht alle, aber die meisten erwischt werden können“, räumt Jule ein. Mit einer Raspel haben die Schülerinnen kleinste Plastikspäne erzeugt, abgezählt und TÜV-geprüften, frischen Spielsand damit versetzt. Die Entwicklung des Verfahrens sei ein Prozess gewesen, „in dem wir immer Kleinigkeiten geändert haben, bis das Ergebnis optimal war“, berichtet Jule.

Herausforderung seien die Einschränkungen durch Corona gewesen. „Wir waren auf haushaltsübliche Materialien beschränkt. Mal eben in die Uni fahren, um etwas im Labor zu untersuchen war natürlich auch nicht möglich“, resümiert Isa.

Je 300 Plastikteilchen wurden mit Lupe und Pinzette verlesen und den Sandproben beigemischt. Nach Durchführung des Trennverfahrens wurden die in der Salzlösung befindlichen Teilchen abermals gezählt und deren Anzahl genau dokumentiert.

Im Regionalentscheid sorgte bei der Jury besonders die Alltagstauglichkeit und Nachhaltigkeit des Verfahrens für Begeisterung. In der vergangenen Woche waren Jule und Isa fleißig damit beschäftigt, den Bericht über ihre Forschungsergebnisse für den Landesentscheid auf den neuesten Stand zu bringen. Außerdem werden die Engeranerinnen mit ihrem Projekt auch am Bundesumweltwettbewerb teilnehmen.

Jule kündigt an: „Wir sind noch nicht fertig. Im nächsten Schritt geht‘s an die praktische Umsetzung in Engers Sandkästen.“

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