Michael Schröder aus Enger investiert in technische Ausstattung – Schüler lernen Theorie online
Fahrschulunterricht auf Distanz

Enger (WB/dd) -

Stillstand während des Lockdowns? Damit wollte sich Fahrschulinhaber Michael Schröder nicht arrangieren. Um jungen Menschen die Möglichkeit zu bieten, sich in Coronazeiten voll auf den Führerscheinerwerb zu konzentrieren, hat er in digitalen Unterricht investiert.

Montag, 08.02.2021, 05:00 Uhr
Michael Schröder glaubt an die Möglichkeiten des Fernunterrichts. Um seine Fahrschulen fit für die Zukunft zu machen, hat er in Equipment für Onlineunterricht investiert. Foto: Daniela Dembert

Eine hochwertige Kamera, Studioleuchten, zwei Bildschirme, Mikrofon, höhenverstellbarer Arbeitstisch und vor allem schnelles Internet – insgesamt 5000 Euro haben die technischen Voraussetzungen gekostet.

Viermal wöchentlich bietet Schröder aus dem Engeraner „Studio“ in der Burgstraße digitalen Theorieunterricht für seine Niederlassungen in Enger, Bünde und Rödinghausen an.

Der Zuspruch sei sehr gut. „Die Schüler freuen sich, weil es voran geht. Eltern auch, denn sie müssen ihre Kinder nicht chauffieren und setzen sie keiner Ansteckungsgefahr aus“, berichtet Fahrlehrer Markus Heitmann.

Wichtig für das Gelingen des Fernunterrichts sind seiner Einschätzung nach vor allem zwei Dinge: eine schnelle Internetanbindung – „wenn es immer hakt, macht es den Kids keinen Spaß“ – und Interaktion. „Die Schüler müssen in den Unterricht einbezogen werden, damit Dynamik ins Geschehen kommt und alle aufmerksam bleiben.“ Deshalb gebe es während des Unterrichts auch Gruppenarbeit.

Bis zu 25 Teilnehmer sind pro Kurs zugelassen. Mitmachen kann jeder, der ein Smartphone hat. In Einzelfällen hilft die Fahrschule mit einem Leihtablet aus. Für das Straßenverkehrsamt wird die Teilnahme genauestens nachgehalten.

„Anfangs war es zäh, Schüler vom Distanzunterricht zu überzeugen, weil sie in der Schule keine guten Erfahrungen damit gemacht haben. Aber jetzt sind alle begeistert“, erzählt Heitmann.

Das sei allerdings ein Prozess gewesen, räumt sein Chef ein. „Die technischen Voraussetzungen mussten geschaffen und all unsere Fahrlehrer an den Geräten und in der Methodik geschult werden.“

Mehrmals wöchentlich können Schüler an Theoriestunden teilnehmen und diese somit innerhalb kürzester Zeit absolvieren. Das digitale Lernen ist auch für ältere Teilnehmer, die den Lkw-Führerschein machen, eine gute Möglichkeit, sich auf die theoretische Prüfung vorzubereiten, denn diese findet ebenfalls am Rechner statt. „Digitaler Unterricht“, da ist sich Michael Schröder sicher, „ist die Zukunft. Deshalb werden wir, sobald wieder Präsenzunterricht möglich ist, auch an einem Konzept für Hybridunterricht arbeiten.“ Wer nicht in die Fahrschule kommen könne, habe dann die Möglichkeit, von zu Hause aus teilzunehmen.

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