Dr. Klaus Bockermann stellt erste Ideen zur Umgestaltung der Engeraner Innenstadt vor
Wird der Barmeierplatz autofrei?

Enger (WB) -

Wird Engers zentralster Platz mehr den Radfahrern und Fußgängern überlassen oder dürfen künftig noch Autos über den Barmeierplatz fahren?

Samstag, 06.02.2021, 05:10 Uhr
Nach Ansicht der Stadtplaner sollen die Parkplätze auf dem Barmeierplatz verschwinden. Foto: Bode

Wie Engers „Herzstück“ mehr Aufenthaltsqualität erlangen kann, das ist nur eine von vielen Fragen, mit denen sich die Politik in den nächsten Monaten im Rahmen des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) beschäftigen muss.

Dr. Klaus Bockermann vom Ingenieurbüro Bockermann Fritze stellte den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtplanung und Infrastruktur am Donnerstagabend erste Ideen vor, wie der Verkehrsfluss im Ortskern optimiert werden kann.

Verkehrsmessungen nach würden 1100 Fahrzeuge pro Tag über den Barmeierplatz fahren, erklärte Bockermann. „Das ist ein akzeptabler Wert, ungünstig ist aber, dass der Verkehr in beide Richtungen läuft und oberirdisch Autos abgestellt werden“, ergänzte er. Das Planungsbüro hat deshalb vier Varianten erarbeitet, um die Verkehrsmenge auf dem Platz zu regulieren:

Zufahrt zur Tiefgarage von Norden (Brandstraße)

Vorteil:Im südlichen Bereich würde der Barmeierplatz an Aufenthaltsqualität gewinnen.

Nachteil: Die Steinstraße wäre nicht vom Barmeierplatz aus befahrbar.

Zufahrt nur von Süden (Burgstraße) bis zur Tiefgarage

Vorteil: Der gesamte Bereich vor dem Feinkostgeschäft wäre autofrei.

Nachteil: Vor der Apotheke würde sich der Verkehr auf kleinem Raum verdichten. Autofahrer müssten weite Wege in Kauf nehmen, um zur Tiefgarage zu kommen.

Einbahnverkehr von Süden nach Norden (Burgstraße nach Brandstraße)

Vorteil: Das Verkehrsgeschehen wird übersichtlicher und es gibt ein geringeres Verkehrsaufkommen.

Nachteil: Autofahrer müssen weite Wege in Kauf nehmen, um zur Parkpalette zu kommen.

Einbahnführung von Nord nach Süd (Brandstraße nach Burgstraße)

Vorteil: Der „Drehsinn“ stimmt und die Parkpalette kann einfach erreicht werden.

Nachteil: Der Barmeierplatz wird weiterhin durchgehend befahren.

Auch über die Parksituation hat sich das Planungsbüro Gedanken gemacht. Anders als es oftmals wahrgenommen werde, seien die Parkplätze zu keiner Zeit vollständig ausgelastet, erklärte Bockermann. „Man bekommt nur nicht immer genau dort einen Parkplatz, wo man ihn vielleicht gerade gerne hätte“, sagte er. Während die Burgstraße mit einer Auslastung von 79 Prozent im Tagesverlauf am stärksten frequentiert werde, seien in der Tiefgarage (53 Prozent) und auf dem Heckewerthplatz (42 Prozent) meistens noch Kapazitäten frei. „Natürlich gibt es Stoßzeiten und eine höhere Frequentierung an Markttagen“, sagte Bockermann. Bei einer Umgestaltung des Barmeierplatzes hoffe er, dass die Politik den Mut aufbringe, die oberirdischen Parkplätze hinter dem Versicherungsbüro zu streichen oder zumindest anders anzuordnen, um den zentralen Platz mehr den Fußgängern zu überlassen.

Seine Empfehlung: Auf dem Barmeierplatz könnte eine Einbahnstraßenregelung von Norden nach Süden (vierte Variante) erfolgen, die Parkplätze werden hier gestrichen, dafür könnte der Wochenmarkt vom Heckewerthplatz auf den zentraleren Barmeierplatz umziehen, eine moderate Reduzierung der Parkplätze an der Steinstraße, an der Burgstraße soll die Anzahl der Parkplätze beibehalten werden. Die hohen Bordsteine, steilen Rampen und das unebene Pflaster sollten darüber hinaus verschwinden und die Straßen barrierefrei gestaltet werden. Außerdem solle es ein besseres Angebot für Radfahrer geben.

Kritisch äußerte sich Harald Wurm (Grüne) zu diesen Vorschlägen. „Wir müssen den Barmeierplatz den Fußgängern ganz zurückgeben“, sagte er. Die Zeit sei reif, die Stadtentwicklung nicht von Auto-Seite zu sehen. Wenn weiterhin Autos auf dem Barmeierplatz fahren, könne er nicht von einer Seite zur anderen genutzt werden. Wurm schlug vor, die Tiefgarage nur für Dauerparker zugänglich zu machen. „So würde die Frequenz zur Tiefgarageneinfahrt weniger und die Dauerparker würden von den Parkplätzen an der Burgstraße verschwinden“, sagte er.

Bockermann betonte, dass es sich bei diesen Planungen um erste Ideen und noch keine fertigen Pläne handele, die am Ende „ein Mosaikstein“ des Ganzen seien. Bürgermeister Thomas Meyer ergänzte, dass die barrierefreie Gestaltung der Innenstadt Priorität habe. Eine der wichtigsten Fragen, die jetzt geklärt werden müssten sei, in welcher Frequenz man Verkehr in der Innenstadt haben wolle. Bei den Planungen sei der Barmeierplatz elementar.

Auch Jörg Pultermann (SPD) griff den ursprüngliche Wunsch auf, den Barmeierplatz autofrei zu bekommen. „Kann man ihn mit Verkehr überhaupt ordentlich gestalten?“, fragte er. Das Problem sei, erklärte Bockermann, dass die Tiefgarage vom Barmeierplatz aus erschlossen werden müsse. Eine einspurige Fahrgasse sei aber verträglicher, als ein Zwei-Richtungsverkehr auf dem kurzen Stück vor der Apotheke.

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