Neues Wohngebiet am Nordhof in Enger findet in der Politik keine Zustimmung
„Pläne sind eine Nummer zu groß"

Enger (WB) -

Ein Quartier mit bis zu 51 Wohneinheiten will ein Investor an der Brackfeldstraße – angrenzend an den Nordhof – errichten. Bei den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtplanung und Infrastruktur haben diese Pläne aber keinen Zuspruch gefunden.

Samstag, 06.02.2021, 05:20 Uhr
Auf der Wiese hinter dem Nordhof plant ein Investor ein Baugebiet mit bis zu 51 Wohneinheiten Foto: Ruth Matthes

Wie Fachbereichsleiterin Inge Nienhüser erklärte, sollen sechs Mehrfamilienhäuser, Ein- und Doppelhäuser entstehen – ihrer Ansicht nach mit „urbanem Siedlungscharakter“. Geplant sei außerdem eine große Tiefgarage, Besucher sollen Parkmöglichkeiten an der Brackfeldstraße bekommen. „Eigentlich ist es das, was wir wollen: eine Durchmischung von Wohnformen“, sagte sie. Allerdings passten sich die Pläne, die Häuser mit bis zu zwei Geschossen plus Staffelgeschoss vorsehen, nicht an das Umfeld an. Bürgermeister Thomas Meyer ergänzte, dass die Fläche als Bauland zugelassen sei. Das habe man vor einiger Zeit bewusst mit dem Hintergrund der Nachverdichtung beschlossen. Dennoch müsse man abwägen, ob diese Pläne in dieser Form umgesetzt werden sollten.

Die Politiker, denen der Sachverhalt zur Beratung vorlag, befürchteten, dass das geplante Gebiet für Enger „eine Nummer zu groß“ sein könnte. „Kann unsere Kommune so viel Zuzug verkraften?“, fragte Ronald Aßbrock (CDU). Harald Wurm (Grüne) nannte als positiven Aspekt die Nähe zur benachbarten Schule, sah aber auch die zu erwartende hohe Verkehrsbelastung. „Wir sollten weg von Einzelfallentscheidungen und uns die Zeit nehmen, allgemeine Richtlinien für Baugebiete zu erarbeiten, wie es für den Sieler Weg passiert. So werden alle Investoren gleich behandelt“, sagte er. Die Politik solle sich zunächst klar darüber werden, wohin und wie sich Enger entwickeln soll.

In seiner Beschreibung wirbt der Investor mit einem autofreien Gebiet, das durch die große Tiefgarage entsteht. „Damit ist doch Ärger vorprogrammiert“, konstatierte René Siekmann (CDU). Das Baugebiet werde autofrei gehalten, aber die Nachbarschaft zugeparkt. „Das entlastet nicht den Verkehr an dieser Stelle“, stimmte Norbert Busch (FDP) zu.

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