Lohnsteuerhilfeverein Enger informiert über Homeoffice-Pauschale und Werbungskostenpauschale
Was in Corona-Zeiten zu beachten ist

Enger (WB) -

Der Februar hat begonnen. Zeit, sich so langsam um die Steuererklärung zu kümmern. Doch Corona sorgt auch hier für einige Neuerungen. Was ist zum Beispiel mit der Kurzarbeit? Und welche Kosten kann ich in puncto Homeoffice geltend machen? Birgit Fender vom Lohnsteuerhilfeverein Enger gibt einige Tipps.

Donnerstag, 04.02.2021, 05:15 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 14:22 Uhr
Birgit Fender kennt sich in Steuerfragen aus. Seit 26 Jahren betreut sie Privatleute, für die sie die Steuererklärung erledigt. Foto: Ruth Matthes

„Mit der neuen, im Dezember beschlossenen Homeoffice-Pauschale können Arbeitnehmer, die in den heimischen vier Wänden am Esstisch oder in der Arbeitsecke arbeiten, bis zu 600 Euro im Jahr absetzen“, erklärt die Steuerexpertin, die in Enger 850 Mitglieder betreut. „Pro Arbeitstag im Homeoffice darf ein Arbeitnehmer eine Pauschale von fünf Euro von der Steuer absetzen, allerdings höchstens 600 Euro im Jahr. Das entspricht 120 Tagen Homeoffice.“ Auch wer 130 oder 150 Tage von zu Hause arbeite, dürfe nicht mehr als 600 Euro absetzen.

Doch nur, wer mit seinen Werbungskosten über 1000 Euro kommt, profitiert von dieser Pauschale. Die Homeoffice-Pauschale wird nämlich in den Arbeitnehmer-Pauschbetrag (auch bekannt als Werbungskostenpauschale) eingerechnet, und der liegt bei 1000 Euro. Anders gesagt: Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag schluckt die Homeoffice-Pauschale. „Hatte ein Arbeitnehmer Werbungskosten von beispielsweise 500 Euro und war mindestens 120 Tage im Homeoffice aktiv, darf er bei seiner Steuererklärung 1100 Euro als Werbungskosten angeben“, rechnet Fender vor.

„Kommt er mit seinen tatsächlichen Werbungskosten und der Homeoffice-Pauschale auf einen Betrag von mehr als 1000 Euro, darf er diesen in der Steuererklärung eintragen. Und wenn er schon alleine mit seinen Werbungskosten 1000 Euro überschreitet, darf er die Homeoffice-Pauschale von 600 Euro zusätzlich geltend machen.“

Bei einer ganzen Reihe von Arbeitnehmern dürfte die fehlende Pendlerpauschale allerdings dafür sorgen, dass sie auch mit den 600 Euro nicht über den Pauschbetrag kommen. „Je länger der Arbeitsweg ist, umso mehr steigen die Chancen, dass man – trotz Homeoffice – über die 1000 Euro kommt“, sagt Fender. „Deshalb sollte jeder, der an seiner Steuererklärung sitzt, seine Pendlerpauschale genau nachrechnen und mit der Homeoffice-Pauschale von fünf Euro pro Tag summieren.“

Und wie sieht es mit dem Arbeitszimmer aus? „Wer über ein echtes, separates Arbeitszimmer verfügt, und bestimmte Auflagen erfüllt, kann bis zu 1250 Euro im Jahr an Arbeitszimmer-Kosten absetzen, wenn beim Arbeitgeber kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.“ Absetzen könne man Anschaffungen wie Möbel oder Drucker als auch Nebenkosten, anteilig nach der Quadratmetergröße.

Was die Kurzarbeit angeht, sei vor allem ein Punkt wichtig: „Das Kurzarbeitergeld ist zwar steuerfrei, da es durch die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung getragen wird. Aber da es sich dabei um eine sogenannte Lohnersatzleistung handelt, die dem steuerlichen Progressionsvorbehalt unterliegt, erhöht sich der persönliche Steuersatz, mit dem das restliche Einkommen versteuert wird“, führt Fender aus. „Wer außerdem Kurzarbeitergeld von mehr als 410 Euro im Jahr erhalten hat, für den besteht die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung.“

Wer sich nicht alleine durch die neuen und alten Steuerregeln kämpfen möchte, kann sich unter 05224/979745 bei Birgit Fender melden, Mitglied im Lohnsteuerhilfeverein Enger werden und das Erstellen der Steuererklärung ihr überlassen. Dafür ist ein Jahresbeitrag ab 39 Euro, abhängig von der Höhe des Verdienstes, zu bezahlen. Selbstständige sind ausgeschlossen.

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