Verein erfasst Engeraner Kirchenbücher – im Ortsfamilienbuch lassen sich Familienstrukturen nachvollziehen
Familienforschung digital

Enger (WB) -

In unzähligen Büchern sammeln Kirchen Daten über Geburten, Hochzeiten und Beerdigungen der Gemeinde. Damit sie für die Allgemeinheit verfügbar sind, haben Reinhard Heinsmann und elf weitere Familienforscher die Engeraner Sterbebücher von 1805 bis 1908 erfasst und ein Ortsfamilienbuch entwickelt.

Mittwoch, 03.02.2021, 05:15 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 05:20 Uhr
Seite für Seite haben Reinhard Heinsmann und elf weitere Familienforscher die Einträge aus den Sterbebüchern erfasst. Foto: Christina Bode

„Die Engeraner Kirchenbücher liegen mir schon lange am Herzen“, sagt Heinsmann, der hier geboren ist und lebt und Mitglied der Arbeitsgruppe Familienforschung ist. Die alten Kirchenbücher liegen im Landeskirchlichen Archiv der evangelischen Kirche von Westfalen in Bielefeld und sind zu bestimmten Zeiten einsehbar. „Wer Familienforschung im Kleinen betreiben möchte, für den ist der Aufwand oft zu hoch, die Bände im Archiv zu wälzen und die altdeutsche Schrift zu entziffern“, sagt Heinsmann. Der Zugang über das Kirchenbuchportal Archion (www.archion.de) erleichtere den Zugriff auf die Kopien, aber auch dort müsse man die alten Handschriften lesen können.

So kam der Gedanke für das aktuelle Projekt: „Wir wollten die Kirchenbücher abschreiben, damit sie jeder lesen und einfach finden kann.“ Zwei Jahre haben zwölf Ahnenforscher 38.493 Personen erfasst, die in den Büchern gelistet sind. Aus den Einträgen in den Sterbebüchern gehen neben Todestag und -ursache auch Verwandtschaftsverhältnisse, Beruf, Taufdatum und oft das Hochzeitsdatum hervor. „So konnten wir schnell Familienverbünde herstellen“, sagt Heinsmann.

Mit Hilfe des Vereins für Computergenealogie (ComGen) konnten nun also nicht nur die Daten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, sondern auch das Ortsfamilienbuch für Enger erstellt werden.

Zwar sei die Erfassung nicht immer einfach gewesen – wenn zum Beispiel nur eingetragen war, dass „des Pastors Sohn“ getauft wurde – nach und nach seien aber im Laufe der Jahre aus Kleinfamilien große Familienverbünde geworden, die miteinander zusammenhängen. Natürlich nicht nur innerhalb Engers, sondern auch über die Ortsgrenzen hinaus, wenn ein Ehepartner aus einem anderen Kirchspiel kam. „Und auch, weil es im 19. Jahrhundert oft Mehrfachheiraten gegeben hat“, erklärt Heinsmann. Viele Frauen seien im Wochenbett gestorben, die Männer hätten dann schnell wieder geheiratet, damit die Kinder versorgt werden konnten. Auch mit Eintragefehlern des Pastors – falsche Daten oder Namensabkürzungen – habe immer gerechnet werden müssen.

Das letzte Kirchenbuch von 1679 bis 1804 steht noch aus. Dass sich die Arbeit gelohnt hat, zeigt sich aber schon jetzt. Bereits 36.144 Abfragen gab es bereits im Ortsfamilienbuch für Enger.

Und auch ein nächstes Projekt hat Reinhard Heinsmann schon im Kopf: Ein Lebenswerk des mittlerweile verstorbenen Ahnenforschers Heinz Höpner aus Hiddenhausen war es, die Kirchenbücher von Hiddenhausen per Hand abzuschreiben. „Diese Abschriften wollen wir nun digitalisieren und freuen uns über jeden, der daran mitarbeiten möchte“, sagt Heinsmann.

 

ofb.genealogy.net/enger

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