CDU will Digitalisierung an Schulen zur „Chefsache“ erklären – Einheitliche Lernplattform soll her
Mängel beim Online-Unterricht festgestellt

Enger (WB/bo) -

Seit Wochen sind die Schulen geschlossen, Kinder und Eltern stellen sich täglich der Herausforderung des Homeschoolings. Und das könnte nach Ansicht der Engeraner CDU-Fraktion vor allem in den Grundschulen besser laufen.

Dienstag, 02.02.2021, 05:20 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 15:38 Uhr
Die Engeraner Grundschulen würden gerne auf die Lernplattform „iServ“ zugreifen. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Auf Vorschlag der CDU hat eine Videokonferenz stattgefunden, an der Mitarbeiter der Verwaltung, Mitglieder des Schulausschusses und die Leiter der sechs Schulen teilgenommen haben, informiert Fraktionsvorsitzender René Siekmann. „Leider hat sich im Verlauf dieser Konferenz die Befürchtung bewahrheitet, dass die Digitalisierung in den Schulen in den vergangenen Monaten nicht zufriedenstellend vorangeschritten ist.“

Siekmann weiter: „Wir haben an keiner Schule eine wirklich funktionsfähige Wlan-Infrastruktur, an keiner Schule steht eine ausreichende Breitbandverbindung zur Verfügung und wie sich in dieser Konferenz herausstellte, können die Grundschulen nicht einmal auf praxistaugliche Lernplattformen zurückgreifen,“ Dieses Fazit müssten er und Ratsmitglied Stephan Gräfe ziehen.

Bereits im Sommer 2020 habe die CDU-Fraktion im Schulausschuss stets angemahnt, dass dringend entschlossen gehandelt werden müsse. Geschehen sei aber offensichtlich nicht genug.

„Angesichts dieser Berichte aus den Schulen muss ich mich fragen, ob es nicht an der Zeit ist, dieses Thema zur Chefsache zu erklären“, ergänzte Ratsmitglied Philip Kleineberg nach der Konferenz. Eltern und Schüler seien besonders von den Schulausfällen betroffen. Um diese Situation zumindest abzumildern, müssten die handelnden Personen in der Verwaltung und an den Schulen dafür sorgen, dass tatsächlich alles mit Hochdruck getan werde, um Unterrichtsausfälle bestmöglich zu kompensieren.

Auf die Unterstützung der CDU-Fraktion könne die Verwaltung dabei zählen und ein Verbesserungsvorschlag aus den Grundschulen werde von der CDU daher auch konkret aufgegriffen: „Der Wunsch der vier Grundschulen, schnellstmöglich auf die Lernplattform „iServ“ zuzugreifen, die bereits erfolgreich an den weiterführenden Schulen eingesetzt wird, darf nicht ungehört verhallen“, sagt Siekmann.

„Eine „einheitliche Lösung“ sei nicht in allen Fällen sinnvoll, aber eine einheitliche Lernplattform an allen sechs Engeraner Schulen einzusetzen, das erscheine absolut erstrebenswert, schon um Synergieeffekte zu nutzen, sind sich die Ratsmitglieder der CDU einig. Erforderlich sei in jedem Fall ein gemeinsamer Kraftakt von Verwaltung, IT-Dienstleister und Schulen, um die Probleme endlich in den Griff zu bekommen. „Das muss jetzt reibungslos klappen, die Eltern und Schüler sind mit ihrer Geduld am Ende“, sagt Siekmann.

Wie Bürgermeister Thomas Meyer auf Anfrage mitteilt, sollen alle weiterführenden Schulen bis Ende Februar mit funktionierendem Wlan ausgestattet sein. Im Rahmen der Förderung habe ein Schritt noch einmal wiederholt werden müssen, was zu Verzögerungen geführt habe, erklärte er. Für den Wlan-Ausbau an den Grundschulen hätten sich bereits Firmen beworben. Bis Ende des Schuljahres sollen auch hier alle Standorte ausgestattet sein. Dabei weist Meyer darauf hin, dass der digitale Unterricht in den Klassenräumen bereits überall funktioniere.

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