Lehrer und Schüler aus Enger und Spenge haben mit technischen Problemen zu kämpfen
Holpriger Start ins Homeschooling

Enger/Spenge (WB) -

Die verlängerten Weihnachtsferien sind vorbei, in dieser Woche starten die Schulen erneut mit Distanzunterricht in den neuen Schulalltag. Doch der Start verlief zunächst holprig, denn Lehrer und Schüler hatten mit technischen Problemen zu kämpfen.

Dienstag, 12.01.2021, 05:15 Uhr aktualisiert: 12.01.2021, 16:50 Uhr
Schulleiterin Antje Thiele hat an der Grundschule Westerenger Abholstationen für jeden Jahrgang eingerichtet. Foto: Daniela Dembert

Der Unterricht beginnt am Morgen mit einem Morgengruß per Messenger oder Videokonferenz, anschließend arbeiten alle Schüler an ihrem Wochenplan, den ihre Lehrer zusammengestellt haben. Grob zusammengefasst sieht so das Homeschooling-Konzept am Widukind-Gymnasium aus. „Von zwölf Schülern, mit denen ich mich zum online Mathe-Kurs verabredet hatte, konnten allerdings heute nur sieben teilnehmen. Der Rest hatte technische Probleme“, erzählt WGE-Schulleiter Ulrich Henselmeyer von den ersten Startschwierigkeiten. „Ich glaube, dass wir konzeptionell gut aufgestellt sind, aber man merkt, wie abhängig man von der Technik ist“, sagt er.

Ähnliche Erfahrungen hat auch Beatrix Diel, kommissarische Leiterin der Realschule Enger gemacht. Der Montag wurde für Konferenzen und Absprachen genutzt, am Dienstag startete der Unterricht auf Distanz. „Heute Morgen klingelten die Telefone heiß, weil das System zusammengebrochen war“, berichtet sie. Ein offenbar bundesweites Problem, wenn alle Schüler gleichzeitig auf ihre Aufgaben zugreifen wollen.

An der Regenbogen-Gesamtschule Spenge wurden der Montag und Dienstag ebenfalls zur Unterrichtsvorbereitung genutzt. „Aber auch hier gab es schon erste Rückmeldungen, dass es schwierig ist, über das System zu kommunizieren“, sagt Schulleiterin Maike Maatz.

Die Grundschule Westerenger hat diesem Problem vorgegriffen und die Aufgaben für die Schüler bereits am Wochenende online gestellt. „So konnten die Eltern die benötigten Materialien bereits vor Schulbeginn herunterladen und am Montag starten“, erzählt Schulleiterin Antje Thiele. Generell laufe an der Grundschule aber auch noch vieles in Papierform. „Wir haben eine Ausgabestelle eingerichtet, an der Eltern nach Terminvergabe Arbeitshefte zur Korrektur zurückgeben und neue Materialien oder Bücher abholen können“, erklärt Thiele.

Immerhin können alle Schulleiter zurückmelden, dass mittlerweile alle Kinder mit der passenden Hardware ausgestattet sind, um von zu Hause zu arbeiten.

Die Notbetreuung, auf die Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse Anspruch haben, werde nur von wenigen Familien genutzt. Während an der Grundschule Westerenger zwischen 25 und 35 Kinder – die Anzahl ist tagesabhängig – betreut werden müssen, sind es an der Realschule Enger vier, am Gymnasium acht Kinder, an der Gesamtschule maximal zehn.

Schwierigkeiten mit der Notengebung – Ende Januar gibt es Halbjahreszeugnisse – sehen die Schulleiter nicht. „Die Zeugniskonferenzen stehen kurz bevor, sodass wir weitestgehend auf die Leistung von vor den Ferien zurückgreifen können“, sagt Beatrix Diel. Schülern, die auf der Kippe stehen, werde eine besondere Leistung per Videokonferenz angeboten, um ihre Note zu verbessern.

Schwieriger gestalte sich hingegen die Zeugnisausgabe, sagt sie. „Die Zehntklässler müssen sich mit diesem Zeugnis an weiterführenden Schulen bewerben. Diesen Jahrgang werden wir darum vermutlich gestaffelt an verschiedene Eingänge bestellen und die Zeugnisse ausgeben.“ Für die jüngeren Schüler wartet Beatrix Diel noch auf eine offizielle Handhabung. „Normalerweise gibt es ja einen gesetzlich vorgeschriebenen Austeilungstag“, sagt sie. Auch Ulrich Henselmeyer vermutet, dass zumindest die jüngeren Schüler ihre Zeugnisse erst dann bekommen, wenn wieder Präsenzunterricht stattfindet.

So gut die Homeschooling-Konzepte auch sind: „Es ist einfach zermürbend, dass man keine zeitliche Perspektive hat“, sagt Ulrich Henselmeyer. Dem stimmen auch seine Kolleginnen zu: „Wir würden zu gerne wieder normalen Unterricht machen“, sagt Beatrix Diel. „Neben dem Bildungs- haben wir auch einen Erziehungsauftrag. Lehrer und Sozialarbeiter stehen in engem Kontakt zu unseren Schülern, dennoch fehlt das Miteinander sehr“, ergänzt Maike Maatz.

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