Bekannte Persönlichkeiten aus Enger und Spenge erzählen, was sie 2020 besonders bewegt hat
Rückblick auf ein unberechenbares Jahr

Enger/Spenge (WB) -

Das Jahr 2020 war eines, das die meisten schnell hinter sich lassen wollen. Das WESTFALEN-BLATT hat bekannte Persönlichkeiten aus Enger und Spenge gefragt, was für sie persönlich die bedrückendsten, aber auch welches die schönsten Erlebnisse und Erfahrungen des Jahres waren und was sie sich für 2021 wünschen:

Freitag, 01.01.2021, 05:10 Uhr
Johanna Wimmer, Kantorin der Stiftskirche Enger, gehört zu den bekannten Gesichtern aus Enger und Spenge, die von ihren Erlebnisse im Jahr 2020 und über ihre Wünsche für 2021 erzählen. Foto: Ruth Matthes

Joachim Eisemann (Pastor in Oldinghausen-Pödinghausen): Es gibt Dinge, die einem im Jahreslauf sehr bedeutsam erscheinen. Dazu gehört in negativer Hinsicht in diesem Jahr natürlich die Corona-Pandemie in allen ihren Auswirkungen. Und mit allen ihren sorgenvollen und belastenden Begleiterscheinungen. Ein positives Ereignis war für mich zweifelsohne die Silberhochzeit, die meine Frau und ich in diesem Jahr feiern durften. Eine Feier mit der Familie war leider nicht möglich. Aber liebe Glückwünsche gab es trotzdem und wir konnten ganz kurzfristig mit unseren Kindern einen wunderschönen Tag in den Dammer Bergen verbringen. Für das neue Jahr hoffe ich, dass die längste Zeit der Pandemie überstanden ist. Und dass vieles wieder besser wird, insbesondere für jene, die beruflich oder privat sehr betroffen sind. Mut, Trost und Kraft sind Gaben, die wir weiter brauchen. Ebenso wie die Hoffnung, dass wir die weiteren Probleme in der Welt nicht aus dem Blick verlieren und der Wunsch nach Frieden und Zusammenhalt uns geleiten möge.

Dr. Matthias Kramer (Leiter des St. Martins-Stiftes Spenge):Als Leiter einer Senioreneinrichtung war Corona im negativen wie im positiven Sinne ständig präsent. Da diese Pandemie und ihre Auswirkungen für uns alle Neuland waren, konnte ich mich nirgends wirklich rückversichern. Einerseits habe ich es als positiv empfunden, selbst entscheiden zu können, andererseits war es ein riskantes Arbeiten ohne Netz und doppelten Boden. Bewältigen kann man das nur mit Erfahrung und einem guten Team, das sich als sehr solidarisch untereinander erwiesen hat. Für 2021 hoffe ich, dass die Bewohner wieder ohne Reglementierungen Besuch empfangen können.

Regine Krull (Leiterin des Widukind-Museums Enger): 2020 hat das Widukind-Museum personelle Unterstützung bekommen. Außerdem haben wir zwei Räume im Museum neu gestalten können mit Unterstützung des Deutschen Verbandes für Archäologie und der Heckewerth-Stiftung. Zur Wiedereröffnung können wir also Neues präsentieren. Das negativste Ereignis war natürlich die Pandemie: So viele Veranstaltungen und auch Vorhaben mussten verschoben werden oder fielen dem ganz zum Opfer. Risiko-Gruppen konnten nur noch sehr eingeschränkt am öffentlichen Leben teilnehmen. Künstlerinnen und Künstler haben hohe finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Wir alle haben die Kultur und die Begegnungen vermisst.

Anne Beckmann (Verein Asyl Spenge): Besonders gefreut hat mich das Vertrauen und die Anerkennung der Menschen, die mir mit fast 50 Prozent der Stimmen in meinem Wahlbezirk bei der Kommunalwahl ein schönes Feedback gegeben. Sehr traurig war die schlimme Krebserkrankung einer 37-jährigen syrischen Mutter von fünf Kindern. Trotz bester medizinischer und pflegerischer Versorgung ist sie Heiligabend gestorben. Für 2021 wünsche ich mir neben Gesundheit und einer Rückkehr zu einem normalen Alltag mehr Gelassenheit und Zufriedenheit für die nörgelnden Menschen und die Erkenntnis, dass es ein Glück ist, hier in Frieden in einem demokratischen und sozialen Staat leben zu dürfen.

Dr. Werner Best (Vorsitzender des Werburg-Vereins): Für mich war der 13. März 2020 ein schwarzer Tag. Die erste Welle der Corona-Pandemie brachte die Aktivitäten des Werburg-Museums zum Erliegen. Nachdem die freie Zeit sich mit Gartenpflege sinnvoll füllte, begann die Planung für eine neue Sonderausstellung in der Werburg-Scheune: „Triumph in Venedig“. Mit ihrer Eröffnung am 21. Juni begann für mich der schönste und aufregendste Abschnitt des Jahres 2020; denn was gibt es Schöneres, als 1800 begeisterte Besucher der Sonderausstellung zu sehen und mit ihnen zu sprechen. Nachdem die zweite Welle der Pandemie das Museum erneut ausbremste, gab es für mich ein weiteres Highlight: Die Abwahl des amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Für das Jahr 2021 wünsche ich allen Menschen wieder ein normales Leben und mir ganz persönlich, dass ich meinen 70. Geburtstag in einem gemütlichen Restaurant mit Freunden und Familie feiern kann.

Michael Wieczorek (Vorsitzender der Kaufmannschaft Spenge): Die Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen, die man sich so nie hätte vorstellen können, waren natürlich einschneidend – nicht nur für die Kaufmannschaft. Doch in meinem Umfeld – sowohl privat als auch im Unternehmen – hat dies auch den Zusammenhalt und das Verständnis untereinander gefördert. Außerdem bin ich froh, dass wir das Geld für den Trimm-Dich-Park zusammen bekommen haben, und dass Arminia aufgestiegen ist, freut mich als Fan auch.

Michael Rogowski (Leiter der Feuerwehr Enger):Für die Freiwillige Feuerwehr hat das Jahr keine besonders ungewöhnlichen Einsätze gebracht, auch wenn die jüngsten Brände in der Tennishalle in Löhne und der Halle in Falkendiek schon eine Herausforderung waren. Corona hat aber auch unser Vereinsleben verändert. Im März war ich noch bei einer Großveranstaltung mit 600 Führungskräften, kurz danach mussten wir alle Zusammenkünfte absagen. Besonders bedauerlich ist das für die jungen Leute. Ich hoffe, dass sie am Ball bleiben, und nach Corona weiterhin bei uns mitmachen.

Johanna Wimmer (Kreiskantorin): Viele Dinge sind 2020 umgewälzt und infrage gestellt worden. Das hat im Außen begonnen und sich bei mir auf Gedanken, Beweggründe und Wertvorstellungen übertragen. Das war an vielen Stellen herausfordernd, und als negativ würde ich vermutlich sehen, dass mir Dinge aufgefallen sind, die mich vorher schon belastet haben. Nun lagen sie aber offen. Insofern hat das Erkennen ja auch etwas sehr Positives: Ich kann diese Dinge nun angehen. Wirklich wunderschön fand ich die Zeit im Sommer mit meiner Familie im Garten. Und auch das erste gemeinsame Musizieren nach langer Pause hat mir sehr viel gegeben und Gänsehaut verursacht. Für 2021 wünsche ich mir, dass wir die Erkenntnisse dieses Jahres nutzen, überdenken, was wirklich essenziell ist und konstruktiv die Zukunft gestalten.

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