Weihnachtliche Ecken in Enger und Spenge – Blumenwagen wird passend umgestaltet
Unter Sternen auf den Schulbus warten

Spenge/Enger -

Sterne und Lichter läuten die Weihnachtszeit in den Nachbarschaften in Spenge und Enger ein. Zum ersten Advent haben Anwohner in Wallenbrück, Herringhausen und Bardüttingdorf ihre Straßen geschmückt und verwandeln lieb gewonnene Traditionen in abstandssichere Aktionen. Ein sichtbares und schönes Zeichen für Gemeinschaft auch in Corona-Zeiten.

Mittwoch, 02.12.2020, 05:05 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 05:10 Uhr
Jedes Jahr schmücken die Anwohner am Diemker Eck, wie (von links) Rosemarie Muche, Marion Dirkes und Katrin Sabbert, ihr Bushäuschen mit Fröbelsternen. Schulkind Paul Sabbert (7) freut sich morgens über die schöne Haltestelle, den Zwillingen Frieda und Hanno Sabbert (4, vorne) gefallen besonders die Weihnachtsmänner, die in diesem Jahr ebenfalls zur Dekoration gehören. Foto: Jane Escher

Der siebenjährige Paul Sabbert wird von nun an jeden Morgen unter einem Dach aus Fröbelsternen auf seinen Schulbus warten. Marion Dirkes hat es sich, stellvertretend für alle Nachbarn, nicht nehmen lassen, die Bushaltestelle am Diemker Eck in Wallenbrück auch in diesem Jahr zu schmücken. „Es sorgt für weihnachtliche Stimmung. Für die Kinder, die hier morgens warten, aber auch für uns Nachbarn“, sagt sie.

Denn das Wartehäuschen ist mehr als nur eine Haltestelle. Es ist über die Jahre zum heimlichen Herzen der Nachbarschaft geworden. Ein Ort zum Klönen und Feiern. „Man trifft sich auf dem Eck“ ist eine geläufige Redewendung für die Begegnungen an der Bushaltestelle, wie Anwohnerin Katrin Sabbert erklärt.

Auch im Advent ist der kleine Treffpunkt belebt. Zu Tee, Glühwein oder Würstchen kommen die Nachbarn für gemütliche Weihnachtsfeiern zusammen. Und obwohl all das coronabedingt nicht stattfinden kann – immerhin die Dekoration ist möglich und für die Anwohner nach 15 Jahren eine Selbstverständlichkeit. Sogar der selbst gemachte Adventskranz wurde wie gewohnt neben dem Häuschen aufgestellt. Wenn er auch in diesem Jahr nicht von den Nachbarn gemeinsam geflochten wurde, ist er doch ein Symbol für die nachbarschaftliche Tradition: „Wir freuen uns, dass es dort jetzt aussieht wie immer im Advent“, meint Dirkes. Alle Nachbarn sind stolz darauf, die „wohl schönste Bushaltestelle im Ort zu haben“, betont Anwohnerin Rosemarie Muche. „Es sieht toll aus“, lautet Schulkind Pauls Urteil. Zum Advent am Diemker Eck gehören Kranz und Fröbelsterne einfach dazu.

Ebenso wie die Herrnhuter-Sterne zur Nachbarschaft an der Herringhauser Straße in Enger. 17 Sterne in selbst gebauten Halterungen verleihen der Nachbarschaft auch in diesem Jahr wieder einen weihnachtlichen Glanz. „Dass die Nachbarn das gut finden, sehen wir auch daran, dass viele inzwischen ebenfalls mit den Sternen dekorieren“, erzählt Anwohner Frank Beckhoff. Traditionell steht auf dem Dorfplatz an der Herringhauser Straße außerdem ein Tannenbaum, seit zwei Jahren sogar fest verpflanzt. Zum ersten Advent wurde er mit Lichterketten und Kugeln verschönert. Auch in Herringhausen begleiten üblicherweise nicht nur Dekorationen, sondern ebenso Feierlichkeiten und Aktionen die Weihnachtszeit. Für die haben die Nachbarn sich jetzt Corona-sichere Alternativen einfallen lassen.

Wie etwa für den Advents-Basteltag der Kinder. Statt gemeinsam wird nun nacheinander an einem großen Outdoor-Bild gearbeitet, das am zweiten Advent am Dorfplatz aufgestellt werden soll. Und weil keine Weihnachtsfeier möglich ist, haben die Nachbarn den „Glühweinspaziergang to go“ organisiert. Jeweils drei Haushalte werden an den Adventssonntagen an ihren Grundstücksgrenzen für die vorbei spazierenden Anwohner Glühwein ausschenken. Tassen werden selbst mitgebracht. „Am ersten Advent wurde die Idee schon gut angenommen“, berichtet Karl-Heinz Pönighaus.

Viele positive Rückmeldungen bekommt auch der Heimatverein Bardüttingdorf. Dort hatte Mitglied Klaus Eggert die Idee, den Blumenwagen am Dreieck Kreuzfeld/Düttingdorfer Straße weihnachtlich auszustaffieren. Zusammen mit Angelika Röttger und Jürgen Mölling bepflanzte er ihn mit Tannen und dekorierte diese festlich. Normalerweise steht der Blumenwagen nur im Sommer auf der Grünfläche in Spenge, die auch Wanderern zum Rasten dient. Es ist das erste Mal, dass das Schmuckstück nun auch winterfest gemacht wurde. Aus gutem Grund, wie Röttger erklärt: „Wenn es schon keine Weihnachtsmärkte gibt, dann können wir wenigsten in unserer Nachbarschaft kleine Lichter setzen.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7703256?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514624%2F
Unions-Machtkampf auch nach Nacht-Treffen weiter ungeklärt
Das Reichstagsgebäude bei Nacht. Im Machtkampf um die Kanzlerkandidatur sind der CDU-Vorsitzende Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder zu einem Treffen zusammengekommen.
Nachrichten-Ticker