Konzepte für Distanzunterricht aufgelegt – Hälfte der iPads ist verteilt
Schulen planen für den Lockdown-Fall

Enger (WB). Die Corona-Fallzahlen im Kreis sind hoch. „Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis es auch uns trifft“, befürchtet Beatrix Diel, kommissarische Leiterin der Realschule Enger (RSE). Kollegin Katrin Höcker-Gaertner, stellvertretende Leiterin des Widukind-Gymnasiums (WGE), musste bereits auf die erste Corona-Infektion an ihrer Schule reagieren. Am Freitag schickte das Gesundheitsamt 25 Schüler der Q1 in Quarantäne. Um für den Fall einer teilweisen oder vollständigen Schulschließung vorbereitet zu sein, haben beide Bildungseinrichtungen ein Konzept für das Distanzlernen erarbeitet.

Sonntag, 08.11.2020, 05:08 Uhr aktualisiert: 08.11.2020, 05:10 Uhr
Beide weiterführenden Schulen setzen auf die Internetplattform IServ. Dort können die Lehrer Aufgaben einstellen und die Schüler ihre Ergebnisse hochladen. Während der Zeit des Präsenzunterrichts finden Kinder in Quarantäne hier ihre Arbeitsmaterial. Foto: Dembert

„Nach einer neuen Verordnung sind Distanz- und Präsenzunterricht methodisch und inhaltlich gleichgesetzt“, erklärt Diel. Das bedeutet, dass die Teilnahme in beiden Fällen verpflichtend ist und auch die Leistung auf Distanz benotet wird. Vor diesem Hintergrund ist ein Konzept erarbeitet worden, das sowohl regelt, wann und wie die Schüler ihre Aufgaben erhalten, als auch, wann sie die Ergebnisse hochzuladen haben. Dabei nutzen beide Schulen die Plattform IServ. „Außerdem haben wir festgezurrt, wie und wie oft die Schüler Rückmeldungen erhalten und wie der Kontakt zwischen Schülern, Lehrern und Eltern sichergestellt ist“, ergänzt sie. Klassenarbeiten und Prüfungen sollen in der Schule in einem großen Raum stattfinden.

500 iPads geliefert

Die Lehrer sind sowohl bei der Realschule als auch im Gymnasium für die Nutzung der Technik fortgebildet worden. „Wir arbeiten seit zwei Jahren kontinuierlich am Ausbau des digitalen Unterrichts“, sagt Höcker-Gaertner. Die Eltern sind befragt worden, inwieweit ihre Kinder Endgeräte für den Unterricht daheim zur Verfügung haben und wie es mit der Internetverbindung aussieht. Für Schüler, die keine Geräte haben, hat die Stadt 1000 iPads bestellt, davon sind je 120 an das WGE und die RSE weitergeleitet worden. „Insgesamt haben wir das Doppelte bestellt, aber Apple hat Lieferschwierigkeiten“, erklärt Höcker-Gaertner. Auch die 120 vorhandenen iPads müssten noch mit der nötigen Software ausgerüstet werden. Wenn die Verteilung startet, werden die Eltern informiert.

Wie Schulamtsleiter Jens Stellbrink sagt, wurde die Hälfte der 1000 benötigten Laptops vor den Herbstferien geliefert. Mittlerweile sei im kommunalen Rechenzentrumweiter eine weitere Lieferung eingetroffen, die zurzeit dort eingerichtet werde. „Wir wissen aber noch nicht, wie viele Geräte davon für Enger gedacht sind“, erklärt er.

Präsenz wichtig

Was die Ausstattung mit einem Internetzugang angeht, so habe es bei der Umfrage unter den Eltern nur sehr wenige gegeben, die ein schwaches oder gar kein Netz haben. „Für diese Schüler werden wir auch während eines zweiten Lockdowns in der Schule die Möglichkeit finden, sie am Rechner zu betreuen“, verspricht Beatrix Diel.

Von der Idee aus Solingen, die Klassen zu halbieren und jeweils die Hälfe digital zu unterrichten, halten beide Pädagoginnen nicht viel: „So lange wir keinen gefährden, ist Präsenzunterricht für die meisten Schüler definitiv die beste Lösung“, sagen sie.

Kein Hybridunterricht

Auch die Idee eines Hybridunterrichts, wobei der laufende Unterricht zu Kindern in Quarantäne aus der Schule übertragen werden könnte, ist nicht realisierbar. „So praktisch das wäre, es lässt sich nicht umsetzen“, erklärt Diel. Im Gymnasium gibt es noch nicht in allen Räumen WLAN. In der Realschule fehlen zwar nur die Kameras, aber der Datenschutz steht einer Übertragung zusätzlich im Weg. „Die anderen Schüler dürften dabei für die Kinder daheim nicht zu erkennen sein – das schränkt die Möglichkeiten schon sehr ein“, bedauert Beatrix Diel.

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