Jagdhunde müssen in Enger ihre Tauglichkeit in 27 Disziplinen unter Beweis stellen
Stressresistenz und Gehorsam sind gefragt

Enger (WB). Snok sitzt brav auf seinem Platz, wie es sein Besitzer Karlheinz Dammeyer angewiesen hat. Dieser geht einige Schritte, um einen toten Fuchs jenseits eines Bachlaufs zu platzieren. Auf sein Kommando soll der Große Münsterländer das tote Wildtier aufnehmen, mit ihm über den etwa 80 Zentimeter tiefen und 80 Zentimeter breiten Bachlauf springen und die Beute seinem Herrchen übergeben.

Mittwoch, 28.10.2020, 09:33 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 10:04 Uhr
Snok bei einer Disziplin der Jagdhund-Prüfung: Der Münsterländer apportiert einen Fuchs. Mit der Beute im Maul muss er einen Bachlauf überspringen und den Fuchs anschließend seinem Herrchen übergeben. Nicht jeder Hund schafft die Prüfung: In der Regel liegt die Erfolgsquote bei 35 bis 40 Prozent. Foto: Daniela Dembert

Der zweieinhalbjährige Rüde und sein Besitzer haben jüngst an der Verbands-Gebrauchsprüfung (VGP) für Vorstehhunde teilgenommen. Bei der Veranstaltung, die der Jagdgebrauchshundeverein (JGV) Wittekindsland/Herford unter der Leitung des Prüfers Günter Brettholle vom JGV Lübbecke ausgerichtet hat, wurden Jagdhunde auf ihre Tauglichkeit überprüft.

Hunde finden verletztes Wild

Insgesamt 27 Disziplinen in den vier Fachbereichen Wald-, Wasser-, Feldarbeit und Gehorsam haben die zehn teilnehmenden Hunde an zwei aufeinander folgenden Tagen durchlaufen; für Hund und Halter eine anspruchsvolle Aufgabe. Wichtig für die Jagd seien absolut zuverlässige, stressresistente und gehorsame Hunde, erklärt Dammeyer, der nicht nur als Jäger und Hundehalter, sondern auch als zugelassener Verbandsprüfer weiß, worauf es ankommt.

„Ohne einen begleitenden Hund sind Treibjagden und Jagden auf Wasserwild gesetzlich untersagt“, sagt Dammeyer. Zu groß ist die Gefahr, ein Wildtier könnte angeschossen, aber nicht getötet sein, sich verstecken und elend verenden. Dem gebietet die Hundespürnase Einhalt. Um nicht, wie bei frei durch den Wald tollenden Hunden mitunter der Fall, Bodenbrüter aufzuschrecken und Schaden an Nestern und Gelegen anzurichten, sind Jagdhunde intensiv geschult.

Gute Bilanz

Acht der zehn teilnehmenden Hunde haben die Prüfung bestanden. „Eine sehr gute Bilanz“, meint Dammeyer. „Die Erfolgsquote liegt in der Regel bei 35 bis 40 Prozent.“ Seit Anfang des Jahres haben die Hundehalter mit ihren Prüflingen in Kleingruppen sehr viel trainiert. Um für die Jagd eingesetzt zu werden, ist die Verbands-Gebrauchs-Prüfung in NRW nicht verpflichtend, mit ihrem Bestehen sind die Hunde jedoch in jedem deutschen Bundesland einsetzbar und haben ein von Züchtern begehrtes Prädikat vorzuweisen.

Neben Aufgaben wie der, einen Fuchs über ein Hindernis zu schleppen, müssen die Hunde „schussfest“ sein, also beim Abfeuern eines Schusses die Ruhe bewahren. Auch das Aufstöbern von Enten in deckungsreichen Gewässern gehört zu den Anforderungen.

Karlheinz Dammeyer und Snok trainieren regelmäßig miteinander. „Das tut dem Hund auch gut. Seine Intelligenz wird gefordert, er verkümmert nicht.“ Allerdings sollte die Ausbildung in der Regel erst ab dem zweiten Lebensjahr beginnen, sagt der Hundehalter, denn: „Die Hunde werden auch körperlich gefordert, wenn sie mehrere Kilogramm schwere Beute schleppen. Dafür sollten die Knochen voll ausgebildet sein.“

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