Bücherei Enger zieht negative Bilanz – Spenge weniger betroffen
Starker Rückgang bei den Besucherzahlen

Enger/Spenge(WB). Wer in diesen Tagen die Stadbücherei Enger besucht, hat sie mitunter ganz für sich allein. „Seit wir nach der coronabedingten Schließung wieder geöffnet haben, ist der Besuch um 30 bis 50 Prozent zurückgegangen“, berichtet Christel Euler, Leiterin der Stadtbücherei. 30 bis 50 Nutzer kämen heute an einem Tag, gegenüber 50 bis 70 vor Corona. Die Spenger Leser scheinen dagegen weniger vorsichtig zu sein. Die dortigen Besucherzahlen hätten sich wieder normalisiert, sagt Caroline Hanslik.

Donnerstag, 08.10.2020, 05:39 Uhr aktualisiert: 08.10.2020, 05:50 Uhr
Christel Euler inmitten der Bilderbuchkisten der Stadtbücherei Enger. Hier können die Kinder derzeit aus dem Vollen schöpfen, denn der Besuch ist seit Corona stark zurückgegangen. Foto: Matthes

Allerdings ist die Zahl der Besucher, die in die Räume gelassen werden dürfen auch unterschiedlich. Während die Spenger Bibliothek nur fünf Leser gleichzeitig betreten dürfen, sind es in Enger acht. „Die haben wir allerdings kaum je erreicht“, sagt Euler. Geregelt wird die Besucherzahl durch die Ausgabe von Körben, die nach jeder Nutzung desinfiziert werden. Der Eingang sei über die Treppe, der Ausgang über den Aufzug geregelt. „Was nicht heißt, dass Gehbehinderte oder Mütter mit Kindern den Aufzug nicht in beide Richtungen benutzen dürfen“, ergänzt Euler.

Mehr e-Medien genutzt

Die Stammkunden kämen trotz Corona, doch die sporadischen Besucher, die Schulklassen und die kleinen Kinder fehlten. Die Bilderbuchkisten quellen über. Entsprechend sind auch die Ausleihzahlen in Enger gesunken. Ein Teil des Minus’ sei jedoch durch Steigerungen bei der Nutzung von e-Medien ausgeglichen worden, so Euler.

Seit 2013 können sich die Nutzer mithilfe ihres Ausweises E-Books und andere digitale Medien herunterladen. Der Verbund Onleihe OWL umfasst 37 Bibliotheken. Seit Februar können die Leser über das Streaming-Portal „freegal music“ auch Songs herunterladen.

„Dafür wollten wir eigentlich Werbung in den Schulen machen, doch das war wegen Corona nicht möglich“, sagt Euler. Auch die Einführungen in die Bibliothek, die sie für die Klassen eins bis sechs anbietet, sind gerade erst wieder angelaufen.

Spielecke gesperrt

Die Spielecke für Kinder dürfe weiterhin nicht genutzt werden und auch die Vorlesestunden müssten noch ausfallen, aber die ersten VHS-Veranstaltungen sind gestartet. Zum interkulturellen Lesefest am 11. November haben sich zwei Schulklassen angesagt. Je 20 Besucher gleichzeitig sind erlaubt.

„Wir desinfizieren regelmäßig Fahrstuhl, Treppengeländer und Griffe und auch alle vorbestellten Medien“, versichert Euler. Sie hofft, dass sich bald wieder mehr Leser in die geräumige Bibliothek trauen, in der es kein Problem sei Abstand zu halten.

Die Kolleginnen in Spenge haben sind mittlerweile wieder auf normale Besucherzahlen hochgearbeitet. „Von Mai bis Juni waren es ungefähr die Hälfe der üblichen Anzahl, doch mittlerweile sind wir wieder bei 20 bis 30 Leser an einem halben Tag und 60 bis 80 an einem vollen Tag“, erklärt Büchereimitarbeiterin Hanslik.

Mit der Lesung von Michael Helm am Mittwoch voriger Woche hat auch die Veranstaltungssaison wieder begonnen. 40 Personen dürfen in den Saal des Bürgerzentrums, in dessen Erdgeschoss sich die Bücherei befindet. Seit mittlerweile eineinhalb Monaten kommen auch wieder Grundschulklassen zur Einführung in die Bibliothek.

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