Familie Becirovic möchte Ausstattung der Schulen in Sjenica verbessern
Ausrangierte Tafeln für Serbien gesucht

Enger/Spenge (WB). Die Digitalisierung der Schulen ist in vollem Gange, hunderte von Kreidetafeln sind im Kreis Herford bereits gegen Whiteboards und großflächige Bildschirme ausgetauscht und der Entsorgung zugeführt worden. „Das muss nicht sein“, findet Familie Becirovic aus Spenge.

Freitag, 02.10.2020, 05:15 Uhr aktualisiert: 02.10.2020, 05:20 Uhr
Die Schüler des Widukind-Gymnasiums Enger, Amra (11) und Eldar (12), wollen mit ihren Eltern Mirsada und Izet Becirovic ausgediente Tafeln, Computer und Schulmöbel sammeln, um Schulen in Serbien zu helfen.

Sie möchte die ausgedienten Schultafeln retten und einer zweiten Nutzung zuführen. „Wir haben Kontakte zu zwei Schulleitern meiner Heimatstadt Sjenica in Serbien. Dort wären die Tafeln sehr willkommen“, erzählt Mirsada Becirovic.

Veraltete Ausstattung

Im vergangenen Jahr hat die zweifache Mutter mit ihrer Familie ihre alte Schule in Serbien besucht. Für die Kinder Amra (11) und Eldar (12) sei das ein Aha-Moment gewesen, blickt sie zurück: „Sie haben über die schlechte und veraltete Ausstattung der Schule dort gestaunt.“

Im Zuge dessen, dass an ihrer Schule, dem Widukind-Gymnasium in Enger, alle Tafeln ausgemustert wurden, kam den Geschwistern die Idee, diese nach Serbien zu verfrachten. Während Amra und Eldar Kontakt zu ihrem Cousin Rijad Graca, der die zwölfte Klasse der technisch-landwirtschaftlichen Schule besucht, aufnahmen, suchte Familienvater Izet Becirovic das Gespräch mit Schulleitung und -träger, Einwände gab es keine.

Keine Lagermöglichkeit

„Dann kam uns leider Corona dazwischen. Die Schule bekam schneller als geahnt Handwerker und hatte keine Möglichkeit, die Tafeln einzulagern, bis wir einen Transport organisiert bekommen hätten”, erklärt der engagierte Familienvater. „Wir hätten aber einlagern müssen, weil Importe nach Serbien coronabedingt gerade sehr schwierig sind.“ Die Umstände waren denkbar ungünstig und die Schule habe sich gezwungen gesehen, die Tafeln aus Platznot entsorgen zu lassen. „Wir hätten dieses Projekt gern unterstützt, hatten aber leider überhaupt keine Möglichkeit, die Tafeln einzulagern”, sagt Schulleiter Ulrich Henselmeyer.

Die Becirovics wollen aber den Kopf nicht in den Sand stecken: „Wenn man einen persönlichen Bezug hat, ist man sensibel für eine Situation wie die der Schulen in Serbien und bekommt Ideen, wie man helfen könnte.“ Deshalb startet die Familie einen Aufruf, ausrangierte Computer, nicht mehr benötigtes Schulequipment und -interieur zu spenden und sucht parallel eine Möglichkeit, dieses einzulagern, bis es nach Serbien transportiert werden kann. Die Transportkosten würde die Stadt Sjenica übernehmen, zudem gäbe es vor Ort in Enger und Spenge auch Menschen, die das Vorhaben finanziell unterstützen wollten.

Das Geld fehlt

Alen Tahirovic, Leiter der technisch-landwirtschaftlichen Schule, und Suada Saracevic, Rektorin des Gymnasiums Jezdimir Lovic in Sjenica, würden die Verteilung der Güter auf die verschiedenen Schulen koordinieren. „In den Großstädten wird ins Bildungssystem investiert“, berichtet Izet Becirovic, „aber für die Ausstattung der Schulen in Orten, die etwa so groß sind wie Spenge und in kleineren Dörfern fehlen einfach die Gelder“.

Schulen, die Tafeln und andere Ausstattungsstücke abzugeben haben sowie Privatpersonen und Firmen, die Lagerkapazität zur Verfügung stellen möchten werden gebeten, sich unter becirovic_m@freenet.de zu melden.

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