FDP Enger meldet Beratungsbedarf an – Bürgerantrag abgelehnt
Noch keine Entscheidung für Baugebiet

Mittwoch, 23.09.2020, 05:10 Uhr
Zwischen Lambernweg und Sieler Weg – wo aktuell Mais wächst – könnte ein Baugebiet mit Ein- und Mehrfamilienhäusern und einer Kita entstehen. Die Stadt soll die Grundstücke selber vermarkten und die Erschließung keinem Träger überlassen. Foto: Bode

Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Infrastruktur und Umwelt hatte die Bebauungsplanänderung in seiner Sitzung am Montagabend erneut auf dem Tisch, nachdem CDU, Grüne und FDP in der letzten Ratssitzung vor der Kommunalwahl weiteren Beratungsbedarf angemeldet hatten.

Entscheidung auf 6. Oktober vertagt

Die SPD steht nach wie vor zu der Idee der Bebauung. Es fehle in Enger an bezahlbarem Wohnraum, gab der Fraktionsvorsitzende Jörg Pultermann zu bedenken. Aber auch in dieser Sitzung konnte keine Einigkeit erzielt werden, so dass die Entscheidung auf die nächste Ratssitzung am 6. Oktober vertagt worden ist.

FDP fordert Kostenkalkulation

Als letzte zögernde Fraktion fordert die FDP von der Verwaltung zunächst eine Kostenkalkulation für das Projekt, „um das Risiko für die Stadt abschätzen zu können“, gab Angela Franke an. Eine solche könne zu einem derart frühen Zeitpunkt nicht mit verlässlichem Ergebnis vorgenommen werden, erklärte die zuständige Fachbereichsleiterin Inge Nienhüser.

Auch sind die Liberalen in Sachen Vorschriften zur ökologischen Bebauung anderer Meinung als die Grünen. „Ich dachte, wir reden heute schon über konkrete Vorgaben wie Photovoltaikanlagen und Regenwasserzisternen“, warf Harald Wurm (Grüne) ein. Eine Idee, mit der sich die FDP nicht anfreunden kann. „Wir sind dagegen, zu viele Vorschriften zu machen. Das verteuert die ganze Sache“, argumentierte Franke.

Stadt fungiert nicht als Bauherr

Nienhüser betonte, die Stadt Enger wolle nicht als Bauherr fungieren, sondern lediglich trägerfreie, erschlossene Grundstücke kostengünstig anbieten können.

Zuvor hatte die CDU Bedenken wegen nicht ausreichender Infrastruktur geäußert. „Kann die Grundschule Enger-Mitte überhaupt noch mehr Kinder aufnehmen?“, fragte Stefan Böske.

Kita-Plätze fehlen

Den Bau einer neuen Kita in dem Gebiet begrüßen die Grünen. „Wir haben immer noch 50 Kitaplätze zu wenig“, sagte Regina Schlüter-Ruff und fand auch an der Ausweisung des Gewerbegebiets Gefallen: „Das bedeutet Arbeitsplätze vor Ort, die vielleicht den Pendlerverkehr verringern.“

Dem Beratungsbedarf der FDP wurde seitens der übrigen Ratsfraktionen stattgegeben, auch wenn Bürgermeister Thomas Meyer erneut unterstrich, es gehe lediglich um die Grundsatzentscheidung, ob man am Sieler Weg überhaupt ein Siedlungsgebiet zulassen wolle, nicht aber um konkrete Bauvorhaben.

Bürgerantrag abgelehnt

Die Weichen sind allerdings insofern gestellt, als dass das Gremium den Bürgerantrag von Holger Stoppkotte, keine neuen Siedlungsflächen am Sieler Weg auszuweisen, einstimmig abgelehnt hat. „Dennoch ist Herrn Stoppkottes Anregung eines Programms ‚Jung kauft Alt­‘ ein guter Impuls für die Zukunft“, meinte Stefan Böske.

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