Bürgermeister-Kandidaten beantworten für „Enger-Widukind-Stadt“ zehn Fragen
Hilfestellung für Unentschlossene

Enger  (WB). Wer noch nicht sicher ist, welchem Bürgermeisterkandidaten er am Sonntag seine Stimme geben soll, für den hat die Facebook-Gruppe „Enger-Widukind-Stadt“ eine Entscheidungshilfe ins Netz gestellt. Administrator Lutz Plöger hat aus 80 Vorschlägen der 1500 Aktiv-Mitglieder zehn Fragen zu wichtigen Engeraner Zukunfts-Themen formuliert, die Bürgermeister Thomas Meyer (SPD), Philip Kleineberg (CDU) und Regina Schlüter-Ruff (Grüne) beantwortet haben.

Donnerstag, 10.09.2020, 05:35 Uhr aktualisiert: 10.09.2020, 05:50 Uhr
Die Aufenthaltsqualität des Barmeierplatzes zu erhöhen, ist ein Ziel, das die Bürgermeisterkandidaten (vorne von links) Thomas Meyer, Regina Schlüter-Ruff und Philip Kleineberg vereint. Auf der Facebook-Seite „Enger-Widukind-Stadt“ der Administratoren Lutz Plöger, Anna-Sophie Kaudewitz und Carsten Gehring (hinten von links) haben sie je zehn Fragen zu zentralen Fragen beantwortet.

Seit Sonntag stehen die Statements der Kandidaten im Netz. 1000 Interessierte haben sie bereits gelesen. „Unser Ziel ist es, den Menschen eine Vergleichsmöglichkeit zu geben und sie zum Wählen zu animieren“, sagt Plöger.

Nach einer Vorstellung ihrer Person nehmen die Kandidaten zu neun weiteren Fragen Stellung. Darunter eine Bewertung des Corona-Managements, bei der alle Kritik an der Kommunikation der Landesregierung üben. Außerdem geht es neben dem Dauerbrenner Breitbandausbau, der Wirtschaftsförderung und den von allen befürworteten energetische Maßnahmen an öffentlichen Gebäuden und dem Ausbau von Photovoltaikanlagen und Solarenergie auch um die künftige Gestaltung des Barmeierplatzes.

Barmeierplatz

Um dessen Aufenthaltsqualität zu verbessern, spricht sich Schlüter-Ruff für die Abbindung des Verkehrs zwischen Renteistraße und Tiefgarage aus, sowie für die Entfernung der Parkflächen. Die Zu- und Abfahrt zur Tiefgarage müsse neu geplant werden. „Als Bonbon wäre eine Treppenanlage von der Kirche zum Barmeierplatz eine runde Sache“, urteilt sie. Spielgeräte für Kinder schlägt sie außerdem vor.

Meyer möchte auf dem Barmeierplatz Verkehr und Stellplätze zumindest reduzieren, die Parkpalette erhalten und anderswo innenstadtnah Stellplätze ausweisen. Auch einen Wochenmarkt kann er sich vorstellen. Ähnlich sieht es Kleineberg: Er möchte den Autoverkehr dauerhaft nicht mehr über den gesamten Barmeierplatz führen und Plätze für Außengastronomie schaffen. Zudem setzt er auf eine gemeinsame Planung mit den Bürgern.

Parkplatzsituation

Zur Entschärfung der Parkplatzsituation lässt Meyer zurzeit Daten erheben, die diese objektiv betrachten und bewerten (zu welcher Zeit sind welche Stellplätze wie lange besetzt?), um überhaupt zu wissen, wovon man redet und um richtige Entscheidungen zu treffen; erste Erkenntnisse zeigten, dass es „enge Spitzenzeiten“ gibt, zumeist aber Stellplätze vorhanden sind, wenn auch nicht direkt vor dem jeweiligen Geschäft. Die Parksituation sei im Zuge der Innenstadtgestaltung zu regeln.

Kleineberg sieht – wie auch Schlüter-Ruff – ebenfalls im Grundsatz keinen Parkplatzmangel. „Die immer wieder entstehenden Spitzen lassen sich auch mit noch mehr Parkplätzen kaum auffangen“, so der CDU-Kandidat. Er schlägt vor, in Abstimmung mit der Kaufmannschaft Parkplätze für kurze Einkäufe bis 30 Minuten auszuweisen sowie Parkplätze für längere Arztbesuche oder umfangreiche Einkäufe mit einer Parkdauer von zwei Stunden.

Radwege

Nach konkreten Verbesserungsvorschlägen für Zustand, Ausbau und Verkehrsüberwachung von Radwegen gefragt, schlägt Meyer als erstes den Ausbau der Verbindung von Westerenger/Dreyen nach Enger über die Nordhofstraße vor sowie die schnelle Verbindung nach Jöllenbeck bei Ausbau der Jöllenbecker Straße durch Pödinghausen.

Kleineberg sieht zunächst Handlungsbedarf an Gefahrenstellen wie Wertherstraße/Im Felde oder Friedhof Dreyen. Außerdem sollten Falschparker auf Rad- oder Gehwegen stärker kontrolliert werden. Schlüter Ruff will die gesamte Radverkehrsinfrastruktur verbessern. Gut und sicher aus allen Ortsteilen in die Innenstadt fahren zu können, sei insbesondere auch für die Schulkinder wichtig. Daher möchte sie die Ringstraße zur Fahrradstraße erklären.

Sicherer Schulweg

Da das Verkehrschaos vor den Schulen von den Eltern verursacht wird, setzt Meyer auf Elterntaxi-Haltestellen entfernt von der Schule, Unterstützung des Walking-Busses und „Verkehrszähmer-Projekte“ (Verkehrserziehung mit Polizei und Schule). Auch eine schnelle, sichere und bequeme Radfahrerführung würde helfen.

Kleineberg schlägt eine Einfahrtbeschränkung an der Poststraße und die Abtrennung des Gehwegs an der Windfeldstraße vor. Er fordert eine „ehrliche Bestandsaufnahme an allen Schulen in Enger“, um für alle Schulwege ähnlich geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Schlüter-Ruff setzt auf das Instrument der Fahrradstraße, um den Schulweg sicherer zu gestalten.

Drogeriemarkt

Auf die Frage nach einem möglichen Drogeriemarkt auf dem Heckewerthgelände verweist Meyer darauf, dass von Seiten Rossmanns kein Interesse bestehe: „Einen Drogeriemarkt kann man hier nicht hinzerren.“ Anreize für eine Drogeriemarkt-Ansiedlung in Enger könne man jedoch schaffen. Kleineberg und Schlüter-Ruff wollen diese vorantreiben und mit Interessenten, Investoren und Grundstückseigentümern einen alternativen Standort finden.

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