Heimatverein stattet 18 Denkmäler mit QR-Codes aus
„Horchgänge“ durch Enger

Enger (WB). Anfang Oktober soll es soweit sein: 18 Denkmäler in Enger werden vom Heimatverein mit QR-Codes ausgestattet, die dann mehr über die Wahrzeichen und Gebäude der Stadt verraten. Das Projekt „Horchgänge“ soll vor allem jungen Leuten die Stadtkultur näher bringen.

Dienstag, 08.09.2020, 05:10 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 09:04 Uhr
Die Gerberei Sasse ist eines der 18 Denkmäler, die mit einem QR-Code ausgestattet werden. Foto: Hülsegge

Beim Schlendern durch Enger können Spaziergänger künftig mehr über die Geschichte der Stadt erfahren. „Sobald man an einem der Denkmäler vorbeikommt, kann über die Kamera-App des Smartphones der QR-Code am jeweiligen Gebäude eingescannt werden. Dadurch gelangt man auf das ‚Geoportal‘ des Kreisheimatvereins, über das man nicht nur Informationen über das Denkmal, sondern teilweise auch alte Fotos, Audiodateien oder Musik erhält. In drei Minuten erfährt man also alles Wissenswerte und hört große Geschichten sowie kleine Anekdoten“, erklärt Vereinsvorsitzender Gerd Giesselmann.

Wertschätzung für Geschichte

Ein Beispiel: Beim Scannen des QR-Codes am Kleinbahnhof erklingt zunächst das damalige Geräusch der Klingel bei der Durchfahrt der Kleinbahn, anschließend erfahren Nutzer unter anderem, dass die Bahn 1900 eröffnet und 1966 wieder eingestellt wurde. „Wir möchten, dass die Denkmäler wieder mehr wertgeschätzt werden und dass auch die jüngere Generation sich wieder mehr für unsere Stadt und ihre Geschichte interessiert“, sagt Giesselmann. Auf der Seite des Geoportals sind zukünftig auch Stadtrundgänge zu finden, die die Interessierten einmal durch Enger vorbei an allen Denkmälern führen.

Diese Denkmäler sollen mit den Codes versehen werden: die Stiftskirche, die Liesbergmühle, das Gerberei-, Widukind- und Kleinbahnmuseum, vier Sattelmeierhöfe, die „Alte Schänke“ an der Bielefelder Straße, das Schieferhaus am Kirchenrundling, der Sockel des ehemaligen Wittekind-Denkmals, die heutige Stadtbücherei also das frühere Progymnasium, die Bäckerei Strack, das Ärztehaus und das Kriegerdenkmal an der Bünder Straße, das Elsternbuschdenkmal und das ehemalige Gemeindehaus an der Ringstraße.

Vorbilder aus Vlotho und Bünde

„An der Stadtbücherei beispielsweise, hört man über den QR-Code die alte Schulklingel des ehemaligen Progymnasiums und am Elsternbuschdenkmal – meinem Lieblingsdenkmal – ertönt die Marseillaise, da Enger ja zeitweise unter französischer Herrschaft stand und das Denkmal an die Befreiung erinnert“, berichtet Giesselmann. Diese und weitere spannende Details können dann ab Oktober in Enger entdeckt werden.

Der Kreisheimatverein kümmert sich um die Umsetzung des Projektes. In Bünde und Vlotho existieren solche QR-Codes bereits seit einem Jahr, nun folgen Enger und Hiddenhausen. Wenn das Angebot dann in Enger gut angenommen wird, sollen weitere Orte und Denkmäler folgen.

Die Idee für das QR-Code-Projekt hatte Monika Guist vom Kreisheimatverein. „Toll an der Vorbereitung des Projektes ist vor allem der Austausch mit den Besitzern der privaten Denkmäler. Dabei habe ich viele neue, spannende Details über die Geschichte erfahren“, erklärt Giesselmann.

Projekt wird vorgestellt

Die Informationstexte hat Giesselmann selbst verfasst, den Text über das Gerbereimuseum übernahm Günter Richter. Eingesprochen werden die Texte von der Firma Hassing, Werner Brakensiek stellte großzügig sein Bildmaterial zur Verfügung. Finanzielle Unterstützung erhält der Verein vom Land: „Wir bekommen 2000 Euro aus dem Heimat-Scheck“, erzählt Gerd Giesselmann.

Am Freitag, 11. September, stellt er den Mitgliedern des Heimatvereins das Projekt erneut im Gerbereimuseum vor, dieses Mal dann mit Schwerpunkt auf die Bilder, die künftig über dem QR-Code zu sehen sein werden.

Wer teilnehmen möchte, sollte sich bei Gerd Giesselmann unter 05224/1033 anmelden oder in die Liste in der Volksbank eintragen, denn coronabedingt dürfen maximal 25 Personen teilnehmen.

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