Unbekannte hängen in Enger Spruchband am Heckewerth-Gelände auf
Rätselraten um anonymes Transparent

Enger (WB). Für Verwirrung und Rätselraten haben am Montag vier Transparente gesorgt, die an der Umzäunung des Heckewerth-Geländes in Richtung Bahnhofstraße aufgehängt worden waren. „Kein Wille. Keine Ideen. Kein Rossmann. Wie lange noch?“ war darauf Weiß auf Lila zu lesen. Vom Urheber dieser Nachricht keine Spur. Kein Logo einer Partei oder einer Interessengemeinschaft war zu finden, das Auskunft darüber gegeben hätte, wer hier so deutlich seine Meinung über den jahrelangen Stillstand auf dem Heckewerth-Areal kundtat.

Montag, 31.08.2020, 22:48 Uhr aktualisiert: 01.09.2020, 09:50 Uhr
Klare Ansage: Am Zaun des Heckewerth-Geländes haben Unbekannte diese Plakate befestigt. Auch die Stadt Enger ist nicht darüber informiert worden, wer es aufgehängt hat. Foto: Ruth Mattes

Bei der Stadt war die Aktion jedenfalls nicht angemeldet, wie Ordnungsamtsleiter Gerd Althoff auf Nachfrage erklärte: „Derartige anonyme Aktionen sind mit Graffiti gleichzustellen. Wir können hier nichts machen. Der Eigentümer des Geländes ist in diesem Fall am Zuge. Das ist eine Angelegenheit zwischen dem Eigentümer und Dritten.“

Schon wieder abgenommen

Helga Strack, in Enger lebendes Mitglied der Eigentümerfamilie, ging dem Hinweis dieser Zeitung nach, wurde aber in der Mittagszeit nicht mehr fündig. Optiker Olaf Schierholz hatte gegen 13 Uhr gerade noch einen Mann gesehen, der mit einem eingerollten Transparent in ein Auto stieg.

Die Zukunft des brach liegenden Grundstücks mitten in Enger treibt seit Jahren die Gemüter um und ist auch Thema im Kommunalwahlkampf aller Parteien . Insoweit spricht der Verfasser mit dem Plakat einen wunden Punkt der Stadt Enger an. Nicht umsonst ist das Heckewerth-Gelände Teil des Maßnahmenkatalogs für das Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK), das derzeit auch von der Kommunalpolitik diskutiert wird.

Veränderungen nur mit Erlaubnis möglich

„Vorgesehen ist, dass wir mit Hilfe von ISEK-Fördermitteln des Landes einen Projektentwickler beauftragen, sich mit der weiteren Gestaltung des Grundstücks zu befassen“, erklärte Inge Nienhüser, Leiterin des Planungsamtes. Realisiert werden könnten die Pläne schließlich aber nur mit Zustimmung der Grundstückseigentürmer.

Auch Nienhüser würde sich über eine Rossmann-Filiale an diesem Standort freuen. Doch die Verhandlungen in den vergangenen Jahren hätten leider ergeben, dass Rossmann ein anderes Expansionsprogramm fahre und Neueröffnungen nur in der Nähe von Supermärkten vornehme, wie es am REWE in Spenge der Fall ist. Der Versuch der Stadt, das Interesse des Drogeriemarktes auf das Heckewerth-Grundstück zu lenken, indem man damals am Edeka eine Veränderungssperre verhängt habe, sei leider nicht aufgegangen.

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