Rainer Kleibrink fotografiert neu entdeckten Kometen „Neowise“
Phänomen am Nachthimmel

Enger (WB). In den nächsten Tagen ist der im März entdeckte Komet Neowise in den frühen Morgenstunden auch über Enger tief am Nordosthorizont zu sehen. Allerdings muss man dazu schon sehr früh aufstehen, denn die morgendliche Dämmerung setzt schon um 3.15 Uhr ein, sodass es schnell schwierig wird, den auch mit dem unbewaffneten Auge sichtbaren Kometen zu erkennen.

Mittwoch, 08.07.2020, 06:00 Uhr
Von der Herforder Straße aus konnte Rainer Kleibrink den Kometen gut erkennen. Foto: Kleibrink

„Generell ist die Lichtverschmutzung in Zeiten energiesparender LED-Technik ein Problem. Aber in diesem Fall wird die störende Helligkeit durch unsere Sonne erzeugt, die jetzt nicht sehr tief unter dem Horizont steht“, erklärt Rainer Kleibrink, Amateurastronom aus Pödinghausen.

Fernglas und gutes Wetter

Eine teure Ausrüstung brauche man aber nicht, um Neowise zu sehen, betont der Engeraner. „Ein Fernglas ist schon eine große Hilfe und das Wetter muss natürlich, wie bei allen astronomischen Ereignissen, mitspielen.“

Selbiges sei am Dienstagmorgen vorzüglich und die Horizontsicht auf das Wiehengebirge hervorragend gewesen. Deshalb hat sich Kleibrink auch auf den Weg zur Herforder Straße gemacht, von wo man eine wunderbare Sicht hat, um den Kometen abzulichten.

Mit bloßem Auge zu sehen

Ausgerüstet mit mehreren Kameras und transportablem Fernrohr ging es um 2.30 Uhr los. „Schon nachdem ich aus dem Auto ausgestiegen war, konnte ich Neowise mit bloßem Auge als kleinen verwaschenen Fleck tief am Horizont sehen.“ Selbst der aus Staubteilchen bestehende Kometenschweif sei dann im Feldstecher hervorragend zu erkennen gewesen.

Eilig hat der Engeraner Hobby-Astronom seine Ausrüstung aufgebaut. Nach wenigen Minuten klickten die Auslöser, bis die Speicherkarten gut gefüllt waren und die voranschreitende Dämmerung den Kometen nur noch erahnen ließ.

Austausch in vielen Netzwerken

Seine Beobachtungen des Himmelsphänomens teilt Kleibrink mit zahlreichen anderen Astro-Begeisterten, ist Mitglied mehrerer Netzwerke, darunter auch zwei regionale Gruppen. Beim „Astronomischen Stammtisch OWL“ treffen wir uns außerhalb der Corona-Zeit regelmäßig zum Austausch, hauptsächlich über Themen der Astrofotografie und unternehmen auch gemeinsame Beobachtungen“, erzählt der 61-Jährige, der schon seit Teenagertagen fasziniert ist von den Phänomenen, die sich dem geduldigen und aufmerksamen Betrachter am Himmel zeigen.

Baut Kleibrink seine Ausrüstung auf, geht es um Präzision. Mehrere Sekunden Belichtungszeit sind notwendig, um ein Objekt wie Neowise möglichst detailliert abbilden zu können. Die Erdrotation wird dabei mit einer motorisierten Montierung am Teleskop ausgeglichen.

Bis Ende Juli zu sehen

In den kommenden Tagen wird Neowise am Horizont noch weiter empor steigen und – je nach Wetter – bestens zu erkennen sein, denn mit 103 Millionen Kilometern Entfernung wird er der Erde dann am nächsten sein. „Gegen Ende Juli wird er dann wieder unscheinbarer, weil die Entfernung zur Sonne größer wird“, erklärt Rainer Kleibrink.

Der Name Neowise leitet sich übrigens vom Namen des Weltraumteleskops ab, mit dem er entdeckt wurde. Neowise wird in den nächsten Tagen weiter wandern und seine Höhe über dem Horizont etwas ausbauen. Also ein Himmelsspektakel für das es sich lohnt früh auf zustehen.

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