Bielefelder Straße: Engeraner ärgern sich über neue Markierungen
„Uns fehlen die Parkplätze“

Enger (WB). Mehr Platz für Fußgänger und eine bessere Aufenthaltsqualität soll die Bielefelder Straße seit ihrem Umbau bieten. Da die Parkregelung dafür nicht eindeutig gewesen sei, hat die Stadt Enger vor zwei Wochen die Nebenanlagen als Parkverbotszone markiert und die Parkbuchten neu gekennzeichnet. Bei den Anwohnern sorgt das für Ärger.

Dienstag, 30.06.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 01.07.2020, 13:20 Uhr
„Parken nur in gekennzeichneten Flächen erlaubt“: Hans-Joachim Weber (links) und Dr. Olaf Ganschow ärgern sich, dass an der Bielefelder Straße nicht genügend Parkplätze zur Verfügung stehen. In der Nachbarschaft haben sie Unterschriften gesammelt. Foto: Christina Bode

Vor allem die Inhaber von Geschäften und Praxen sind sauer. „Die Anzahl der Parkplätze wurde so drastisch reduziert, dass sie tagsüber bei Weitem nicht mehr ausreicht. Dabei wäre genügend Fläche vorhanden“, sagt Hans-Joachim Weber, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, der seine Praxis an der Bielefelder Straße hat.

Er und sein Kollege Dr. Olaf Ganschow führen zum Beispiel Gruppentherapien mit jeweils neun Patienten durch. „Schon für unsere Mitarbeiter gibt es nicht genügend Parkplätze. Wenn sich dann aber die Patienten verspäten, weil sie keinen Parkplatz gefunden haben, stört das den Ablauf“, sagt Weber. Mit einem benachbarten Restaurant habe er schon eine Vereinbarung getroffen: Wenn dieses geschlossen ist, dürfe dessen Parkplatz genutzt werden. „Das ist aber auch nicht der Sinn der Sache“, ärgert sich Weber.

Parkplätze reduziert

Allein vor seiner Praxis seien von ehemals neun Parkplätzen nur noch vier da. Ähnlich verhalte es sich im gesamten Bereich zwischen Burgstraße und Kreuzung Wertherstraße – und das, obwohl sich die Anzahl der Wohnungen erhöht habe.

Auch Yvonne Opitz, Inhaberin des gleichnamigen Friseursalons, ist ärgerlich. „Jeden Tag kriege ich die Unzufriedenheit meiner Kunden über die Parkplatzsituation zu spüren“, sagt sie. „Wir sind von den Kunden abhängig, um Gewerbesteuer an die Stadt zu zahlen und dann wird es uns so schwer gemacht.“ Die wenigen Parkplätze würden oft von Anwohnern genutzt, deren eigene Parkplätze etwas weiter entfernt lägen.

Drei Arten von Markierungen

Autofahrer seien außerdem verwirrt über die Parkregelung. „Aktuell gibt es drei verschiedene Arten von Markierungen“, sagt Dr. Olaf Ganschow. Einerseits seien da die Fahrbahnmarkierungsnägel, die Mitte Juni angebracht wurden und die erlaubten Parkzonen markieren. Aber auch die alten blauen Schilder seien teilweise noch vorhanden, ebenso gemalte Markierungen. „Außerdem erschließt sich vielen Autofahrern nicht, wieso sie auf freien Flächen nicht parken dürfen“, sagt Hans-Joachim Weber.

Unterschriften gesammelt

Er hat nun Unterschriften in der Nachbarschaft gesammelt, die er dem Bürgermeister übergeben möchte. Was ihn besonders ärgert ist, dass auf einer Anwohnerversammlung, die vor Beginn des Straßenumbaus vor etwa fünf Jahren stattfand, seitens der Stadt versichert worden sei, dass die Anzahl der Parkplätze im Zuge des Umbaus nicht verringert würden.

„Nach dem gut gelungen Umbau waren zunächst alle Anwohner zufrieden. Aber bereits einige Monate später verringerte sich die Anzahl der Parkplätze durch die aufgestellten Parkzonen-Schilder zum ersten Mal erheblich.“ Damals habe man ihm erklärt, dass dies das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Polizeibehörde, einer übergeordneten Verkehrsbehörde und der Stadt gewesen sei, gegen das die Stadt auch Einwände geäußert habe.

Sollte sich die Situation nicht ändern, überlegt Weber, eine Bürgerinitiative zu gründen.

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