Messebauer Martin Heuschkel bietet Heimen seine Kreation an – Sicherheitsglas schützt vor Infektion
Besucherkabine für Senioren gebaut

Enger (WB/dd). „Hier kann man sich quasi Nase an Nase gegenüber sitzen, ohne dass das halbe Gesicht von einer Schutzmaske verdeckt ist”, sagt Martin Heuschkel. Der Messebauer hat eine Besucherkabine für Senioren- und Pflegeheime entwickelt, bei der sich Bewohner und Besucher unmittelbar gegenüber sitzen, lediglich getrennt durch eine schützende Scheibe Sicherheitsglas.

Sonntag, 10.05.2020, 14:12 Uhr aktualisiert: 10.05.2020, 14:14 Uhr
So können Oma und Enkel sich endlich wiedersehen und nach Herzenslust klönen: Die Firm Heuschkel Messebau bietet überdachte Besucherkabinen für den Außenbereich an.

Die Kabine ist überdacht und bietet Privatsphäre durch abschirmende Seitenwände. „Ich fand es wichtig, die beiden Teile der Kabine, vor allem den für die Besucher, ohne Tür zu konzipieren, um die Flächen, die zu reinigen und zu desinfizieren sind, zu minimieren”, erklärt der Diplom-Maschinenbauer.

Die Kabine setzt sich zusammen aus typischen Elementen des Messebaus. Ein Aluminiumsystem aus senkrechten Stützen und Traversen wird ergänzt durch Füllungen, die als Wände fungieren.

Martin Heuschkel hat sich bei seinem Prototypen für einen lockeren Spruch entschieden; „.. ohne Senioren wär hier gar nix los!“, steht auf einer der Seitenwände. Das Dekor kann aber ganz individuell gestaltet werden.

Idee aus eigenen Erfahrungen entstanden

Die Idee zur Besucherkabine kam dem Westerengeraner aufgrund eigener Erfahrungen. „Bis vor eineinhalb Jahren hat meine Mutter in einem Pflegeheim gelebt. Mit Fortschreiten ihrer Demenz habe ich gemerkt, wie wichtig ihr war, von mir besucht zu werden.“ Als sehr traurig habe er die Situation von Senioren erlebt, die keine Angehörigen haben und keinen Besuch bekommen.

„Ich stelle mir vor, die Kabinen werden im Garten oder auf dem Hof der Einrichtungen aufgebaut, so dass Besucher die Heime gar nicht erst betreten müssen, sondern direkt in der Kabine Platz nehmen. Das Pflegepersonal könnte dann den Bewohner holen und auf der Heim-Seite platzieren“, führt Heuschkel aus. Die Kabine misst 3,5 Meter in der Breite und zwei Meter in der Tiefe. Ein Dach schützt die Plaudernden vor Regen oder Sonneneinstrahlung.

Mit der Lockerung der Kontaktbestimmungen durch das Land steht Martin Heuschkel jetzt in den Startlöchern. Innerhalb weniger Tage können die Kabinen geliefert und aufgebaut werden.

Dr. Matthias Kramer, Leiter des Martins-Stiftes, kann sich vorstellen, eine davon im Hof des Spenger Heims aufzustellen: „Das könnte eine gute Ergänzung zu unserem Konzept sein.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7403299?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514624%2F
Comeback mit Auswärtspunkt
Arminias Cebio Soukou (links, hier gegen Frankfurts Martin Hinteregger) erzielte das 1:0 für den Aufsteiger. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker