Wachleiter aus Enger und Spenge: Dieter Lorenz (62) ist jetzt im Ruhestand
Nah dran an den Menschen

Enger/Spenge (WB). Eigentlich wollte sich Dieter Lorenz in einer Feierstunde im Rathaus als Wachleiter aus Enger und Spenge verabschieden. Doch aufgrund der aktuellen Corona-Lage wurde daraus nichts. Am Montag erhielt der 62-Jährige seine Ruhestands-Urkunde von Landrat Jürgen Müller und erledigte letzte Dinge an seinem Arbeitsplatz auf der Wache. Von Mittwoch an ist er offiziell im Ruhestand. „Aber die Verabschiedung – auch von den Kollegen – wird nachgeholt“, sagt er.

Mittwoch, 01.04.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 09:38 Uhr
2017 kam Dieter Lorenz (vorne) wieder als Wachleiter nach Enger und Spenge. Dirk Zühlke (Abteilungsleiter der Polizei im Kreis Herford, hinten links) und Christian Brenski (Leiter Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz) begrüßten ihn zurück in Enger. Foto: Hülsegge

Sein Gesicht ist vielen Engeranern und Spengern bekannt. Dieter Lorenz war Polizist mit Leib und Seele. Seit 27 Jahren wohnt der gebürtige Bielefelder in Enger. „Da klingeln auch schon mal die Leute an der Haustür und erzählen, wenn sie etwas gesehen haben“, sagt er. Der Kontakt zu den Menschen habe ihm immer besonders am Herzen gelegen, sagt Lorenz.

Guter Draht zur Stadtverwaltung

So habe er sich gefreut, als er nach seiner Ausbildung in Dortmund, dem Studium in Bielefeld und einigen Jahren in der Kreispolizeibehörde Gütersloh dann 1994 aufgrund der örtlichen Nähe nach Herford wechseln und ab 2005 dann sogar als Wachleiter in Enger arbeiten konnte. Durch eine Neuorganisation wurde er zwischenzeitlich in den Verkehrsdienst nach Bünde versetzt, bevor er dann 2017 wieder in seine Heimat zurückkam. Einen guten Draht habe er immer zur Stadtverwaltung gehabt.

Besonders die Arbeit mit Jugendlichen sei ihm wichtig gewesen. So habe er gemeinsam mit seinem Kollegen Achim Busse, der Ende 2019 in den Ruhestand verabschiedet wurde, regelmäßig in den Jugendzentren vorbeigeschaut. „Die Arbeit, die da geleistet wird, schätze ich ungemein“, sagt Lorenz. Und auch in den Schulen waren Busse und Lorenz keine Unbekannten. „Wir haben regelmäßig Schulsprechstunden angeboten und waren auch vor den Schulen präsent.“

Einsätze am Hücker Moor bleiben in Erinnerung

Wenn er an seine Zeit in Enger und Spenge zurückdenkt, wird ihm vor allem eines in Erinnerung bleiben: die Vatertags-Einsätze am Hücker Moor. „Das war wirklich herausragend. So etwas habe ich in diesem Ausmaß noch nirgendwo anders erlebt.“ Seit mindestens 15 Jahren würden sich dort Jugendliche zum „Vatertags-Besäufnis“ treffen. „Wir hatten die Lage immer im Griff, aber im vergangenen Jahr lief dort das erste Mal alles super in Ordnung“, blickt Lorenz zurück.

Auch wenn es ihm schwer fiel, seine Dienstuniform abzugeben, bleibt dem 62-Jährigen allerdings nicht viel Zeit für Wehmut. „Mein Sohn Sven hat mit seiner Freundin in Kirchlengern ein Haus gekauft. Da gibt es viel zu tun“, sagt Lorenz. Außerdem sei rund um Haus und Garten einiges zu tun. Und auch auf lange Radtouren würde er sich jetzt freuen.

Die Verwaltungschefs der beiden Städte Thomas Meyer und Bernd Dumcke in Spenge sehen Lorenz Weggang mit einem weinenden Auge: „Mit seiner tatkräftigen und einsatzfreudigen Art hat er sich große Wertschätzung in den Kommunalverwaltungen erworben“, sagt Thomas Meyer.

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