Autobiografische Lesung in Enger mit Martina Bergmann – Zusammenleben mit einer 85-Jährigen
Zwei unkonventionelle Frauen

Enger (WB). „Viele fragen sich, warum ich mit 40 Jahren ohne Kinder und dafür mit einer 85-jährigen Dame zusammen wohne – in meinem Buch beschreibe ich dieses eher unkonventionelle Leben von Martha und mir“, erzählt Martina Bergmann, die 2018 ihr erstes Buch herausbrachte und eine kleine Buchhandlung in Borgholzhausen betreibt. Donnerstagabend gewährte sie im Engeraner Gerbereimuseum einen kleinen Einblick in dieses Werk.

Freitag, 06.03.2020, 18:39 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 18:52 Uhr
Martina Bergmanns empathischer Bericht über das Leben mit einer dementen alten Damen begeistert die 80 Zuhörer im Engeraner Gerbereimuseum. Foto: Kathrin Weege

Bergmann berichtet in ihrem Buch „Mein Leben mit Martha“ mit klarer liebevoller Stimme von dem Zusammenleben verschiedener Generationen. Der Roman ist eine beeindruckende Geschichte aus ihrem eigenen Leben. Martha ist 85 Jahre alt und leidet an Demenz. Ihr Lebensgefährte ist verstorben und Bergmann nimmt sich ihrer an.

Alte Dame aufgenommen

Sie nimmt die alte Dame bei sich auf, obwohl sie nicht verwandt oder eng bekannt sind. Besonders schön beschreibt Bergmann Marthas Krankheit als eine „poetische Verfassung“. Insgesamt begleitet das Buch drei Jahre des Zusammenlebens der beiden Frauen, die sich mittlerweile bereits sieben Jahre kennen.

Initiator der Lesung im Gerbereimuseum war Personalratsvorsitzender der Stadtverwaltung Enger Marko Ellerbrock, der das Buch las und sofort in den Bann der wunderschönen und ehrlichen Geschichte gezogen wurde: „Ich war von vorne bis hinten gefesselt, bin in Martinas Buchhandlung gekommen und habe sie direkt nach einer Lesung in Enger gefragt.“

Auch der Vorsitzende des Gerbereimuseums Karsten Glied freute sich über die Gelegenheit und die 80 Zuhörer, die es trotz des regnerischen Wetters in das Gerbereimuseum gezogen hatte. Während der Lesung unterhielt Bergmann die Zuhörer immer wieder mit netten Anekdoten.

Mit Witz und Charme

Beispielsweise trägt Bergmann immer eine rote Jacke, wenn sie mit Martha unterwegs ist, da Martha manchmal ihren Namen vergisst und dann immer nach der roten Jacke fragen kann, um sie zu identifizieren. Mit Witz und Charme beschreibt sie ebenso, dass Martha eine Schwäche für geblümte Strümpfe und Fransenpullis hat und zeigt dem Publikum, dass die Betreuung eines dementen Menschen keine Bürde sein muss.

„Ich erfülle jedes Klischee: Ich habe eine 45 Quadratmeter Buchhandlung und verwirkliche dort eifrig meine neuesten Ideen, die ich sofort niederschreibe“, so Bergmann. Anfang nächsten Jahres erscheint Bergmanns nächstes Buch – dieses Mal dann nicht mit wahrer Begebenheit.

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