Fahrradweg an der Ringstraße: Kennzeichnung wirft Fragen auf
Sorge um Sicherheit der Schüler

Enger (WB). Von Helikopter-Eltern, die ihre Kinder morgens möglichst bis in die Realschule bringen möchten und am Mittag mit laufendem Motor auf ihren Nachwuchs warten, kann Stefan Berthold, Anwohner der Ringstraße und Nachbar der Schule, ein Lied singen. „Diese Eltern verursachen ein Chaos, das Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad kommen, gefährdet“, urteilt er.

Freitag, 07.02.2020, 11:01 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 11:46 Uhr
Die Kennzeichnung des Radwegs an der Ringstraße lässt Fragen offen. Anwohner Stefan Berthold beklagt dies, ebenso wie das wilde Parken einiger Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen.

Berthold, der diese Zeitung kontaktierte, um Näheres über die Idee der Grünen, die Ringstraße zur Fahrradstraße zu machen , zu erfahren, machte bei dieser Gelegenheit seinem Unverständnis Luft: „Manche parken einem die Einfahrt zu, andere parken sogar vor den Toren der Feuerwehr“, berichtet er. „Da kann man nur hoffen, dass in der Mittagszeit kein Brand ausbricht.“ Berthold appelliert an die Eltern: „Verhindert das Chaos, indem ihr die Kinder ein paar Meter weiter entfernt aussteigen lasst!“

Gebotsschild entfernt

Was ihn ebenfalls besorgt stimmt, ist die Tatsache, dass immer wieder Schüler, die von der Meller Straße kommen, auf dem Gehweg an seiner Einfahrt vorbeidüsen. „Ich habe immer Angst, dass ich sie mit dem Auto erwische.“ Die Radwegeregelung sei an der Schule nicht eindeutig genug, beklagt er. So wurde das blaue Schild, das den Weg auf der Feuerwehrseite als Rad- und Fußweg auswies, vor einiger Zeit entfernt. Nun ist ein Fahrrad in Weiß auf den roten Grund gemalt worden. „Was bedeutet das für die Radfahrer und Fußgänger?“, fragt er.

Ordnungsamtsleiter Gerd Althoff erklärt: Wir nehmen mit der Polizei und dem Straßenverkehrsamt regelmäßig Verkehrswegeschauen vor, bei denen wir kontrollieren, ob die Radwege noch so ausgewiesen sind, dass es den neusten Erkenntnissen und Vorgaben entspricht. Bei einem solchen Termin wurde festgestellt, dass das blaue Gebotsschild entfernt werden muss.“

Räder auf die Straße

Uwe Nolte vom Straßenverkehrsamt begründet dies damit, dass es in Tempo-30-Zonen – und um die handelt es sich hier – keine Benutzungspflicht von Radwegen gibt. „In einer 30-er-Zone sollten Radfahrer ohne Probleme auf der Fahrbahn fahren können. Fühlen sie sich dort nicht sicher, können sie den Weg mit dem aufgezeichneten Fahrradsymbol nutzen. Sie müssen es aber nicht“, so Nolte. Kindern, die zur Schule radeln, empfiehlt er, auf der Straße zu bleiben. „So können Anwohner, die aus der Ausfahrt fahren und andere Verkehrsteilnehmer sie besser erkennen.“

Berthold beobachtet zudem immer wieder Raser, die vor allem am Wochenende die Tempo-30-Zone ignorieren und mit 70 Sachen unterwegs sind. Auch Busfahrer führen teilweise zu schnell. „Wenn ich morgens um 6.30 Uhr losfahre, werde ich nicht selten überholt.“ Er wünscht sich daher eine deutlichere Kennzeichnung des Tempo-Limits, das von der Meller Straße aus leicht zu übersehen sei. Er schlägt eine Bodenwelle und ein fest installiertes Geschwindigkeits-Display vor.

Smiley-Displays

„Wir wechseln den Standort des Smiley-Displays regelmäßig, damit es keinen Gewöhnungseffekt gibt“, erklärt Althoff dazu. Er versteht Bertholds Ärger. „Wir haben schon drei Engstellen errichtet und mehrfach die 30 aufgemalt, um die Geschwindigkeit zu reduzieren, doch letztlich bleibt nur, an die Vernunft der Menschen zu appellieren.“

Auch Lkw, die verbotenerweise über die Ringstraße brettern, sind Berthold und seinen Nachbarn aufgefallen. „Es ist irritierend, dass an der Zufahrt von der Spenger Straße aus auf einer Seite ein Lkw-Durchfahrtsverbot steht, auf der anderen aber ein Verbotsschild mit dem Vermerk „Anlieger frei“. An der Meller Straße gibt es nur ein Verbotsschild. „Die Beschilderung soll dafür sorgen, dass Lkw, die im Wohngebiet etwas anliefern, zumindest von der Spenger Straße aus einfahren können“, so Nolte.

Polizeikontrollen

Althoff verspricht, sich dafür einzusetzen, dass es an der Spenger Straße künftig eine einheitliche Beschilderung gibt. „Ich werde mich mit der Polizei ins Benehmen setzen, dass sie das Verbot ebenso wie die Einhaltung von Tempo 30 kontrolliert.“

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