Bürgermeister Thomas Meyer setzt bei zweitem Innenstadtkonzept auf Bürgerbeteiligung
Wie soll der Ortskern 2025+ aussehen?

Enger (WB). Bürgermeister Thomas Meyer hat sich für das Jahr 2020 eine Menge vorgenommen: Neben den Themen Digitalisierung und Mobilität treibt ihn vor allem die Innenstadtsanierung um. „Unter dem Stichwort ‚Ortskern 2025+‘ wollen wir möglichst noch in diesem Jahr das zweite Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) aufstellen“, erklärt er.

Freitag, 10.01.2020, 09:58 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 10:01 Uhr
Engers Bürgermeister Thomas Meyer möchte im Rahmen des zweiten Innenstadtkonzepts einige zentrale Fragen der Stadtpolitik klären. So geht es unter anderem um die Zukunft des ehemaligen Heckewerth-Geländes. Foto: Ruth Matthes

Dabei geht es darum, bis zum November 2020 ein Bündel von Maßnahmen zu schnüren, für die Fördermittel in Höhe von 65 Prozent beantragt werden können. Im Gegensatz zum ersten ISEK, das sich rein auf den Stadtkern bezog, möchte Meyer den Bereich nun größer fassen: „Angedacht ist, das Planungsgebiet bis zur Ringstraße auszuweiten.“

Hallenbad erweitern

Dies habe den Vorteil, dass man auch die Grundschule Enger-Mitte und das Gartenhallenbad einbeziehen könne. „Es ist 15 Jahre her, dass wir das Hallenbad gründlich modernisiert haben, und so langsam ist es wieder an der Zeit, etwas zu tun, um es attraktiv zu halten“, urteilt er. „Und wenn wir schon dabei sind, sollten wir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, das Gebäude zu erweitern, um zum Beispiel einen Ruhebereich für Eltern mit kleineren Kindern einzurichten.“

Auch die Zukunft der Grundschule Enger-Mitte, die räumlich sehr beengt ist, könnte man im Zuge des ISEK mitbedenken. Sind die Kapazitäten an diesem Standort zukunftsfähig? Das ist eine Frage, die in diesem Rahmen geklärt werden könnte.

Prominentes Grundstück

Meyer möchte die Gelegenheit auch nutzen, um endlich eine Lösung für das brach liegende ehemalige Heckewerth-Gelände gegenüber dem Rathaus zu finden. „Wir haben im Einzelhandelskonzept festgelegt, dass hier eine Nutzung für den Einzelhandel vorgesehen ist“, erklärt er. „Da sich aber seit Jahren keine derartige Lösung abzeichnet, ist die Frage, ob wir nicht gemeinsam mit dem Eigentümer doch über eine andere Nutzung nach denken müssten“, stellt der Bürgermeister in den Raum.

Ein derart prominentes Grundstück dürfe nicht länger ungenutzt bleiben. Meyer kann sich hier eine Kombination von Einzelhandel, Dienstleistung und Wohnen vorstellen. „Wichtig ist, dass die neue Nutzung gut frequentiert wird und damit die Innenstadt belebt.“

Bürgerforen geplant

Auch der Stadtkern steht weiterhin im Fokus. „Die verschiedenen Pflasterarten, die alles andere als behindertenfreundlich sind, müssen ausgetauscht werden“, fordert Thomas Meyer. Auch die hohen Bordsteine seien nicht mehr zeitgemäß. Grundsätzlich müsse geklärt werden, was die Bürger sich für ihre Stadt wünschen. Wo soll es Parkplätze geben? Wie kann man Anreize für die Entwicklung von Einzelhandel und Gastronomie setzen? Bleibt der Verkehrsfluss wie gehabt oder soll der Barmeierplatz künftig abgesehen von der Zufahrt zu Parkpalette autofrei sein?

„All diese Fragen sollen nicht über die Köpfe der Bürger hinweg beantwortet werden, sondern mit ihnen“, so Meyer. „Daher wollen wir zügig in die Bürgerbeteiligung gehen und Bürgerforen und Expertenworkshops mit örtlichen Akteuren wie Kaufmannschaft, Stammtisch Barmeierplatz oder Fridays-Gruppen veranstalten.“ Die konkrete Zeitplanung für das ISEK stellt die Verwaltung am Montag, 20. Januar, ab 17.30 Uhr im Ausschusses für Stadtplanung, Infrastruktur und Umwelt vor.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7181176?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514624%2F
Tausende Pakete in nur einer Nacht
Christian Wibbe leitet den Amazon-Standort in Mönkeloh. Seit sechs Wochen läuft der Betrieb. 450 Transporter rollen hier an den Werktagen vom Hof.
Nachrichten-Ticker