Aus „Petty Things“ wurde „Detays“: Band will im Frühjahr erstes Album präsentieren „Deutsch zu singen ist intimer“

Enger (WB). „Ich bin viel zu selten der, der ich auch innerlich bin.“ Eine ruhige, manchmal nahezu fragil wirkende Stimme singt, was sich wohl jeder Mensch schon eingestehen musste.

Von Daniela Dembert
Früher „Petty Things“, heute „Detays“: Hardy Haufe aus Enger, Simon Deregowski, Bastian Ahlfänger und Sebsatian Brinkmann (von links) haben sich im September 2019 neu ausgerichtet und sind jetzt mit deutschsprachigen Texten und einer ganz eigenen Note unterwegs, das Musikbusiness zu erobern.
Früher „Petty Things“, heute „Detays“: Hardy Haufe aus Enger, Simon Deregowski, Bastian Ahlfänger und Sebsatian Brinkmann (von links) haben sich im September 2019 neu ausgerichtet und sind jetzt mit deutschsprachigen Texten und einer ganz eigenen Note unterwegs, das Musikbusiness zu erobern. Foto: Filip Schlembach

Morgen erscheint die neue Single „Still“ der Band Detays. Bekannter dürfte die vierköpfige Formation in Enger und Umgebung unter dem Namen „Petty Things“ sein, unter dem sie sich 2017 gründete. Damals hatten Hardy Haufe (Keyboard) aus Enger, Sebastian Brinkmann (Gitarre) aus Bünde, Bastian Ahlfänger (Schlagzeug) aus Wipperführt und Simon Deregowski (Gesang) aus Krefeld sich beim Popmusikstudium in Paderborn kennen gelernt.

Erstaunliche Ergebnisse

„Wir haben schon im ersten Jahr unseres Bandbestehens sehr viele Konzerte gespielt und hatten dadurch den Antrieb, uns weiter zu entwickeln und genauer zu schauen, wie wir noch mehr wir selbst sind, was unser Ding ist“, erzählt Sänger Simon. Zu dieser Zeit war das Quartett noch mit englischen Texten unterwegs.

Songs auf deutsch zu singen konnten sich die vier studierten Musiker anfangs nicht recht vorstellen. Die englische Sprache erschien ihnen melodischer, leichter zu „verpacken”. Einige vorsichtige Versuche in der Muttersprache brachten allerdings für alle erstaunliche Ergebnisse.

Gitarrenlastig

„Auf deutsch zu singen ist irgendwie intimer. Wenn man die richtigen Worte findet, ist der Zuhörer direkt viel näher dran. Und das ist auch unser Ziel: Menschen das Gefühl zu geben, sich in unseren Stücken wiederzufinden“, sagt Texter Simon. Wesentlich mehr Arbeit stecke in den deutschen Texten, betont Tastenmann Hardy Haufe. „Man macht sich beim Songwriting viel, viel mehr Gedanken. Aber das war auch Sinn der Sache.“

Mal melancholisch, mal eher nach vorn gehend zeichnet sich die Musik von Detays außerdem durch einen verspielten, aber unaufdringlichen Synthiesound aus. „Obwohl wir unsere Inspirationen aus ganz unterschiedlichen Ecken holen, gefällt uns dieser Sound gerade allen ganz gut, deshalb möchten wir ihn gern weiterbringen“, sagt der Engeraner, der sich als der Techniker der Gruppe zu erkennen gibt. In seinem kleinen Heimstudio produziert er die Stücke, mischt sie ab, macht sie rund und erstellt auch die Musikvideos. Da fällt der Apfel nicht weit vom Stamm, handelt es sich bei dem 23-Jährigen doch um den Sohn von Naturfilmer und Hobbymusiker Ulrich Haufe.

Songwriting-Woche

Das Songwriting ist bei Detays Gemeinschaftssache. „Im November haben wir eine Songwriting-Woche an der Nordsee eingelegt. Wir haben in einem Raum ein provisorisches Studio aufgebaut, zusammen gesessen und ausprobiert. Jeder lässt seine Ideen einfließen.“

Wichtig ist dem Quartett, seine Musik „organisch zu halten“, wie Haufe sagt: „Wir spielen alle selbst ein Instrument und unser Sound ist nach wie vor gitarrenlastig.“ Mainstream ist für die vier kein Schimpfwort. Sie machen eingängige Musik und stehen voll dahinter. Aber besonders soll sie sein, kein Abklatsch. Neben der brandneuen Single haben Detays einen Song mit dem Titel „OK“ veröffentlicht. Beide sind bei allen gängigen Streamingdiensten erhältlich. Im Frühjahr soll ein erstes kleines Album folgen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7179241?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514624%2F