Behörden sind sich uneinig – Bezirksregierung soll jetzt entscheiden Warum vor der Kita Spielkisteimmer noch Tempo 70 gilt

Enger (WB). Vor der Kita Spielkiste an der Jöllenbecker Straße soll künftig nur noch Tempo 50 gefahren werden. Bereits im Juni hatte das der Leiter des Straßenverkehrsamtes versprochen. Bis heute hat sich hier noch nichts geändert.

Von Christina Bode
Auf der einen Seite die Kita Spielkiste, gegenüber eine unzureichend gesicherte Bushaltestelle: Das Straßenverkehrsamt hat an der Jöllenbecker Straße Tempo 50 angeordnet. Die Landesbehörde sieht diese Änderung als nicht notwendig an.
Auf der einen Seite die Kita Spielkiste, gegenüber eine unzureichend gesicherte Bushaltestelle: Das Straßenverkehrsamt hat an der Jöllenbecker Straße Tempo 50 angeordnet. Die Landesbehörde sieht diese Änderung als nicht notwendig an. Foto: Christina Bode

Der Vorstand der Kindertagesstätte hatte sich im Juni mit einem Antrag an den Rat der Stadt Enger gewandt. Darin forderten die Mitglieder den Landrat auf, auf der Jöllenbecker Straße zwischen Enger und Pödinghausen im Bereich der Schulbushaltestelle und der Kindertagesstätte Spielkiste während der Öffnungszeiten der Kita und der Nutzung der Bushaltestelle durch Schulkinder Tempo 30, höchstens Tempo 50 anzuordnen. Darüber hinaus wurde die Sicherung des Radweges an der Jöllenbecker Straße (L 855) zwischen Kita-Gelände und dem Ortseingang Pödinghausen durch Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit oder andere geeignete Maßnahmen gefordert.

Während die Stadt »keine Anhaltspunkte für die Annahme einer besonderen Gefahrenlage« sah, verwiesen die Kita-Vertreter dagegen unter anderem auf das Risiko beim Verlassen des Busses in Fahrtrichtung Enger sowie dem Überqueren der Straße.

Straßenverkehrsamt wies Tempo 50 an

Volker Barrmeyer, Leiter des Straßenverkehrsamtes, wies nach einem Ortstermin an, das Tempo im Bereich der Kita Spielkiste montags bis freitags in der Zeit von 7 bis 17 Uhr auf Tempo 50 zu drosseln. Doch bis heute ist hier nichts passiert.

»Der Landesbetrieb Straßen NRW als Straßenbaulastträger hat in einer Sitzung Ende Oktober darüber beraten und sieht es nicht als notwendig an, das Tempo zu reduzieren«, sagt Volker Barrmeyer auf Anfrage dieser Zeitung. Der Landesbetrieb habe die Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde eingeschaltet. Nun werde auf eine Entscheidung gewartet. »Wann die kommt, kann ich nicht sagen«, erklärt Barrmeyer.

Erhöhtes Gefahrenpotenzial

Straßen NRW sei als Straßenbaulastträger einerseits für Bau und Erhaltung der Straße zuständig, habe aber auch den Auftrag, für flüssigen Verkehr zu sorgen. Der Landesbetrieb argumentiere damit, dass die Haltestelle gegenüber der Kita wenig frequentiert sei und der Eingang zur Kita seitlich liege. »Wir sehen an dieser Stelle dennoch erhöhtes Gefahrenpotenzial«, sagt Barrmeyer.

Für ihn sei eine Geschwindigkeitsreduzierung nicht allein wegen der Kita notwendig. »In der Straße Am Bahnbogen, die neben der Kita verläuft, parken häufig Eltern, hinzu kommt der normale Anliegerverkehr.« Außerdem sei die Bushaltestelle auf der gegenüberliegenden Seite seiner Ansicht nach nicht ausreichend gesichert, die Wartefläche grenze an eine Mauer.

»Wer dort steht, fühlt sich schnell unsicher, wenn Autos mit 70 Stundenkilometern vorbeirauschen«, sagt Barrmeyer. Man müsse nun abwarten, wie die Bezirksregierung als Schiedsrichter entscheide.

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