CDU-Antrag: Verwaltung soll über Kosten und Bußgelder informieren Wilder Müll beschäftigt jetzt die Politik

Enger (WB). Er ist immer wieder ein Ärgernis für Anwohner, aber auch für die Mitarbeiter des Bauhofes: Müll, der illegal – vor allem an Altglas- und Kleidercontainern – abgeladen wird. Die CDU-Fraktion will diesem Problem jetzt auf den Grund gehen.

Von Christina Bode
Keine Seltenheit: Plastikbecher, Plastiktüten und Papiermüll wurden vor den Glascontainern am Sportplatz an der Ringstraße abgeladen. Müll, der ohne Probleme auch über den Hausmüll entsorgt werden könnte.
Keine Seltenheit: Plastikbecher, Plastiktüten und Papiermüll wurden vor den Glascontainern am Sportplatz an der Ringstraße abgeladen. Müll, der ohne Probleme auch über den Hausmüll entsorgt werden könnte. Foto: Christina Bode

Mit einem Antrag haben sich die Politiker an den Rat der Stadt Enger gewandt. »In letzter Zeit häufen sich bundesweit die Fälle, in denen Müll und Unrat insbesondere an Altkleider- und Glascontainern von Unbekannten illegal entsorgt wird. Dieses ist auch in Enger mittlerweile zu einem immer mehr um sich greifenden Problem geworden«, schreibt Fraktionsvorsitzender Stefan Böske in dem Antrag. »Wir sehen diese Umstände als nicht mehr hinnehmbar an und halten es für notwendig, gegen diese illegale Entsorgung effektiver vorzugehen«, sagte Böske in der Sitzung am Montagabend.

Verursacher ermitteln

Konkret schlugen die Christdemokraten vor, Verbotsschilder an Containeranlagen aufzustellen. Außerdem sollen Geldbußen erhöht werden und zusätzliche Mitarbeiter des Ordnungsamtes eingesetzt werden, die nach Möglichkeit auch versuchen, Verursacher zu ermitteln sowie eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, um Bürger für die Probleme zu sensibilisieren. Schließlich sei illegale Müllentsorgung kein Kavaliersdelikt und koste auch die Stadt, die sich schließlich um die Entsorgung kümmern muss, viel Geld.

Die CDU-Fraktion forderte die Verwaltung in ihrem Antrag auf, geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um illegale Müllablagerungen zu verhindern und eine effektive Verfolgung durchzusetzen. Die Ergebnisse sollen dem Ausschuss für Sicherheit und Ordnung in der nächsten Sitzung vorgestellt werden. Außerdem soll der zuständige Ausschuss über die Kosten, die der Stadt Enger für die Beseitigung in diesem Jahr entstanden sind, informiert werden, ebenso darüber, inwieweit Geldbußen verhängt wurden.

Bürgermeister Thomas Meyer bedauerte diese Entwicklung und sicherte zu, dass sich die Verwaltung schon länger mit diesem Thema beschäftige.

Plakate an Straßenlaternen großes Problem

Auch die Mitglieder der anderen Fraktionen beschäftigt dieses Thema seit geraumer Zeit. »Es ist mittlerweile ein gesellschaftliches Problem, dass auch Zigarettenkippen und Plastikflaschen in der Landschaft entsorgt werden«, sagte Jörg Pultermann (SPD). Auch Berthold Dessin (FDP) plädierte dafür, das Thema öffentlich zu machen. »Es ist nicht richtig, dass der Müll immer wieder stillschweigend von der Stadt weggeräumt wird«, sagte er. Ein Problem sieht er auch in Plakaten, die an Straßenlaternen angebracht und nicht entsorgt werden.

»Es kann so nicht weitergehen!«, schloss sich Regina Schlüter-Ruff (Grüne) ihren Vorrednern an. »Wir haben in Enger kein Wiege-System für Restmüll. Ich kann nicht nachvollziehen, warum man seinen Müll dann in der Landschaft ablädt und sich damit noch strafbar macht«, sagte sie.

Die Politiker verständigten sich darauf, dass die Verwaltung den Ausschuss für Sicherheit und Ordnung mit den entsprechenden Hintergrundinformationen versorgt. Anhand derer soll über den Antrag abgestimmt werden.

Kommentar

Es ist unbegreiflich, dass sich die Politik mit einem solchen Thema auseinandersetzen muss. Man sollte meinen, dass jedem klar ist, wie die Mülltrennung bei uns funktioniert.

Dennoch findet man immer wieder Glasflaschen, die nicht in den Altglascontainer sondern daneben geworfen wurden. Möbel, die kostenlos bei der Recyclingbörse abgegeben werden könnten, werden mitten im Wald entsorgt. Und Plastikmüll, der einfacher in den Gelben Sack geworfen werden könnte, wird durch die Gegend gefahren und abgeladen.

Schade, dass erst mit hohen Strafen gedroht werden muss, um das Problem in den Griff zu kriegen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7044766?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514624%2F