Bernd Gieseking erzählt von seinem ersten Finnland-Aufenthalt
Roadmovie mit Ilse und Hermann

Enger (WB/dd). Er ist Ostwestfale. Allerdings, das unterstreicht der Mindener, »von der richtigen Seite des Berges«. Bernd Gieseking war am Freitagabend auf Einladung von Enger impulsiv zu Gast im Widukind-Gymnasium (WGE) und hatte den 100 Besuchern so einiges zu erzählen.

Sonntag, 06.10.2019, 18:00 Uhr
Gestenreich erzählt Bernd Gieseking von den Erlebnissen, die er gemeinsam mit seinen Eltern Ilse und Hermann während ihres ersten Finnlandaufenthalts gemacht hat. Foto: Daniela Dembert

In seinem Programm »Finne dich selbst« hat der Kabarettist die teils absurd anmutenden Erlebnisse seiner ersten Finnlandreise mit seinen Eltern Ilse und Hermann auf’s Humorigste verwurstet. Die Basis für das ungewöhnliche Roadmovie hatte sein jüngerer Bruder Axel geschaffen, der sich in Spanien in die Finnin Ivi verliebte und wenig später in das Land der Rentiere und Saunen zog.

Unbekannt und rätselhaft seien ihm Land und Leute vorgekommen, berichtet Gieseking, sei es kulinarisch (»als ich mein allererstes Lakritzeis gegessen hab, dachte ich, ich beiße in das Innere eines Staubsaugerbeutels«), modisch (»es gibt hier Saunen, in denen die Menschen Mützen tragen«) oder sprachlich (»Finnisch ist eine so verflixt schwere Sprache, dass ich mich entschieden habe, sie nicht zu lernen«).

Besuch der Sauna eine Hürde

Eigens für die dreiwöchige Reise hat Gieseking sich einen Volvo-Kombi zugelegt, fürchtete er doch Schwierigkeiten bei der Einreise nach Skandinavien mit anderen Automarken. Kleinere Diskussionen mit Ilse ergaben sich schon vor der Abreise, beispielsweise über die Notwendigkeit der Mitnahme eigener Bettwäsche. In Finnland angekommen, läuft die Sache.

Während die Schwiegerfinnin beim Ausflug in den Wald locker in Muttersprache plaudert, antwortet Ilse ganz unbefangen auf Plattdeutsch und auch die Männer finden sich beim gemeinsamen Starren auf den See durchaus sympathisch. Erste wirkliche Hürde sollte für die Ostwestfalen der Besuch der Sauna werden.

Aber warum nur?! Gieseking weiß über den finnischen Multifunktionsraum allerlei zu berichten und geht soweit, zu behaupten: »Der Bau einer Sauna ist der Balzakt des finnischen Männchens.« Als Räucherzelle für Fisch, als Gebärstube und Zusammenkunftsraum bei Familienfesten erfülle die Sauna vielfältige Zwecke.

Neues Buch vorgestellt

Von seinen Eindrücken erzählt Gieseking liebend gern, hat er die Finnen doch so richtig ins Herz geschlossen. Respekt zollt er der Idee, dass Trollies zum Transport von Biertrays, die auf Fährschiffen im steuerfreien Seeraum in rauen Mengen gekauft werden, bereits im Preis des Gesöffs inbegriffen sind. Auch der Reisepass der Finnen verdiene Beachtung, ist er doch in Zeiten immer strenger werdender Sicherheitsauflagen mit dem Daumenkino eines laufenden Elchs versehen und somit mindestens einen Schmunzler wert.

Als Schmankerl servierte Gieseking dem begeisterten Publikum noch eine kurze Geschichte aus seinem neuesten Buch »Ja klar, ich bin schuld«, einer Textsammlung seiner taz-Kolumne.

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