Umweltaktivisten setzen sich für freies Busfahren und klimafreundliche Fahrzeuge ein
Fridays-Gruppen überreichen Forderungen

Enger (WB). »Die richtige Arbeit beginnt jetzt erst«, sagt Hannah Bultmann, Sprecherin der »Fridays-for-Future«-Ortsgruppe Enger. Die jungen Aktivisten haben in Zusammenarbeit mit den »Parents 4 future« einen Maßnahmenkatalog für die Widukindstadt ausgearbeitet und diesen an Bürgermeister Thomas Meyer mit der Bitte überreicht, ihn an alle Fraktionen weiterzugeben.

Donnerstag, 03.10.2019, 08:01 Uhr aktualisiert: 03.10.2019, 08:10 Uhr
Bürgermeister Thomas Meyer erhält von Hannah Bultmann und den Aktivisten der Fridays-Gruppen einen Maßnahmenkatalog zum aktiven Klimaschutz in Enger. Mit dabei: Daniela Bultmann, Norma Antholz, Erhard Günther und Julie Mettenbrink (von links). Foto: Daniela Dembert

Mit dem Beschluss zum Ausruf des Klimanotstands in der jüngsten Ratssitzung sei ein wichtiger erster Schritt in Richtung Klimaschutz getan, findet die Gruppe. Nun müssten schnell Taten folgen. Aber welche denn ganz konkret?

Tipps von Experten

»Die ›Fridays‹ haben auf Bundesebene in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern, Umweltverbänden und Experten einen Maßnahmenkatalog zum Klimaschutz erarbeitet, der allerdings nicht in allen Punkten für eine Kleinstadt wie Enger zutreffend erscheint. Deshalb haben wir ihn angepasst«, erklärt Gruppenmitglied Julie Mettenbrink.

Das Heft umfasst Visionen für Enger zum klimafreundlichen Handeln in verschiedenen Lebensbereichen wie Energieversorgung, Ernährung, Mobilität, Bau, Ressourcen und Abfall, Wirtschaft, Ökologie und Umwelt, Bildung und gesellschaftliches Engagement. So regen die Gruppenmitglieder konkret an, in der Widukindstadt den öffentlichen Personennahverkehr langfristig kostenlos anzubieten, die Fahrradmitnahmemöglichkeit zu erweitern und die Fahrzeugflotte auf Dauer auf Wasserstofftechnik und Elektromobilität umzustellen.

Klimanotstand

Die Gruppe erhebe nicht den Anspruch auf Vollständigkeit ihres Leitfadens. Dieser sollte mit dem oder der Klimaschutzbeauftragten der Stadt bedacht und überarbeitet werden, stellte Hannah Bultmann klar. Wichtigster nächster Schritt ist laut Daniela Bultmann von den »Parents 4 Future« die Benennung eines Klimaschutzbeauftragten.

Bürgermeister Thomas Meyer gab den Aktivisten Recht: »Der Ausruf des Klimanotstands ist eine symbolische Handlung, jetzt muss etwas passieren. Der Katalog kann als Diskussionspapier dienen, um zu eruieren, was konkret getan werden kann.« Es sei konsequent und gut, wenn sich viele verschiedene Akteure Gedanken um umsetzbare Maßnahmen machten.

Radwege verbessern

Mit verschiedenen Ansätzen, beispielsweise der Verbesserung von Radwegen und der energetischen Sanierung der Straßenbeleuchtung, sei man bereits am Thema. Jedoch, gab der Verwaltungschef zu bedenken, lägen so manche der im Schriftstück der Fridays angeregten Maßnahmen nicht in der Hand der Stadtverwaltung. Ein Beispiel sei der genannte Ausbau des Radwegenetzes. Hier sei weitestgehend der Landesbetrieb Straßen NRW zuständig.

Natürlich, so Daniela Bultmann, seien die Forderungen und Anregungen der »Fridays« und der»Parents« auch an die höheren politischen Instanzen gerichtet, »aber sie sind als Bürgermeister dieser Stadt für uns greifbarer Ansprechpartner«.

Klimaschutzbeauftragter

Der oder die Klimaschutzbeauftragte soll Anfang 2020 den Dienst aufnehmen. Wie es in der Vorlage zum Umweltausschuss am Montag, 7. Oktober, heißt, handelt es sich um eine halbe Stelle.

Laut Kommunalrichtlinie wird die Erstellung von Klimaschutzkonzepten durch Klimaschutzmanager sowie die Umsetzung erster Maßnahmen gefördert. Zu den Aufgaben des Managers gehört außerdem: Ausschreibung und Betreuung des Projektes, Planung und Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen, regelmäßige Berichterstattung im Rat, Öffentlichkeitsarbeit sowie Umweltplanung und -koordination im Bereich des kommunalen Klimaschutzes.

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