Projekt aus Enger nimmt an »Alle Kids sind ViPs« teil – Abstimmung bis 30. Oktober
Graffiti-Wände sollen Promis locken

Enger (WB). »Alle Kids sind ViPs«. Unter diesem Motto ruft die Bertelsmann-Stiftung zum siebten Mal zu ihrem bundesweiten Jugend-Integrationswettbewerb auf. Das Jugendzentrum Kleinbahnhof ist mit seinem Graffitiprojekt »Totes Land zeugt tote Herzen – bunt gegen Rassismus« dabei.

Mittwoch, 07.08.2019, 09:00 Uhr
Auf Grundlage des Engeraner Manifests (EM) haben Jugendliche die Rückwände des Kleinbahnhofs neu gestaltet. Foto: Klaus Münstermann

Auf dem von den beiden Engeraner Jugendzentren gemeinsam initiierten Engeraner Manifest beruhend, hatte der Kleinbahnhof Ende Juni in Kooperation mit der Manifest-Initiativgruppe zu einem Graffiti-Workshop für Weltoffenheit und Toleranz geladen. Diese Zeitung berichtete.

Viel Spaß habe ihnen das Gestalten der Wände des Jugendzentrums gemacht, betonten die jungen Workshop-Teilnehmer. Alle stünden ausnahmslos hinter den gemeinsam erarbeiteten Schlagworten, die als gesellschaftliche Werte jetzt auf etwa 100 Quadratmetern in poppigen Farben und Schriftzügen die Rückwände des Kleinbahnhofs zieren.

Abstimmung im Internet

Die Graffiti-Wände könnten bald mehr als eine coole Gestaltungsidee werden, die die Weltanschauung einer kleinen Gruppe junger Menschen spiegelt. Durch das offene Voting bis zum 30. Oktober kann sich jeder den jungen Künstlern im Alter von neun bis 16 Jahren anschließen, ihrem Plädoyer Nachdruck verleihen und zu deutschlandweiter Beachtung verhelfen. Entschieden wird die Prämierung nicht durch eine Jury, sondern durch die Stimmabgabe von Besuchern der Internetseite www.allekidssindvips.de.

Bislang sind 18 Projekte von Schulen, Sportvereinen und Privatinitiatoren vertreten, in denen sich die Akteure für ein offenes, friedvolles und inspirierendes Miteinander der Kulturen einsetzen. Eine Überraschung sei es gewesen, als sich aufgrund der Berichterstattung über den Workshop die Guntermann-Gesellschaft für Kommunikation, Management und Journalismus aus Köln gemeldet habe, um dem Jugendzentrum die Wettbewerbsteilnahme nahe zu legen, sagt Kleinbahnhof-Mitarbeiter Jan Brockelt.

Besuch von Prominenten zu gewinnen

Prominente wie Comedian Bülent Ceylan, Ex-Fußballnationalspieler Gerald Asamoah und die Gruppe Culcha Candela fungieren als Botschafter für »Alle Kids sind ViPs«. »Wenn wir noch richtig an Stimmen zulegen, kann es sein, dass einer dieser Promis uns hier in Enger besuchen kommt«, stellt Brockelt in Aussicht.

»Irre, dass unser Projekt noch mal so einen Schub bekommt. Für die Workshop-Teilnehmer ist das eine tolle Anerkennung und ein Beweis für die Wirkung ihres Werks«, betont Jan Brockelt. Ziel sei natürlich auch, das Engeraner Manifest in Erinnerung zu rufen und über die Kreisgrenzen Herfords hinaus bekannt zu machen.

Am 26. August wird der Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze auf seiner Sommertour gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten Christian Dahm und Angela Lück im Zebra vorbeischauen, um mit den jugendlichen Künstlern ins Gespräch zu kommen. »Es freut uns total, die Aufmerksamkeit der Politik geweckt zu haben. Das Projekt ist schon jetzt mehr als eine Eintagsfliege«, sagt Brockelt.

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