Sozialdienst am Krankenhaus Enger betreut mehr Senioren in der Urlaubszeit
Engpässe in der Kurzzeitpflege

Enger (WB). Sommerferien bedeutet an vielen Arbeitsplätzen etwas mehr Ruhe als sonst. Nicht so beim Sozialdienst des Evangelischen Krankenhauses Enger. Die Mitarbeiterinnen beraten in der Frage, wie es nach dem Aufenthalt in der geriatrischen Klinik weitergeht. Häufig steht hier ein Aufenthalt in der Kurzzeitpflege an. Diese Plätze sind gerade jetzt noch knapper als sonst.

Sonntag, 04.08.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 04.08.2019, 12:30 Uhr
Stefanie Vitusek-Quermann (von links), Antje Sahrhage und Ann-Kathrin Scheiding bilden das Team des Sozialdienstes am Evangelischen Krankenhaus Enger. Sie beraten, um Patienten und Angehörige auf den Aufenthalt zu Hause vorzubereiten. Foto: Marco Hüther

»70 bis 80 Prozent unserer Patienten gehen nach dem Krankenhausaufenthalt nach Hause. In einigen Fällen ist allerdings erst einmal eine Unterbringung in der Kurzzeitpflege angesagt«, sagen Sozialpädagogin Antje Sahrhage und Sozialarbeiterin Stefanie Vitusek-Quermann, die gemeinsam mit Sozialarbeiterin Ann-Kathrin Scheiding das Team des Sozialdienstes bilden.

Aktuell, so Sahrhage und Vitusek-Quermann, sei es aus zwei Gründen schwer, an einen Kurzzeitpflegeplatz zu kommen: Zum einen mache das Pflegepersonal in den Ferien auch gern Urlaub, zum anderen hätten viele Angehörige frühzeitig einen Platz für einen zu Pflegenden organisiert, damit sie selbst in den Urlaub fahren könnten.

Vorbereitung auf Zuhause

Aber dies ist nur eines der zahlreichen Aufgabenfelder des Sozialdienstes. »Wir helfen den Patienten und ihren Angehörigen bei allem, was auf dem Weg zurück aus der Klinik nach Hause zu beachten und zu erledigen ist«, sagen die Frauen vom Sozialdienst.

Schon bei der Aufnahme des Patienten steht ein erstes Beratungsgespräch an. Während des Aufenthaltes wird dann die Entwicklung des Patienten genau beobachtet, Hilfen und Angebote werden entsprechend angepasst.

Viele Therapeuten

Die geriatrische Klinik hat neben Ärzten und Pflegepersonal ein großes Therapeuten-Team mit Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden. »Jeden Morgen gibt es auf jeder der beiden Stationen in unserem Haus eine Besprechung«, erzählt Stefanie Vitusek-Quermann. »Hier erfahren wir, wie es jedem Patienten geht, welche Fortschritte er macht. Entsprechend können wir arbeiten«.

Die Frauen kümmern sich zum Beispiel um Hilfsmittel wie Rollator oder Pflegebett sowie um unterstützende Dienste wie ambulante Pflege, Hausnotruf, Essen auf Rädern oder Haushaltshilfen. Sie stellen Anträge zum Beispiel bei den Krankenkassen oder helfen den Angehörigen dabei, sie vermitteln an andere Beratungsstellen oder Selbsthilfeorganisationen oder beraten, wenn es um alternative Wohnformen geht.

Psychosoziale Betreuung

»Aber auch die psychosoziale Betreuung der Angehörigen gehört zu unseren Aufgaben«, erläutert Antje Sahrhage. Angehörige kämen in der Pflege und Betreuung auch häufig an ihre Grenzen. Man müsse fragen, was wer eigentlich leisten könne. Zugenommen hätten allerdings die Fälle, in denen Patienten allein seien. »Die Zahl der Single-Haushalte hat zugenommen. Oder Kinder wohnen zu weit weg und können sich nicht kümmern«, erklärt Stefanie Vitusek-Quermann den Hintergrund. Hier komme dann nur ein professioneller Dienst in Frage, der die Situation abpolstern könne.

Entlassung gut vorbereiten

Vorrangiges Ziel in der Geriatrie sei immer, dass die Menschen soweit fit seien, dass sie wieder nach Hause könnten. Durch eine Gesetzesänderung stehe seit einiger Zeit immer häufiger nach dem Krankenhausaufenthalt eine Anschlussheilbehandlung (Reha). Hier soll jeder Patient Unterstützung dabei bekommen, sein ganzes Potential auszuschöpfen. Geklärt werde dies unter anderem in der wöchentlichen Konferenz, an der alle Abteilungen teilnehmen und in der jeder einzelne Patient besprochen werde. »Über eine Entlassung sprechen wir immer bereits eine Woche zuvor«, sagt Stefanie Vitusek-Quermann. Dann bleibe noch genügend Zeit, die passenden Maßnahmen zu planen. In diese Pläne werden immer auch die Angehörigen eingebunden. Der ersten größeren Besprechung am Tag der Einlieferung folgen weitere. »Wir bleiben im Sinne der lückenlosen Versorgung nach der Entlassung immer im Gespräch«, sichern die beiden Mitarbeiterinnen zu.

Patienten einbeziehen

Ganz besonders gefällt Antje Sahrhage und Stefanie Vitusek-Quermann am geriatrischen Krankenhaus in Enger, dass es mit seinen aktuell 63 Betten überschaubar ist. »So können wir mit allen Disziplinen auf kurzem Weg eng zusammenarbeiten«, sagen sie. Unterstützt wird dies durch ein Computer-System. »Hier müssen alle Disziplinen jedes Detail über den Patienten dokumentieren«, sagt Antje Sahrhage. Im Gegenzug habe aber auch jeder Mitarbeiter jederzeit Zugriff auf diese Daten. »So wissen wir zum Beispiel durch Einträge eines Physiotherapeuten, wie weit ein Patient in seiner Bewegung ist.« Soweit möglich wird aber immer der Patient in die Pläne und Maßnahmen einbezogen.

Nähere Informationen über den Sozialdienst am Evangelischen Krankenhaus Enger geben Stefanie Vitusek-Quermann unter Telefon 05224/634271 oder per Mail s.quermann@krankenhaus-enger.de oder Antje Sahrhage, Telefon 05224/694135, Mail a.sahrhage@krankenhaus-enger.de.

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