Oldtimer-Motorradausstellung lockt viele Besucher zum Kleinbahnmuseum
Mofas wecken Jugenderinnerungen

Enger (WB). Geheimtipp oder öffentlicher Szenetreff? Wenn der Kleinbahnmuseumsverein zur Oldtimer-Motorradausstellung lädt, sind die Übergänge fließend.

Dienstag, 09.07.2019, 05:00 Uhr
Christopher Bubig (links) und Kim Schwarz stehen auf gemütliches Cruisen. Mit ihren Mofas wecken sie bei vielen Betrachtern lang verschüttete Jungenderinnerungen. Foto: Daniela Dembert

Die etwa 70 in der Museumshalle ausgestellten Modelle waren allemal einen Besuch wert. Das dürften sich auch viele Fahrer von Nostalgiebikes verschiedenster Fabrikate gedacht haben, schwangen sich auf den Bock und fuhren zum Museum, wo sie ihre Schätzchen, zeitweise an die einhundert Stück, auf dem Parkplatz aneinander reihten.

Deutsche Fabrikate wie DKW, Adler, Zündapp, NSU, Kreidler waren ebenso vertreten wie Moto Guzzi und eine Reihe asiatischer Fahrzeuge. »Die sind mittlerweile auch in die Jahre gekommen und vermehrt in der Ausstellung vertreten«, sagt Althoff.

Die Humber aus dem Jahr 1911 wird angekurbelt

Das wohl älteste Motorrad stellte Walter Schenk mit seiner Humber, Baujahr 1911. Eine Menge an Hebeln gilt es zu bedienen, bevor man sich auf dem Vehikel in Bewegung setzen kann. Schenk weiß, wie’s geht und macht es vor. Während er die Antriebskurbel aus dem am Lenker befestigten Utensilköfferchen holt, scharen sich Interessierte um ihn. Bevor der Spenger sich ans Kurbeln macht, träufelt er aus einem kleinen, am Rahmen befestigten Messingfläschchen Benzin in den kalten Verbrenner, um den Start zu erleichtern.

»Ich hab das Bike vor 30 Jahren auf einem Teilemarkt in Bockhorn in Ostfriesland gekauft. Neben den Bautenzügen und den Reifen musste der Antriebsriemen erneuert werden«, erzählt Schenk. Das sei allerdings weiter kein Problem gewesen, denn »Lederriemen werden auch heute noch für landwirtschaftliche Maschinen produziert«.

Zwei Gänge hat das Krad. »Damals eine technische Sensation«, berichtet Walter Schenk. »Wenn man anhalten wollte, konnte man in den Leerlauf gehen und musste das Motorrad nicht jedes Mal ausmachen.« Der Liebhaber fährt seine Humber nach wie vor gern spazieren.

Ebenfalls gern mit ihren Oldies unterwegs sind Christopher Bubig und Kim Schwarz. Die beiden haben eine Schwäche für die motorisierten Untersätze ihrer frühen Jugend: die Mofas. »Das ist meine, die ich schon mit 15 gefahren bin. Ich habe sie natürlich ein wenig aufgearbeitet«, erzählt Schwarz über seine Rixe Highsport, Baujahr 1981.

Menschen schwärmen von Mofas gleichen Fabrikats

Bubig fährt eine Herkules Optima 50, die er sich vor einigen Jahren zugelegt hat. »Mittlerweile sind wir eine Gruppe von etwa 20 Leuten, die gemeinsam Mofa fahren«, berichtet Schwarz. »Wo wir auftauchen, erfahren wir viel Zuspruch. Menschen schwärmen davon, auch mal eine Mofa gleichen Fabrikats gehabt zu haben«, sagt Bubig. Klar haben beide auch schon ihre Erfahrungen mit PS-stärkeren Zweirädern gemacht, »aber Mofafahren ist schon cool«, finden sie.

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